Cannstatter Volksfest 2018: Drei Feste für ein Jubiläum

Cannstatter Volksfest, Landwirtschaftliches Hauptfest und Historisches Volksfest laden zum Feiern ein: Vor 200 Jahren rief König Wilhelm I. das "Landwirthschaftliche Fest zu Kannstadt" ins Leben. Das Jubiläum wird in diesem Jahr gleich mit drei Festen gefeiert. Neben dem 173. Cann­statter Volksfest und dem 100. Landwirtschaftlichen Hauptfest auf dem Wasen findet auf dem Schlossplatz das Historische Volksfest statt.

Das Historische Volksfest

Historisches VolksfestVergrößernHistorische Postkarte vom Cannstatter Wasen: Mit dem historischen Volksfest wird diese Zeit mitten im Herzen der damaligen Nachbarstadt Stuttgart wieder zum Leben erweckt. Foto: in.StuttgartHistorische Postkarte vom Cannstatter Wasen: Mit dem historischen Volksfest wird diese Zeit mitten im Herzen der damaligen Nachbarstadt Stuttgart wieder zum Leben erweckt. Foto: in.Stuttgart
Als erstes der drei Feste wurde das Historische Volksfest eröffnet. Seit Mittwoch, 26. September,  hat sich der Schlossplatz in einen traditionellen Jahrmarkt verwandelt. Oberbürgermeister Fritz Kuhn eröffnete den Jubiläumsrummel um 11 Uhr mit dem Fassanstich des eigens gebrauten Biers im Traditionszelt vor dem Neuen Schloss. Bis zum 3. Oktober geht es dann im Herzen von Stuttgart zu wie auf einem Jahrmarkt in alten Zeiten.

Mehrere historische Fahrgeschäfte laden über den Schlossplatz verteilt ein. So ein Hängekarussell von 1905, ein Riesenrad von 1902, eine Raupenbahn von 1926, ein Autoskooter aus den 30er-Jahren oder auch ein nostalgisches Pferdekarussell. Dazu gibt es weitere Kirmes-Spezialitäten, wie Entenangeln oder Hau-den-Lukas.

Freuen können sich die Besucher zudem auf Attraktionen, die heute selten geworden sind. So etwa ein echter Flohzirkus, ein Spiegelkabinett oder eine Illusionsschaubude, in der die "Dame ohne Unterleib" oder die "Schwebende Jungfrau" bestaunt werden können.

Zahlreiche Gaukler und Künstler tragen zur Atmosphäre bei. Eine Seiltanztruppe tritt auf, es gibt ein altes Kasperle-Theater. Die Wahrsagerin Madame Odessa ist ebenso vor Ort wie der Quacksalber Doctor Marrax und seine Gauklertruppe. Drehorgelspieler und der "Vogel Jakob" mit seinen Tierstimmenimitationen sorgen für Unterhaltung.

Die Jubiläumssäule mit der Göttin Concordia wird zu einer Fruchtsäule. Passend dazu ist am Fuß der Säule eine Ausstellung zur Geschichte der Landwirtschaft in Baden-Württemberg aufgebaut. Zudem laden ein traditioneller Krämermarkt auf der Königstraße und ein Handwerkermarkt mitten auf dem Schlossplatz ein.

Im Ehrenhof des Neuen Schlosses ist für die Dauer des Historischen Volksfests ein Traditionszelt aufgebaut, in dem rund 1500 Feiernde Platz finden. Das Brauchtum zeigt sich dort einerseits im Programm. Die Besucher können schwäbische Volksmusik hören und mit Hilfe ­eines "Liederbüchles" auch mitsingen. Zum anderen orientiert sich auch die Speisekarte an den Volksfesten vergangener Zeiten mit Gerichten wie Bratwurst mit Sauerkraut, Gaisburger Marsch, Sauerampfer-Suppe und vielem mehr. Ausgeschenkt wird auf dem Historischen Volksfest ein besonderes Jubiläumsbier, das die Brauereien Dinkelacker und Stuttgarter Hofbräu gemeinsam gebraut haben. Das naturtrübe, bernsteinfarbene Jubiläumsbier wird in speziellen Halbliter Steinkrügen und ausschließlich auf dem Historischen Volksfest ausgeschenkt.

Über das Festgelände mit seinen zahlreichen Attraktionen führt Alber Ritter, erster Prinzipal der Historischen Gesellschaft Deutscher Schausteller, vom 26. September bis 3. Oktober täglich um 11, 13, 15 und 17 Uhr. Anmeldungen unter Telefon 9554-3136 oder per Email an programm@historisches-volksfest.de.

Das Histo­rische Volksfest ist täglich von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Jeder der Festtage steht unter einem Musik- und Brauchtumsmotto, wie ­etwa Schäferlauf, Trachten oder Volkstanz, das bei Auf­führungen und kleinen Umzügen umgesetzt wird. Tanzgruppen aus verschiedenen Teilen Württembergs reisen dazu an.

Weitere Infos: www.historisches-volksfest.de

Übersichtsplan Historisches Volksfest

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Das 173. Cannstatter Volksfest

Cannstatter VolksfestVergrößernIn Zeiten politischer Wirren und wirtschaftlicher Schwäche legten der württembergische König Wilhelm I. und seine Frau Katharina mit der Gründung der 'Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins' 1817 den Grundstein für das, was man heute als Cannstatter Volksfest kennt. Foto: Thomas Niedermüller/LHSIn Zeiten politischer Wirren und wirtschaftlicher Schwäche legten der württembergische König Wilhelm I. und seine Frau Katharina mit der Gründung der 'Centralstelle des landwirtschaftlichen Vereins' 1817 den Grundstein für das, was man heute als Cannstatter Volksfest kennt. Foto: Thomas Niedermüller/LHS
Es ist gute Tradition, das Cannstatter Volksfest mit einem offiziellen Fassanstich zu eröffnen - so auch im Jahr seines 200. Bestehens: Am Freitag, 28. September, hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn um 15 Uhr den Zapfhahn in das erste Bierfass eingeschlagen. In diesem Jahr fand die offizielle Eröffnungsfeier im Schwaben-Bräu-Festzelt "Schwabenwelt" von Festwirt Michael Wilhelmer statt. Erst nach dem erfolgreichen Fassanstich begann in allen Festzelten und Gastronomiebetrieben der Bierausschank. Böllerschüsse an der Fruchtsäule und Büttel mit Glocken verkündeten, dass der Gerstensaft in die Krüge fließen darf.

Bis 14. Oktober sorgen rund 270 Schausteller, Festwirte und Marktkaufleute beim 173. Cannstatter Volksfest für ein unvergessliches Wasenerlebnis. Während spektakuläre Fahrgeschäfte wie das 80 Meter hohe Kettenkarussell "The Flyer", die Loopingbahn "Infinity" oder der Freifallturm "Hangover" für Magenkribbeln und Nervenkitzel sorgen, können sich die Besucher in sieben Bier-, einem Wein- und einem Wein- und Eventzelt sowie zahlreichen kleineren Gastronomiebetrieben kulinarisch verwöhnen lassen und bei passender Musik ausgelassen feiern.

Weitere Infos: www.cannstatter-volksfest.de

Übersichtsplan Cannstatter Volksfest

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Öffnungszeiten Cannstatter Volksfest

Montag bis Donnerstag 12-23 Uhr
Freitag 12-24 Uhr
Samstag 11-24 Uhr
Sonntag 11-23 Uhr

Sonderöffnungszeiten

Freitag 28.09. 15-24 Uhr
Dienstag 02.10. 12-24 Uhr
Mittwoch 03.10. 11-23 Uhr

Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr

Während des Volksfestes wird der erhöhte Besucherandrang nicht ohne Auswirkungen auf die Verkehrssituation bleiben. Denn Parkplätze rund um die Veranstaltung sind Mangelware. Bitte nutzen Sie ausschließlich die ausgeschriebenen Parkmöglichkeiten. Das Parken in den gekennzeichneten Anwohnerparkgebieten rund um den Cannstatter Wasen ist nicht gestattet. Um unnötigen Parksuchverkehr zu vermeiden, benutzen Sie also am besten die öffentlichen Verkehrsmittel, um auf den Cannstatter Wasen zu kommen. 

Mit der S-/Regional-Bahn

S1, S2 oder S3 bzw. R1, R2, R3 oder R8 bis zum Bahnhof Bad Cannstatt. Anschließend weniger als 10 Minuten Fußweg entlang der Beschilderung. Der Zugang über die Unterführung an der Elwertstraße verfügt über eine Kinderwagenrampe.
 

Mit der U-Bahn

Haltestellen in unmittelbarer Nähe des Cannstatter Wasens:

Cannstatter Wasen U11 (Sonderlinie)
NeckarPark (Stadion) U11 (Sonderlinie; nur bei Veranstaltungen im Hallenduo)
Haltestelle Bad Cannstatt Wilhelmsplatz U1, U2, U13
Mercedesstraße U1, U2, U11 (Sonderlinie)


 Mit dem Bus / Nachtbus

Bad Cannstatt Bahnhof  56
NeckarPark (Stadion)  45, 56, N5
Haltestelle Bad Cannstatt Wilhelmsplatz 52, N4, N5, N6


Hier gehts´s zum Fahrplan der VVS: www.vvs.de

Ticket-Tipp:

Zum Volksfest bietet sich das Tages-Ticket (eine oder fünf Personen), das 4er-Ticket oder das Baden-Württemberg-Ticket an.

Familientage

Die beliebten Familientage sind schon lange gute Tradition: Immer mittwochs bieten Schausteller, Wirte und Marktkaufleute ganztägig ermäßigte Preise auf viele ihrer Attraktionen an. Zudem warten auf die kleinen Besucher zahlreiche Überraschungen. Ob Kinderschminken, Clowns, Märchenkarussell oder eine Kindereisenbahn für die Kleinsten - auf dem Volksfest gibt es für jedermann viel zu erleben.

Kindermenüs
Viele Betriebe wie auch die großen Festzelte bieten spezielle Kinderteller an.

Kinderfahrgeschäfte
Bei vielen Betrieben können Eltern ihre Kinder kostenlos zur Betreuung begleiten - die Schausteller freuen sich auf Ihren Besuch.

Wickelräume
Neben den kostenlosen Toiletten gibt es an verschiedenen Stellen Wickelräume.

Kindersammelstelle
Das Deutsche Rote Kreuz hat seit vielen Jahren eine Kindersammelstelle eingerichtet. Dort werden verloren gegangene Kinder betreut und können von Ihren Familien abgeholt werden.

Spannendes Familienprogramm
Ein besonderes Highlight für Familien ist unter anderem der Volksfestumzug am ersten Festsonntag, bei dem bis zu 3.500 Mitwirkende, Traktoren, alte Handwerkszünfte und vor allem viele Tiere zu bestaunen sind.

Zugang zum Wasen
Wer vom Bahnhof Bad Cannstatt aus zum Volksfest läuft, für den empfiehlt es sich, den Wasen über die Unterführung an der Elwertstraße zu betreten. Diese verfügt über eine Kinderwagenrampe.

Heimweghilfe

Service wird auf dem Cannstatter Volksfest groß geschrieben. Ein Beispiel ist die in Deutschland einzigartige Heimweghilfe. Diese steht seit 1965 mit nur einem Jahr Unterbrechung immer auf dem Wasen zur Verfügung.

Das Prinzip ist so einfach wie erfolgreich: Der Volksfestbesucher kommt mit seinem eigenen Auto auf den Wasen. Nach einem angenehmen Aufenthalt und dem Genuss der einen oder anderen Maß kann er sich im eigenen Auto nach Hause fahren lassen. Es entstehen lediglich die Taxikosten für den Rücktransport des Fahrers.

Die kostenlose Heimweghilfe ist im Wasengebäude der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft neben dem Deutschen Roten Kreuz untergebracht und während der Festzeiten täglich ab 20 Uhr unter der Telefonnummer +49 711 9554-3333 zu erreichen.



100. Landwirtschaftliches Hauptfest

Landwirtschaftliches HauptfestVergrößernDas landwirtschaftliche Hauptfest: Unter dem Motto 'Landwirtschaft erLEBEN' dreht sich neun Tage lang auf dem Cannstatter Wasen alles um Tiere, Technik, Natur und Ernährung. Foto: in.StuttgartDas landwirtschaftliche Hauptfest: Unter dem Motto 'Landwirtschaft erLEBEN' dreht sich neun Tage lang auf dem Cannstatter Wasen alles um Tiere, Technik, Natur und Ernährung. Foto: in.Stuttgart
Der Traditionsmorgen des Cannstatter Volksfestes dient alle vier Jahre zur Eröffnung des Landwirtschaftlichen Hauptfests, der größten süddeutschen Fachausstellung für Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft - in diesem Jahr zur Eröffnung ihrer 100. Ausgabe. Am Samstag, 29. September, um 10 Uhr startete das Landwirtschaftliche Hauptfest mit der Eröffnungsfeier im Gastronomiezelt.

Unter dem Motto "Landwirtschaft erLEBEN" dreht sich neun Tage lang auf dem Cannstatter Wasen alles um Tiere, Technik, Natur und Ernährung. Mehr als 600 Aussteller sorgen für vielfältige Einblicke in die moderne Landwirtschaft.

Die Landtechnik mit ihren Großmaschinen beansprucht den größten Teil der insgesamt rund 130.000 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche. In neun Messehallen und sechs Tierzelten sowie auf dem Freigelände mit mehr als 34.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche lässt sich die gesamte Land- und Forstwirtschaft in all ihren Facetten erleben.

Das Landwirtschaftliche Hauptfest kann bis zum 7. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr besucht werden.

Weitere Infos: www.lwh-stuttgart.de

Rahmenprogramm LWH

Das 100. Lanwirtschaftliche Hauptfest bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm. In Halle 1 präsentieren sich traditionell der Landesbauernverband in Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Informativ, kulinarisch, unterhaltsam - dieser Mix passt und so wird die Halle 1 mit ihrer Showbühne sicher wieder ein beliebter Anlaufpunkt für viele Besucher. Weitere Anziehungspunkte sind die Halle Regionen, die Tierzelte mit mehr als 600 Tieren, das Maschinenvorführgelände und das Reitstadion.



Historischer Volksfestumzug 2018

Volksfestumzug 2017VergrößernHat eine langes Tradition: Der Volksfestumzug durch die historischen Gassen von Bad Cannstatt. Foto: Max KovalenkoHat eine langes Tradition: Der Volksfestumzug durch die historischen Gassen von Bad Cannstatt. Foto: Max Kovalenko
Mit seiner 200-jährigen Geschichte hat das Volksfest eine große Tradition vorzuweisen. Und diese wird auch gepflegt: Ein Erlebnis für die ganze Familie ist der Volksfestumzug, der immer am ersten Festsonntag stattfindet - und im Jubiläumsjahr sich noch prächtiger präsentieren wird.

Fünf Jahre haben die Mitglieder des Cannstatter Volksfestvereins an der Replik des historischen Festzugs von 1841 gearbeitet. Zwölf Festwagen wurden mit einem Gesamtaufwand von über 100.000 Euro rekonstruiert und nachgebaut, historische Fahnen reproduziert und Gruppen aufgespürt, die schon damals dabei waren. Damals, das war am 27. September 1841, als Württemberg das 25-jährige Regierungsjubiläum des beliebten Herrschers und Volksfestgründers, König Wilhelm I. mit einem "Festzug der Württemberger" feierte.

Liebevoll gestaltete Festwagen und mehr als 150 Pferde, Ochsen, Kühe, Geißen, schwäbisch-hällische Landschweine und anderes Getier gaben diesem Festzug in diesem Jahr eine außergewöhnliche Note. Bunte Trachtengruppen und Musikkapellen, Gruppen und Bürgerwehren aus dem ganzen Land zogen vom Kursaal durch die historischen Gassen Bad Cannstatts bis zum Wasen. Jedes Jahr verfolgen rund 250.000 begeisterte Zuschauer das Spektakel am Straßenrand, rund einen halbe Million im Südwestfernsehen.

Organisiert wird der Volksfestumzug vom Cannstatter Volksfestverein. Dieser wurde 1994 zur Erhaltung der Traditionen des Cannstatter Volksfestes gegründet und umfasst rund 560 Mitglieder.

2018 fand der Historische Festzug am Sonntag, 30. September, ab 11 Uhr statt. Sowohl Oberbürgermeister Fritz Kuhn als auch Erster Bürgermeister Michael Föll nahmen daran teil.

Der Cannstatter Volksfestverein produziert übrigens eine sehr ausführliche Volksfestzeitung, die auf der Homepage des Vereins heruntergeladen werden kann: www.cannstatter-volksfestverein.de/seiten/zeitung/zeitung.
 


Historie des Cannstatter Volksfests

Historie Cannstatter VolksfestVergrößernDas Cannstatter Volksfest blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Foto: in.stuttgart/VolksfestvereinDas Cannstatter Volksfest blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Foto: in.stuttgart/Volksfestverein
200 Jahre ist es her, dass König Wilhelm von Württemberg an seinem Geburtstag, dem 28.September, das erste Volksfest auf dem Wasen eröffnete. Aus dem Landwirtschaftsfest hat sich seitdem eine Massenveranstaltung entwickelt, die jedes Jahr Millionen von Menschen ans Neckarufer lockt.

Die Geschichte des Cannstatter Volksfests beginnt über 12000 Kilometer Luftlinie vom Wasen entfernt. Mit dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora 1815, einer gigantischen Naturkatastrophe. Die gewaltige Menge vonStaubteilchen verteilte sich über die ganze Erde und sorgte so auch in Württemberg für Missernten. In den folgenden Jahren waren die Winter bitterkalt und viele Menschen hungerten.

Das Ziel des Königs
Mitten in diese Zeit fiel der Tod des ersten württembergischen Königs Friedrich und die Thronbesteigung seines Sohnes Wilhelm. Der machte die Landwirtschaft zu seinem wichtigsten innenpolitischen Thema, mit dem Ziel, Hungersnöte in Zukunft zu vermeiden. 1818 gründete er deshalb die Universität Hohenheim und im selben Jahr eröffnete er an seinem Geburtstag, am 28.September, erstmals das "Landwirthschaftliche Fest zu Kannstadt". Das Fest sollte zeigen, wie leistungsfähig die württembergische Landwirtschaft ist und die Bauern im Lande durch Preise für herausragende Viehzucht würdigen. Schon in seinem ersten Jahr war dieses Landwirtschaftsfest verbunden mit einem allgemeinen Volksfest, mit Schausteller- und Versorgungsbuden.

Das Spektakel dauerte damals einen Tag. Und an diesem kamen rund 30000 Besucher auf den Wasen - bei einer Einwohnerzahl von 3000 in Cannstatt und 22 000 in Stuttgart eine mehr als stattliche Anzahl.

Alljährlicher Pflichttermin
Das Landwirtschaftliche Hauptfest, die Leistungsschau der württembergischen Landwirtschaft, findet wegen des großen Organisationsaufwands inzwischen alle vier Jahre statt, das Volksfest indes gehört alljährlich zum Pflichtprogramm im Kalender eines Feierschwaben. Insgesamt gab es in den 200 Jahren nur 28 Jahre ganz ohne Volksfest, hauptsächlich bedingt durch die beiden Weltkriege und eine Phase gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als König Karl das Fest nur alle zwei Jahre stattfinden ließ.

In zwei Jahrhunderten haben sich viele Attraktionen verändert, doch manche sind auch langlebig. So gehörten immer wieder Umzüge zu den Volksfesten, einer der größten 1841 zum 25-jährigen Kronjubiläum König Wilhelms. Jährlich findet der Volksfestumzug jedoch erst seit 1998 statt.

Eines der langlebigsten Bestandteile und das Wahrzeichen des Volksfests war und ist die Fruchtsäule. Bereits 1818 gab es eine hoch aufragende Säule, die mit Früchten, Getreide und Gemüse geschmückt war. Die erste Fruchtsäule war von König Wilhelm I. gestiftet und vom berühmten Baumeister Nikolaus von Thouret entworfen und erbaut worden.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie wegen dieser Herkunft und der königsblauen Farbe als "monarchistisches Überbleibsel" betrachtet und einige Jahre nicht mehr aufgestellt. Zum 100. Volksfest 1935 hat man die Tradition wieder aufgenommen und seitdem schmückt sie alljährlich den Festplatz.

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