STOP - Stuttgarter Ordnungspartnerschaft gegen häusliche Gewalt

In Stuttgart gibt es seit 2001 die "Stuttgarter Ordnungspartnerschaft gegen häusliche Gewalt (STOP)", die von der Abteilung für individuelle Chancengleichheit koordiniert wird. Verschiedene Institutionen und Beratungsstellen aus dem polizeilich-juristischen und dem psychosozialen Bereich arbeiten gemeinsam an einer wirkungsvollen Gewaltprävention und -intervention.

Sie umfasst folgende Module:

  • Platzverweis für Täter*innen
  • Konsequente Strafverfolgung
  • Zivilrechtliche Schutzmaßnahmen
  • Zeitnahe Beratung sowie
  • Hilfen für Opfer und Täter*in
  • Hilfen und Beratungsangebote für Kinder
  • Fair-Streit-Training, für Paare, die gewaltfreie Konfliktlösungen lernen wollen
  • Paarberatung

STOP Fachtagung 2019: Häusliche Gewalt und Sucht

Laut Studien aus Deutschland und der Schweiz werden circa 50 Prozent der Gewalttaten in Beziehungen unter Einfluss von Alkohol oder anderen Suchtmitteln verübt. Alkohol und andere psychoaktive Substanzen sind zwar nicht die Ursache von Gewalt, aber ein verstärkender Faktor. Mitarbeiter*innen aus den Bereichen Opfer- und Täterberatung bei häuslicher Gewalt oder Sucht kommen in ihrem Berufsalltag sowohl mit der Problematik der häuslichen Gewalt/Partnerschaftsgewalt als auch mit problematischem Substanzkonsum in Berührung. Dennoch gibt es bei dieser Dualproblematik bisher kaum Vernetzungen zwischen den beiden Hilfesystemen, die sich weitgehend auf ihr eigenes Fachgebiet konzentrieren. Das erschwert für die Betroffenen die Suche nach Unterstützung und Schutz.

Mit der Fachtagung am Dienstag, 26. März 2019 im Großen Sitzungssaal des Stuttgarter Rathauses möchte die Landeshauptstadt Stuttgart den Fokus auf die Dualproblematik häusliche Gewalt und Sucht legen: Was sollte man über diese Doppelbelastung wissen? Wie kann man eine solche Problematik erkennen? Wie unterstützt und schützt man Betroffene? Wie können auf institutioneller Ebene zielführende Maßnahmen getroffen werden?

Unser Ziel ist es, die Teilnehmer*innen für diese Doppelproblematik zu sensibilisieren sowie den Austausch von Fachwissen zum Thema häusliche Gewalt/Partnerschaftsgewalt und Sucht zu ermöglichen. Dies soll die Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Sucht-, Frauen-, Familien- und Täterberatung nachhaltig intensivieren. Wir laden Sie herzlich ein, gemeinsam mit Fachkräften unterschiedlicher Stuttgarter Institutionen über Schutzfaktoren für Opfer von häuslicher Gewalt zu diskutieren, Handlungsempfehlungen auf den Weg zu bringen und die Kooperation und Vernetzung mit der Stuttgarter Ordnungspartnerschaft gegen häusliche Gewalt (STOP) weiter zu entwickeln.

Programm und Anmeldeformular:

STOP Fachtagung 2019 Flyer (PDF)
Anmeldung STOP Fachtagung 2019 (PDF)

Ziele von STOP:

  • Häusliche Gewalt im Rahmen einer koordinierten Interventionsstruktur öffentlich zu machen und langfristig abzubauen, gegebenenfalls unter Einbindung neuer Interventionsbereiche
  • Opferschutz weiterentwickeln
  • Anzahl der Wiederholungstäter minimieren
  • Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit
  • Sensibilisierung des sozialen Nahraums der Opfer, insbesondere der betroffenen Kinder
  • Organisation von Fachtagungen zu unterschiedlichen Schwerpunkten.

Studien belegen, dass Gewalterfahrung in Kindheit und Jugend oft dazu führen, selbst gewalttätig oder Opfer von Partnergewalt zu werden. Zudem kann es zu einer Benachteiligung in Bildung und im Erwerb von Sozialkompetenz kommen. Daher wurde ein Projekt "Hinschauen - Erkennen - Handeln:  Wir alle können etwas tun" für Kinder und Jugendliche bei häuslicher Gewalt auf den Weg gebracht.

Kooperationspartner in der Stuttgarter Ordnungspartnerschaft gegen häusliche Gewalt sind: