Informationen zur nachhaltigen Mobilität

Welche Verbesserungen sind im ÖPNV geplant?

Die Stadt Stuttgart hat ein dichtes und gut funktionierendes Netz an Bus-, Stadtbahn- und S-Bahnlinien. Über 900.000 Menschen nutzen täglich den öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart - und es werden immer mehr. Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut.

Seit dem 1. April 2019 gilt im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) ein neues Tarifzonensystem: Aus 52 Tarifzonen wurden fünf Ringzonen im VVS-Kerngebiet. Viele Fahrgäste profitieren davon. Manche sparen zwischen 25 und 30 Prozent, in Einzelfällen auch mehr. Aus den bisherigen Tarifzonen 10 und 20 in Stuttgart wurde die Tarifzone 1. Die Sektorengren­zen in den Außenringen fielen weg und die zwei Außenringe 60 und 70 wurden zur neuen Tarifzone 5 zusammengefasst. Die Landeshauptstadt Stuttgart und die vier Verbundlandkreise finanzieren die Tarifreform mit einem Betrag von bis zu 42,1 Millionen Euro pro Jahr. Auch das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an der Finanzierung.

Verbesserungen gibt es zudem beim Fahrplan von S-Bahn und Stadtbahn. Im S-Bahn-Verkehr wird bis Ende 2020 schrittweise der 15-Minuten-Takt auf den ganzen Tag ausgedehnt.

Im Herbst 2018 ist die neue Schnellbuslinie X1 gestartet. Der X1 verbindet Bad Cannstatt mit der Stuttgarter Innenstadt und fährt montags bis freitags von 6 bis 20.30 Uhr im 5-Minuten-Takt.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 ist eine zweite Schnellbuslinie an den Start gegangen: Der X2 verbindet Leon­berg mit der Stuttgarter Innenstadt und verkehrt von Montag bis Freitag zwischen 6 und 20.30 Uhr im 30-Minuten-Takt.

Die neue Stadtbahnlinie U16 fährt seit dem Fahrplanwechsel zwischen Giebel und Fellbach von Montag bis Freitag morgens und abends in den Hauptverkehrszeiten.

Im Dezember 2019 soll die Schnellbuslinie X7 hinzukommen, die ganztägig in einem 30-Minuten-Takt die Strecke Harthau­sen - Bonlanden - Plattenhardt - Stetten - Fasanenhof - Landhaus - Sternhäule - Degerloch ZOB verbinden wird.

Die Buslinie 65 (Obertürkheim - Plieningen) wird beschleunigt und bis zum Flughafen verlängert, die Innenstadtlinie 42 erhält einen verlängerten 7,5-Minuten-Takt (bis ca. 19 Uhr) und die Buslinie 80 (Bahnhof Vaihingen - Synergiepark) wird in ihrem Linienverlauf an die veränderte Nachfrage angepasst und erhält in den Hauptverkehrszeiten einen 5-Minuten-Takt.

Mit SSB Flex bietet die SSB zudem täglich von 18 bis 2 Uhr sowie freitags und samstags bis 4 Uhr ein Ride-Sharing-Angebot. Dieses ist per App zugänglich und gilt seit dem Sommer im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet. Die App SSB Flex ist im Apple App Store und bei Google Play kostenlos erhältlich.

Wie sieht der neue VVS-Tarif aus?

Seit dem 1. April 2019 gilt der neue VVS-Tarif - es ist die größte Reform in der 40-jährigen Verbundgeschichte. Das Tarifzonensystem ist schlanker geworden: Aus den bisher über 50 Tarifzonen wurden fünf Ringzonen im Kerngebiet des VVS. Das Tarifsystem ist damit einfacher und übersichtlicher. Viele Fahrgäste sparen mit dem neuen Tarif aber auch - vor allem für die zahlreichen Pendler, die täglich in die Landeshauptstadt kommen, ist es günstiger geworden. Die Tarifzonen 10 und 20 in Stuttgart wurden zur Tarifzone 1 zusammengefasst. Damit kostet ein Einzelticket im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet fortan 2,50 Euro und ein Tagesticket 5,20 Euro (über das Handy 5 Euro). Zudem fallen die Sektorengrenzen in den Außenringen weg und die zwei Außenringe 60 und 70 sind zur neuen Ringzone 5 vereinigt worden. Mehr Infos unter www.vvs.de/einfachmachen.

Für viele Fahrgäste bedeutet die Reform eine Preisersparnis von 25 bis 30 Prozent. Manche Stammkunden werden pro Jahr 200 bis 300 Euro weniger für ihr Ticket zahlen - und das nicht nur für die Fahrt in die Stuttgarter City, sondern auch bei tangentialen Verbindungen. Dadurch, dass die Fahrgäste künftig weniger Tarifzonen befahren und deswegen weniger bezahlen, kommt es bei den Verkehrsunternehmen zu Einnahmeausfällen von rund 42 Millionen Euro jährlich. Das Land Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart und die Verbundlandkreise Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr-Kreis haben zugesagt, die Einnahmeausfälle zu tragen.

Wie umweltfreundlich sind die Busse?

Die SSB ist bestrebt, den emissionarmen bzw. -freien Betrieb kontinuierlich auszubauen.Dies ist aber abhängig von der Finanzierbarkeit der einzelnen Maßnahmen. Seit Januar 2018 verwendet die SSB im Stuttgarter Kessel ausschließlich Busse mit der Abgasnorm Euro VI. Seit März 2019 sind alle Dieselbusse mit einer Stickoxidreduzierung ausgestattet. Seit April 2019 betreibt die SSB 271 Busse, darunter 111 Busse nach EEV-Standard (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle), 105 Euro-VI-Busse, 51 Diesel-Hybridbusse und vier Brennstoffzellenbusse. Ab dem Jahr 2020 fahren die SSB-Busse nur noch mit synthetischem Kraftstoff.

Was ist die polygoCard?

Ob nun Carsharing, Rad-, Bus- oder Bahnfahren: Um die verschiedenen Angebote einfacher miteinander kombinieren zu können, gibt es im VVS die polygoCard. Die polygoCard ist eine Multifunktions-Chipkarte: Sie dient als E-Ticket für den ÖPNV oder zur Nutzung von Carsharing-Flotten, Leihfahrrädern und vielem mehr. Diese unterschiedlichen Leistungen sind Angebote, die sich polygo-Nutzer individuell zusammenstellen können. Alle Optionen sind auf der Karte technisch bereits vorhanden, müssen vom Nutzer aber aktiv freigeschaltet werden.

Die polygoCard ersetzt zum Beispiel bei den Abos die Kombination aus Verbund- bzw. Mobilpass mit Wertmarke und wird automatisch bei der Verlängerung des Abos zum neuen Vertragsjahr zugeschickt. Kunden, die neu in ein VVS-Abo einsteigen, erhalten die polgoCard direkt zu Beginn der Abolaufzeit.

Wie komme ich an ein Firmen-/Jobticket?

Das VVS-Firmen-Abo ist ein Jahres-Abo, mit dem die VVS-Verkehrsmittel nicht nur auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch in der Freizeit zu guten Konditionen genutzt werden können. Gegenüber dem regulären JahresTicket ist das Firmen-Abo um 5 Prozent rabattiert. Es kann von Mitarbeitern bestellt werden, deren Arbeitgeber eine entsprechende FirmenTicket-Vereinbarung mit der SSB oder DB abgeschlossen haben. Bezahlt der Arbeitgeber einen Fahrtkostenzuschuss von mindestens zehn Euro pro Monat und Mitarbeiter, verdoppelt sich sogar der Rabatt von fünf auf zehn Prozent. Außerdem ist es dann auch möglich zur Erreichung der Mindestbestellmenge an einer Sammelbestellung teilzunehmen. Das Firmen-Abo wird nach Hause geschickt und die Bezahlung erfolgt per Abbuchung.

Mehr als 1.000 Unternehmen in Stuttgart und Region bezuschussen inzwischen ihren Mitarbeitern ein Firmen-Abo. Die Stadtverwaltung und das Klinikum ermöglichen ihren Mitarbeiten das vergünstigte Fahren mit Bus und Bahn mit dem so genannten Jobticket schon seit April 2014. Aktuell nutzen rund 11.500 Mitarbeiter der Stadt das von der Stadt bezuschusste Ticket.

Tipp:
Seit Januar 2018 bietet der VVS auch das 9-Uhr-Ticket als Firmen-Abo an. Das 9-Uhr-Firmen-Abo ist somit je nach Preisstufe zwischen 20 und 30 Prozent günstiger als der Jedermann-Tarif. Gültig ist das 9-Uhr-Firmen-Abo für beliebig viele Fahrten in allen VVS-Verkehrsmitteln ab 9 Uhr an Werktagen, am Wochenende und Feiertagen ganztägig.

Wie steht es um den Ausbau des Radverkehrs?

Die Bemühungen der vergangenen Jahre zeigen erste Erfolge. Das zeigen die Zählungen der Radfahrer entlang der Hauptradroute 1.
Von 2014 bis 2018 steigerte sich der Radverkehr an diesen beiden Zählstellen um jährlich acht Prozent. Auch die bisher für 2019 vorliegenden Zähldaten zeigen eine Steigerung des Radverkehrs um rund fünf Prozent zum selben Zeitraum im Vorjahr.

Die Stuttgarter Radinfrastruktur ist circa 195 Kilometer lang. Allein in den letzten zehn Jahren wurden damit über 110 Kilometer neue Radverkehrsanlagen im Stuttgarter Stadtgebiet gebaut. Dazu kommen circa 142 km Gehweg/Radfahrer frei und 243 Einbahnstraßen, die in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet sind

Die Fahrradförderung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität. Deshalb wurden die Mittel für die Radverkehrsförderung in den letzten beiden Jahren erheblich gesteigert. Alle Maßnahmen zusammengenommen (Radpauschale, Ausbau Hauptradrouten, Radabstellanlagen, Lastenradförderung, zusätzliches Personal etc.) kommt man auf rund 7,4 Millionen Euro pro Jahr an verfügbaren Mitteln für den Radverkehr was etwa zwölf Euro pro Einwohner entspricht

Langfristig strebt die Stadt an, dass der Radverkehr 20 Prozent des gesamten Verkehrs ausmacht. Um den Radverkehr in diesem Sinne weiter auszubauen, hat der Gemeinderat am 21. Februar 2019 einen Grundsatzbeschluss gefasst. So sollen beispielsweise in den nächsten Jahren 20 Euro pro Einwohner für den Radverkehr ausgegeben werden und zukünftig jährlich 40 Euro pro Einwohner. Außerdem sollen der Ausbau des Hauptradroutennetzes bis 2030 abgeschlossen und in allen Stadtbezirken mindestens eine Fahrradstraße auf Nebenstraßen ausgewiesen werden.

Neben den bisherigen Ausbaumaßnahmen für die Radinfrastruktur verfolgt die Verwaltung weitere Themen: So wurde im September 19 eine Sicherheitskampagne für mehr Miteinander im Straßenverkehr gestartet. Der Bau zusätzlicher Fahrradstraßen, die Fortsetzung der Lastenradförderung und die Umsetzung von Radgaragen in Wohngebieten sind ebenfalls Projekte, die mit höchster Priorität verfolgt werden.

Zur Verbesserung der Infrastruktur gehören neben dem Ausbau der Wegweisung auch die Bereitstellung von neuen Abstellanlagen. In Zukunft sollen Fahrradgaragen für ca. 20 Fahrräder trockene und sichere Abstellanlagen anbieten. Dies ist besonders wichtig, da der Anteil der Radfahrer mit Pedelecs zunimmt, und diese für die teuren Räder eine sichere Abstellmöglichkeit brauchen. Die erste Fahrradgarage in Doppelstockbauweise wird Ende 2019 unter der Paulinenbrücke aufgestellt. Die Buchung läuft automatisch und kann auch über das Smartphone erfolgen.

Der erkennbar gestiegene Anteil an Radfahrern in Stuttgart soll durch Radschnellverbindungen noch einmal eine große Steigerung erfahren. In einer Machbarkeitsstudie werden zurzeit die Verbindungen in Stuttgart und den angrenzenden Landkreisen untersucht. Viele Radfahrer, die täglich zur Arbeit nach Stuttgart pendeln, kommen aus den Nachbarkreisen. Die Fahrradförderung hört deshalb nicht an der Gemarkungsgrenze auf.

Seit Mai 2018 ist gibt es das neue Fahrrad-Verleihsystem RegioRadStuttgart. In Stuttgart stehen aktuell 680 Fahrräder und 170 Pedelecs sowie zehn E-Lastenräder an 82 Stationen bereit. In weiteren 40 Kommunen der Region gibt es rund 250 Pedelecs im blauen Design. Tipp: Mit der polygoCard des VVS kann man die Fahrräder in der ganzen Region die ersten 30 Minuten kostenlos nutzen.

Was tut die Stadt zur Verflüssigung des Verkehrs?

Die Stadt arbeitet seit Jahren konsequent an einer Optimierung des Verkehrsflusses. 2006 hat sie dafür eigens die Integrierte Verkehrsleitzentrale (IVLZ) gegründet, die im Durchschnitt täglich über 100 mal in den Verkehr steuernd und lenkend eingreift, um diesen zu verstetigen, Staus zu verhindern oder abzubauen.

Die IVLZ wird kontinuierlich ausgebaut, so wird die Stadt in den nächsten Jahren zusätzlich über 3,5 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der IVLZ investieren. Damit sollen die Verkehrsteuerung und Verkehrsverstetigung im Individualverkehr und dem ÖPNV im Stadtgebiet verbessert werden. Des Weiteren werden weitere innovative Projekte im Verkehrsmanagement, welche direkten oder indirekten Einfluss auf die Umwelt haben, von der IVLZ begleitet und umgesetzt.

Zur Verflüssigung hat die Stadt zudem auf zahlreichen Steigungsstrecken Tempo 40 eingeführt. Die Steuerung des Verkehrs erfolgt auch über flexible Geschwindigkeitsanzeigen, z.B. im Bereich des Neckartors mit dem Schild "Grüne Welle bei Tempo 30/40/50".

Es gibt für Autofahrer 70 "Grüne Wellen" in Stuttgart. Die längste grüne Welle umfasst 21 Anlagen und führt von der Immenhofer Straße ab Zellerstraße über Paulinenbrücke - Theodor-Heuss-Straße - Friedrichstraße bis Heilbronner Straße auf Höhe Friedhofstraße.

"Grüne Welle" genießen aber auch Busse und Stadtbahnen. Und auch Fußgänger oder Radfahrer wollen möglichst schnell durch die Stadt kommen. Die Planung von Ampelschaltungen erfolgt deshalb immer unter Berücksichtigung aller Verkehrsarten. Diese stehen aber meist in Konkurrenz zueinander. Jede Verkehrsart soll möglichst schnell und lange Grün bekommen, um Wartezeiten zu minimieren und die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Eine längere Grünzeit zum Beispiel für Fußgänger bedeutet aber immer automatisch, dass einem anderen Verkehrsteilnehmer Grünzeit genommen werden muss. Deshalb wird jede einzelne Ampelanlage sehr differenziert betrachtet, zum Teil mit unterschiedlicher Gewichtung der Grünzeiten für die einzelnen Verkehrsarten je nach Tageszeit.

Wie steht es um den städtischen Fuhrpark?

Auch die Stadtverwaltung leistet einen Beitrag zur Reduzierung der Luftschadstoff-Belastung. So hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn bereits 2013 einen Elektro-Smart übernommen, mit dem er Dienstfahrten innerhalb Stuttgarts zurücklegt. Auch Umweltbürgermeister Peter Pätzold fährt eine vollelektrische B-Klasse.

Aktuell sind 65 vollelektrische Fahrzeuge im Einsatz oder werden gerade in Dienst gestellt. Teil des städtischen Fuhrparks sind außerdem acht Hybridfahrzeuge, 17 E-Roller und über 60 Pedelecs. Mit den Pedelecs können die Beschäftigten kürzere und mittlere Dienstwege zurücklegen. In den Jahren 2019/20 werden weitere rund 30 zusätzliche vollelektrischen Pkw sowie verschiedene Sonderfahrzeuge ausgeschrieben.

Auch der Eigenbetrieb AWS (Abfallwirtschaft Stuttgart) stellt um: 2016 wurden die ersten sieben Diesel-Abfallsammelfahrzeuge durch Fahrzeuge mit Erdgasmotor Econic NGT (Natural Gas Technology) ersetzt. Diese sind nicht nur leiser, sondern stoßen auch deutlich weniger Stickstoffdioxid und Feinstaub aus. Weitere 33 NGT Econic für die Abfallentsorgung und Schadstoff- und Wertstoffsammlung werden in den Jahren 2019/20 in Dienst gestellt.

Gleichzeitig fördert die Stadt auch die Elektromobilität ihrer Bürger. So hat die Stadt  ein Förderprogramm für E-Lastenräder für Familien und Alleinstehende mit Kindern aufgelegt (www.stuttgart.de/lastenrad). Darüber hinaus gibt es eine Förderung für E-Taxis, wenn das Fahrzeug mit dem Schriftzug "E-Taxi" beklebt wird. Diese finanzielle Unterstützung wird flankiert durch die Errichtung dreier Taxi-exklusiver Schnelllader.

Im März 2019 hat der Gemeinderat eine E-Zweirad Umweltprämie (E-Bike Förderung) beschlossen. Damit fördert die Landeshauptstadt Stuttgart die Beschaffung von E-Zweirädern, wenn zeitgleich ein Zweitakt-Zweirad endgültig aus dem Verkehr gezogen wird. Die Förderung soll auch in den Jahren 2020 und 2021 fortgesetzt werden.

Kann man mehr Expresszüge einsetzen?

Bei den auf Stuttgart zulaufenden Bahnstrecken müssen sich die Regionalzüge die Gleise mit dem Fernverkehr und teilweise auch mit der S-Bahn und dem Güterverkehr teilen. Der spontane Einsatz eines zusätzlichen Zuges auf einer Linie ist - zumindest in den Hauptverkehrszeiten - wegen der Trassenkonflikte mit anderen Zügen kaum möglich. Um einen zusätzlichen Zug fahren zu lassen, müssen die Fahrpläne mehrerer Linien angepasst werden. Das ließe sich deshalb nur langfristig umsetzen.

Das Land Baden-Württemberg als Verantwortlicher für den Regionalzugverkehr hat beim Vergabeverfahren für die Regionalzüge rund um Stuttgart das Angebot und die Kapazitäten ausgeweitet. Damit sind seit Juli 2019 deutlich mehr Züge unterwegs. Bis zum Juni 2020 gehen die neuen Netze in Betrieb und verbessern das bestehende Angebot.

Im Raum Stuttgart wird es ein vertaktetes Metropol-Express-System mit den Endpunkten Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen, Tübingen, Geislingen an der Steige, Horb und Pforzheim geben, das ganztägig im 30-Minuten-Takt betrieben wird. Der ÖPNV-Pakt, den das Land Baden-Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart und die VVS-Landkreise Anfang 2014 geschlossen haben, sieht vor, dieses System schrittweise einzuführen.

Wie umweltfreundlich sind gasbetriebene Fahrzeuge?

Bei den Emissionen von Fahrzeugen unterscheidet man grundsätzlich zwischen den Luftschadstoff-Emissionen (z.B. Feinstaub, Stickstoffdioxid) und den Treibhausgas-Emissionen (z.B. Kohlendioxid, Methan).

Bezüglich der Stickstoffdioxid- und Feinstaub-Emissionen sind Erdgas-(CNG)-PKW vergleichbar mit Benzin-PKW der jeweiligen Schadstoffklasse. Technisch gesehen handelt es sich auch um den gleichen Verbrennungsmotortyp (Ottomotor), wobei viele PKW sogar bivalent sind, also wahlweise mit Erdgas oder mit Benzin betrieben werden können.

Da moderne Ottomotoren aus Gründen der Energieeffizienz höher verdichtet werden, stoßen sie sowohl im Benzin- als auch im Erdgasbetrieb im Vergleich zu früheren Modellen mehr Stickstoffdioxid aus. Dennoch emittieren Erdgas- und Benzin-PKW im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen deutlich weniger Stickstoffdioxid.

Bezüglich Feinstaub-Emissionen sind auf Basis der Abgasnorm Euro 5 Erdgas-, Benzin- und Diesel-PKW auf einem Niveau*. Ab Euro 6 gilt dies theoretisch auch für die Stickstoffdioxid-Emissionen, allerdings sind die realen Emissionen bei Diesel-PKW, vereinzelt aber auch bei Benzinern insbesondere im Stadtbetrieb, deutlich höher als Euro 6-Standard dies verlangt. Der Stickstoffdioxid-Ausstoß von Erdgas-PKW ist hier vergleichsweise geringer.

Flüssiggas-(LPG)-PKW sind bezüglich der Schadstoff-Emissionen ebenfalls auf Benziner-Niveau (Euro 5 und Euro 6), allerdings haben sie im Vergleich zu Erdgas deutlich höhere Kohlendioxid-Emissionen (CO2) und noch höhere als Diesel-PKW.

Hinsichtlich der Treibhausgas-Emissionen gibt es bei Erdgas-Fahrzeugen im Gegensatz zu allen anderen geringfügige Methan-Emissionen, die sich aber durch einen angepassten Katalysator reduzieren lassen. Generell gilt aber u.a. nach einer Studie des TÜV Saarland zu "Kohlendioxid-Emissionen von gasbetriebenen Personenkraftfahrzeugen", dass motorleistungs-unabhängig Erdgas-(CNG)-Fahrzeuge den geringsten CO2-Ausstoß haben, dann folgen Diesel-, Flüssiggas(LPG)- und Benzin-Fahrzeuge.

* (CNG und LPG - Potenziale dieser Energieträger auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energieversorgung des Straßenverkehrs, Kurzstudie im Auftrag des BMVBS, 2013).

Wo kann ich mich informieren?

Die Mobilitätsberatung im i-Punkt, Königstraße 1A, bietet Stuttgarter Bürgern sowie Besuchern der Stadt einen persönlichen, kostenlosen Service an. Beraten wird zu Anfragen im Bereich umweltfreundliche Mobilität und auf Wunsch werden individuell angepasste Routen- und Wegeempfehlungen angeboten. Im Rahmen des Beratungsangebots rund um eine umweltfreundliche Mobilität in Stuttgart werden Interessierte auch zu den Themen Carsharing, Fahrgemeinschaften, Parken und der Polygo-Card informiert.

Königstraße 1A, 70173 Stuttgart
Tel. 0711/216-88900, mobil@stuttgart.de
Mo-Fr 10-17.30 Uhr, Sa 10-16 Uhr 

Ob Verbindungen oder Tarife von Bus, Bahn, Carsharing oder Fahrrad - unter der regionalen Mobilitätsnummer Tel. 0711/320 66 222 erhalten Interessierte seit dem 1. Oktober 2018 rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche Auskunft zum Thema Mobilität im VVS-Gebiet. Informiert wird dabei unter anderem auch über Park+Ride, CO2-Einsparmöglichkeiten, On-Demand-Angebote oder Anschlusstaxis.