Informationen zur nachhaltigen Mobilität

Welche Verbesserungen sind im ÖPNV geplant?

Über 600.000 Menschen nutzen täglich den öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart - und die Fahrgastzahlen steigen. Das Angebot wird daher kontinuierlich ausgebaut.

Mit Beginn der neuen Feinstaubalarm-Periode am 15. Oktober 2018 hat auch die neue Schnellbuslinie X1 ihren Betrieb aufgenommen. Der X1 verbindet Bad Cannstatt mit der Stuttgarter Innenstadt und verkehrt Montag bis Freitag von 6 bis 20:30 Uhr im 5-Minuten-Takt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 geht die neue Stadtbahnlinie U16 an den Start. Sie ist auf folgender Strecke unterwegs: Giebel - Feuerbach - Pragsattel - Wilhelmsplatz Bad Cannstatt - Augsburger Platz - Fellbach. Die U16 wird die stark nachgefragten Streckenabschnitte der U13 und der U1 entlasten. Sie wird in den Hauptverkehrszeiten im10-Minuten-Takt unterwegs sein, so dass dann westlich und östlich des Knotenpunkts Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt ein 5-Minuten-Takt angeboten werden kann.

Neben der Schnellbuslinie X1 wird zum Fahrplanwechsel 2018 auch eine zweite Schnellbuslinie an den Start gehen. Die X2 verbindet Leonberg mit der Stuttgarter Innenstadt und verkehrt von Montag bis Freitag zwischen 6:00 Uhr und 20:30 Uhr im 30-Minuten-Takt. Die Linie X2 verkehrt auf Taktlücke zur Linie 92 und stellt somit einen 15-Minuten-Takt zwischen Leonberg und Stuttgart her. Im Vergleich zur Buslinie 92 hat die Linie X2 weniger Haltstellen und eine direktere Linienführung, was zu attraktiveren Reisezeiten führt.

Bis 2020 soll zudem die U5 von Leinfelden Bahnhof bis zur Haltestelle Neuer Markt verlängert werden. Voraussichtlich 2021 wird nach Plänen der SSB die U6 bis zur Messe/Flughafen fahren. Ab 2021 startet der Ausbau der Linie U1, sodass auf ihrer Strecke Doppelzüge mit 80-Meter-Zügen fahren können.

Bereits Ende 2017 ist die Stadtbahnlinie U19 von Neugereut bis zum Neckarpark in den Dauerbetrieb gegangen. Sie fährt jetzt werktags zwischen 6 und 20 Uhr im 10-Minuten-Takt und entlastet damit die U2, die im Abschnitt zwischen Neugereut und Bad Cannstatt sehr stark frequentiert ist. Im Dezember 2017 wurde zudem die Stadtbahnlinie U12 vom Hallschlag bis nach Remseck verlängert und mit der Haltestelle Budapester Platz eine neue Anbindung an das Europaviertel geschaffen. Tagsüber werden dort erstmals 80-Meter-Züge (Doppeltraktions-Züge) eingesetzt. Damit erhöht sich auf der gesamten Strecke zwischen Remseck und Dürrlewang deutlich die Kapazität, was sich insbesondere auf den Innenstadtbereich entlastend auswirkt. Zudem verringert sich die Fahrzeit vom Stadtbezirk Mühlhausen und von der Nachbarkommune Remseck in die Innenstadt um fünf Minuten im Vergleich zur U14.

Verbesserungen gibt es auch im S-Bahn-Verkehr. So soll bis Dezember 2021 stufenweise der 15-Minuten-Takt ausgedehnt werden. Außerdem wird der Flughafen ab Ende 2018 bereits gegen 5 Uhr, und damit eine Stunde früher als heute, mit der ersten S-Bahn erreichbar sein. Bereits seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 fahren die Nacht-S-Bahnen in den Wochenendnächten rund um die Uhr stündlich im gewohnten Takt der jeweiligen Linie.

Auch der Busverkehr wird weiter ausgebaut: Ende 2016 startete das neue Expressbus-System "RELEX" des Verbands Region Stuttgart, das größere Städte und wichtige Standorte in der Region (z. B. Flughafen/Messe, Universitäten, Arbeitsplatzschwerpunkte) direkt verbindet. Die Busse fahren auf den Linien Kirchheim (Teck) - Stuttgart Flughafen/Messe, Waiblingen - Esslingen und Leonberg - Stuttgart Flughafen/Messe montags bis freitags in der Hauptverkehrszeit alle 30 Minuten (6:30-8:30 Uhr und 15:30-17:30 Uhr), ansonsten von 5 bis 24 Uhr im Stundentakt.

Wie sieht der neue VVS-Tarif aus?

Mit dem neuen VVS-Tarif, der am 1. April 2019 in Kraft tritt, wird das Tarifzonensystem grundlegend einfacher und übersichtlicher. Für viele Kunden wird es zudem günstiger, weil sie weniger Zonen zahlen müssen als bisher. Die heutigen Tarifzonen 10 und 20 im Stadtgebiet Stuttgart werden zur künftigen Tarifzone 1 zusammengelegt. Außerdem fallen die Sektorengrenzen in den Außenringen weg und die zwei Außenringe 60 und 70 werden zur neuen Tarifzone 5 zusammengefasst. In den Landkreisen wird es jeweils maximal vier Ringzonen geben.

Für viele Fahrgäste bedeutet die Reform eine Preisersparnis von 25 bis 30 Prozent. Manche Stammkunden werden pro Jahr 200 bis 300 Euro weniger für ihr Ticket zahlen - und das nicht nur für die Fahrt in die Stuttgarter City, sondern auch bei tangentialen Verbindungen. Dadurch, dass die Fahrgäste künftig weniger Tarifzonen befahren und deswegen weniger bezahlen, kommt es bei den Verkehrsunternehmen zu Einnahmeausfällen von rund 42 Millionen Euro jährlich. Das Land Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart und die Verbundlandkreise Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr-Kreis haben zugesagt, die Einnahmeausfälle in Höhe von 42 Millionen Euro pro Jahr zu tragen.

Wie umweltfreundlich sind die Busse?

Die SSB ist bestrebt, den emissionarmen bzw. -freien Betrieb kontinuierlich auszubauen. Dies ist aber abhängig von der Finanzierbarkeit der einzelnen Maßnahmen. Zum Ende 2018 betreibt die SSB 271 Busse, darunter 89 EURO VI-Busse, 37 Hybridbusse und 4 Brennstoffzellenbusse. Ab März 2019 sind alle Dieselbusse mit einer Stickoxidreduzierung ausgestattet.

Seit dem 1. Januar 2018 sind auf den Buslinien im Stuttgarter Talkessel nur noch Busse mit Euro-VI-Standard oder innovativen Antrieben unterwegs.

Was ist die polygoCard?

Ob nun Carsharing, Rad-, Bus- oder Bahnfahren: Um die verschiedenen Angebote einfacher miteinander kombinieren zu können, gibt es im VVS die polygoCard. Die polygoCard ist eine Multifunktions-Chipkarte: Sie dient als E-Ticket für den ÖPNV, als Bibliotheksausweis oder zur Nutzung von Carsharing-Flotten, Leihfahrrädern und vielem mehr. Diese unterschiedlichen Leistungen sind Angebote, die sich polygo-Nutzer individuell zusammenstellen können. Alle Optionen sind auf der Karte technisch bereits vorhanden, müssen vom Nutzer aber aktiv freigeschaltet werden.

Die polygoCard ersetzt zum Beispiel bei den Abos die Kombination aus Verbund- bzw. Mobilpass mit Wertmarke und wird automatisch bei der Verlängerung des Abos zum neuen Vertragsjahr zugeschickt. Kunden, die neu in ein VVS-Abo einsteigen, erhalten die polgoCard direkt zu Beginn der Abolaufzeit.

https://www.mypolygo.de/

Wie komme ich an ein Firmen-/Jobticket?

Das VVS-Firmen-Abo ist ein Jahres-Abo, mit dem die VVS-Verkehrsmittel nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch in der Freizeit zu guten Konditionen genutzt werden können. Gegenüber dem regulären JahresTicket ist das Firmen-Abo um 5 Prozent rabattiert. Es kann von Mitarbeitern bestellt werden, deren Arbeitgeber eine entsprechende FirmenTicket-Vereinbarung mit der SSB oder DB abgeschlossen haben. Bezahlt der Arbeitgeber einen Fahrtkostenzuschuss von mindestens zehn Euro pro Monat und Mitarbeiter, verdoppelt sich sogar der Rabatt von fünf auf zehn Prozent. Außerdem ist es dann auch möglich zur Erreichung der Mindestbestellmenge an einer Sammelbestellung teilzunehmen. Das Firmen-Abo wird nach Hause geschickt und die Bezahlung erfolgt per Abbuchung.

Mehr als 1.000 Unternehmen in Stuttgart und Region bezuschussen inzwischen ihren Mitarbeitern ein Firmen-Abo. Die Stadtverwaltung und das Klinikum ermöglichen ihren Mitarbeiten das vergünstigte Fahren mit Bus und Bahn mit dem so genannten Jobticket schon seit April 2014. Aktuell nutzen rund 11.500 Mitarbeiter der Stadt das von der Stadt bezuschusste Ticket.

Tipp: Seit Januar 2018 bietet der VVS auch das 9-Uhr-Ticket als Firmen-Abo an. Das 9-Uhr-Firmen-Abo ist somit je nach Preisstufe zwischen 20 und 30 Prozent günstiger als der Jedermann-Tarif. Gültig ist das 9-Uhr-Firmen-Abo für beliebig viele Fahrten in allen VVS-Verkehrsmitteln ab 9 Uhr an Werktagen, am Wochenende und Feiertagen ganztägig.

www.vvs.de/firmen-abo

Kann man mehr Expresszüge einsetzen?

Bei den auf Stuttgart zulaufenden Bahnstrecken müssen sich die Regionalzüge die Gleise mit dem Fernverkehr und teilweise auch mit der S-Bahn und dem Güterverkehr teilen. Der spontane Einsatz eines zusätzlichen Zuges auf einer Linie ist - zumindest in den Hauptverkehrszeiten - wegen der Trassenkonflikte mit anderen Zügen kaum möglich. Um einen zusätzlichen Zug fahren zu lassen, müssen die Fahrpläne mehrerer Linien angepasst werden. Das ließe sich deshalb nur langfristig umsetzen.

Das Land Baden-Württemberg als Verantwortlicher für den Regionalzugverkehr beabsichtigt jedoch im Zuge der Vergabeverfahren für die Regionalzüge rund um Stuttgart die Neuordnung des gesamten Angebots mit verbesserten Fahrplänen. Damit werden beginnend ab Juli 2019 deutlich mehr Züge eingesetzt werden.

Im Raum Stuttgart wird es ein vertaktetes Metropol-Express-System mit den Endpunkten Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen, Tübingen, Geislingen an der Steige, Horb und Pforzheim geben, das ganztägig im 30-Minuten-Takt betrieben wird. Der ÖPNV-Pakt, den das Land Baden-Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart und die VVS-Landkreise Anfang 2014 geschlossen haben, sieht vor, dieses System schrittweise einzuführen.

Wie steht es um den Ausbau des Radverkehrs?

Das Stuttgarter Radverkehrsnetz ist inzwischen 195 Kilometer lang. Allein in den letzten zehn Jahren wurden damit über 110 Kilometer neue Radverkehrsanlagen im Stuttgarter Stadtgebiet gebaut.

Die Fahrradförderung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität. Deshalb wurden die Mittel für die Radverkehrsförderung im Doppelhaushalt 2018/19 deutlich erhöht. Der ursprüngliche Radetat wurde nahezu verdoppelt. Seit diesem Jahr stehen für die Radverkehrsförderung dauerhaft 5,6 Mio. Euro pro Jahr für Planungs- und Investitionsmittel zur Verbesserung des Radverkehrs, für Fahrrad-Service-Stationen sowie den Betrieb des Radverleihsystems zur Verfügung.
In 2018/19 werden dazu eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, wie die Eröffnung weiterer Fahrradstraßen oder die Markierung von Schutzstreifen. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Hauptradrouten, sondern das gesamte Netz.

Zur Verbesserung der Infrastruktur gehören neben dem Ausbau der Wegweisung auch die Bereitstellung von neuen Abstellanlagen. In Zukunft sollen Fahrradparkhäuser den Radfahrern trockene und sichere Abstellanlagen anbieten. Dies ist besonders wichtig, da der Anteil der Radfahrer mit Pedelecs zunimmt, und diese für die teuren Räder eine sichere Abstellmöglichkeit brauchen. Der Gemeinderat hat für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen auch zusätzliches Personal für die Radverkehrsförderung bewilligt.

Der erkennbar gestiegene Anteil an Radfahrern in Stuttgart soll durch Radschnellverbindungen noch einmal eine große Steigerung erfahren. In einer Machbarkeitsstudie werden zurzeit die Verbindungen in Stuttgart und den angrenzenden Landkreisen untersucht. Viele Radfahrer, die täglich zur Arbeit nach Stuttgart pendeln, kommen aus den Nachbarkreisen. Die Fahrradförderung hört deshalb nicht an der Gemarkungsgrenze auf.

Am 1. Mai 2018 ist zudem das neue Fahrrad-Verleihsystem "RegioRadStuttgart" an den Start gegangen. In der Landeshauptstadt und weiteren Kommunen in der Region stehen rund 750 Fahrräder und 400 Pedelecs im blauen Design zur Verfügung, mit denen man kreuz und quer durch die Region fahren kann. Die Räder und Pedelecs müssen nicht zum Startpunkt zurückgebracht werden, man kann sie einfach an eine der über 100 Ausleihstationen abgegeben. Allein in Stuttgart gibt es rund 75 Stationen. Außer in der Landeshauptstadt ist die Ausleihe unter anderem auch in Leinfelden-Echterdingen, Gerlingen, Schwäbisch Gmünd, Schorndorf, Waiblingen, Kernen im Remstal, Urbach, Böblingen und Eislingen/Fils möglich. Tipp: Mit der polygoCard des VVS kann man die Fahrräder und Pedelecs in der ganzen Region die ersten 30 Minuten kostenlos nutzen.

Was tut die Stadt zur Verflüssigung des Verkehrs?

Die Stadt arbeitet seit Jahren konsequent an einer Optimierung des Verkehrsflusses. 2006 hat sie dafür eigens die Integrierte Verkehrsleitzentrale (IVLZ) gegründet, die im Durchschnitt täglich über 100 mal in den Verkehr steuernd und lenkend eingreift, um diesen zu verstetigen, Staus zu verhindern oder abzubauen.

Die IVLZ wird kontinuierlich ausgebaut, so wird die Stadt in den nächsten Jahren zusätzlich über 3,5 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der IVLZ investieren. Damit sollen die Verkehrsteuerung und Verkehrsverstetigung im Individualverkehr und dem ÖPNV im Stadtgebiet verbessert werden. Des Weiteren werden weitere innovative Projekte im Verkehrsmanagement, welche direkten oder indirekten Einfluss auf die Umwelt haben, von der IVLZ begleitet und umgesetzt.

Zur Verflüssigung hat die Stadt zudem auf zahlreichen Steigungsstrecken Tempo 40 eingeführt. Die Steuerung des Verkehrs erfolgt auch über flexible Geschwindigkeitsanzeigen, z.B. im Bereich des Neckartors mit dem Schild "Grüne Welle bei Tempo 30/40/50".

Es gibt für Autofahrer 70 "Grüne Wellen" in Stuttgart. Die längste grüne Welle umfasst 21 Anlagen und führt von der Immenhofer Straße ab Zellerstraße über Paulinenbrücke - Theodor-Heuss-Straße - Friedrichstraße bis Heilbronner Straße auf Höhe Friedhofstraße.

"Grüne Welle" genießen aber auch Busse und Stadtbahnen. Und auch Fußgänger oder Radfahrer wollen möglichst schnell durch die Stadt kommen. Die Planung von Ampelschaltungen erfolgt deshalb immer unter Berücksichtigung aller Verkehrsarten. Diese stehen aber meist in Konkurrenz zueinander. Jede Verkehrsart soll möglichst schnell und lange Grün bekommen, um Wartezeiten zu minimieren und die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Eine längere Grünzeit zum Beispiel für Fußgänger bedeutet aber immer automatisch, dass einem anderen Verkehrsteilnehmer Grünzeit genommen werden muss. Deshalb wird jede einzelne Ampelanlage sehr differenziert betrachtet, zum Teil mit unterschiedlicher Gewichtung der Grünzeiten für die einzelnen Verkehrsarten je nach Tageszeit.

Wie umweltfreundlich sind gasbetriebene Fahrzeuge?

Bei den Emissionen von Fahrzeugen unterscheidet man grundsätzlich zwischen den Luftschadstoff-Emissionen (z.B. Feinstaub, Stickstoffdioxid) und den Treibhausgas-Emissionen (z.B. Kohlendioxid, Methan).

Bezüglich der Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Emissionen sind Erdgas-(CNG)-PKW vergleichbar mit Benzin-PKW der jeweiligen Schadstoffklasse. Technisch gesehen handelt es sich auch um den gleichen Verbrennungsmotortyp (Ottomotor), wobei viele PKW sogar bivalent sind, also wahlweise mit Erdgas oder mit Benzin betrieben werden können.

Da moderne Ottomotoren aus Gründen der Energieeffizienz höher verdichtet werden, stoßen sie sowohl im Benzin- als auch im Erdgasbetrieb im Vergleich zu früheren Modellen mehr Stickstoffdioxid aus. Dennoch emittieren Erdgas- und Benzin-PKW im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen deutlich weniger Stickstoffdioxid.

Bezüglich Feinstaub-Emissionen sind auf Basis der Abgasnorm Euro 5 Erdgas-, Benzin- und Diesel-PKW auf einem Niveau*. Ab Euro 6 gilt dies theoretisch auch für die Stickstoffdioxid-Emissionen, allerdings sind die realen Emissionen bei Diesel-PKW, vereinzelt aber auch bei Benzinern insbesondere im Stadtbetrieb, deutlich höher als Euro 6-Standard dies verlangt. Der Stickstoffdioxid-Ausstoß von Erdgas-PKW ist hier vergleichsweise geringer.

Flüssiggas-(LPG)-PKW sind bezüglich der Schadstoff-Emissionen ebenfalls auf Benziner-Niveau (Euro 5 und Euro 6), allerdings haben sie im Vergleich zu Erdgas deutlich höhere Kohlendioxid-Emissionen (CO2) und noch höhere als Diesel-PKW.

Hinsichtlich der Treibhausgas-Emissionen gibt es bei Erdgas-Fahrzeugen im Gegensatz zu allen anderen geringfügige Methan-Emissionen, die sich aber durch einen angepassten Katalysator reduzieren lassen. Generell gilt aber u.a. nach einer Studie des TÜV Saarland zu "Kohlendioxid-Emissionen von gasbetriebenen Personenkraftfahrzeugen", dass motorleistungs-unabhängig Erdgas-(CNG)-Fahrzeuge den geringsten CO2-Ausstoß haben, dann folgen Diesel-, Flüssiggas(LPG)- und Benzin-Fahrzeuge.

* (CNG und LPG - Potenziale dieser Energieträger auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energieversorgung des Straßenverkehrs, Kurzstudie im Auftrag des BMVBS, 2013).

Wie steht es um den städtischen Fuhrpark?

Auch die Stadtverwaltung leistet einen Beitrag zur Reduzierung der Luftschadstoff-Belastung. So hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn bereits 2013 einen Elektro-Smart übernommen, mit dem er Dienstfahrten innerhalb Stuttgarts zurücklegt. Auch Umweltbürgermeister Peter Pätzold fährt eine vollelektrische B-Klasse.

Der städtische Fuhrpark wird schrittweise vollständig auf emissionsfreie bzw. emissionsarme Antriebsarten umgestellt. Aktuell sind acht Hybridfahrzeuge, 20 vollelektrische Pkw, 17 E-Roller und über 60 Pedelecs im dienstlichen Einsatz. Mit den Pedelecs können die Beschäftigten kürzere und mittlere Dienstwege zurücklegen. 16 weitere vollelektrische Pkw werden demnächst im Einsatz sein, acht werden noch geliefert. Ab 2019 sollen zudem weitere 30 vollelektrische Pkw angeschafft werden.

Auch der Eigenbetrieb AWS (Abfallwirtschaft Stuttgart) leistet einen Beitrag zur Luftreinhaltung. 2016 wurden die ersten sieben Diesel-Abfallsammelfahrzeuge durch Fahrzeuge mit Erdgasmotor Econic NGT (Natural Gas Technology ) ersetzt. Diese sind nicht nur leiser, sondern stoßen auch deutlich weniger Stickstoffdioxid und Feinstaub aus.

Gleichzeitig fördert die Stadt auch die Elektromobilität ihrer Bürger. So hat die Stadt kürzlich ein Förderprogramm für E-Lastenräder für Familien und Alleinstehende mit Kindern aufgelegt (www.stuttgart.de/lastenrad). Darüber hinaus gibt es eine Förderung für E-Taxis, wenn das Fahrzeug mit dem Schriftzug "E-Taxi" beklebt wird. Diese finanzielle Unterstützung wird flankiert durch die Errichtung dreier Taxi-exklusiver Schnelllader.

Die "Abwrackprämie" für Zweiräder wird ebenfalls vorangetrieben. Die Landeshauptstadt Stuttgart plant daher ein Förderprogramm für die Beschaffung von E-Zweirädern, wenn zeitgleich ein Zweitakt-Zweirad abgemeldet wird. Die Förderung soll Anfang 2019 eingeführt werden.

Wo kann ich mich informieren?

Die Mobilitätsberatung im i-Punkt, Königstraße 1A, bietet Stuttgarter Bürgern sowie Besuchern der Stadt einen persönlichen, kostenlosen Service an. Beraten wird zu Anfragen im Bereich umweltfreundliche Mobilität und auf Wunsch werden individuell angepasste Routen- und Wegeempfehlungen angeboten. Im Rahmen des Beratungsangebots rund um eine umweltfreundliche Mobilität in Stuttgart werden Interessierte auch zu den Themen Carsharing, Fahrgemeinschaften, Parken und der Polygo-Card informiert.

Königstraße 1A, 70173 Stuttgart
Tel. 0711/216-88900, mobil@stuttgart.de
Mo-Fr 9-12 Uhr, Sa 9-18 Uhr 

Ob Verbindungen oder Tarife von Bus, Bahn, Carsharing oder Fahrrad - unter der regionalen Mobilitätsnummer Tel. 0711/320 66 222 erhalten Interessierte seit dem 1. Oktober 2018 rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche Auskunft zum Thema Mobilität im VVS-Gebiet. Informiert wird dabei unter anderem auch über Park+Ride, CO2-Einsparmöglichkeiten, On-Demand-Angebote oder Anschlusstaxis.