MiMi-Gewaltpräventionsprojekt

Das Ethnomedizinisches Zentrum e.V. (EMZ) hat im Auftrag des Bundesamts für Migration, Flüchtlinge und Integration in 2016 das Projekt "Gewaltprävention von Migrantinnen für Migrantinnen" kurz MiMi an sechs Standorten in Deutschland begonnen. Seither wird das Projekt in Stuttgart federführend von der Abteilung für individuellen Chancengleichheit umgesetzt und stetig weiterentwickelt.

Das MiMi-Projekt in Stuttgart

Die MiMi Gewaltmentor*innen ist eine Gruppe von Frauen und Männern aus Afghanistan, Algerien, Deutschland, Irak, Marokko, Palästina, Syrien und anderen Ländern, die als MiMi-Mentor*innen geschult wurden, um geflüchtete Menschen sprach- und geschlechtssensibel in ihrer Fähigkeit zum Selbstschutz vor Gewalt zu stärken. Sie informieren über wichtige Aspekte Häuslicher Gewalt wie z. B. Risikofaktoren, Schutzmöglichkeiten, rechtliche Grundlagen, etc. Gleichzeitig sind sie eine erste kultursensible Anlaufstelle und können Kontakt zu den Fachberatungsstellen aufbauen.


Angebotsformate in Stuttgart

Mit vielfältigen Angeboten in den Bereichen Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt soll ein gewaltfreies Miteinander in der Partnerschaft und in der Familie von geflüchteten Menschen gefördert werden. Frauen und Männer, Mütter und Väter sollen in ihren Rollen und in der Beziehung gestärkt werden. In allen Formaten geht es darum, zu informieren und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

  • Informationsveranstaltung
Die Teilnehmenden werden in ihrer Muttersprache für das Thema "Häusliche Gewalt / Beziehungsgewalt" sensibilisiert. Die Veranstaltungen finden vorrangig in den Gemeinschaftsunterkünften statt.
  • Männercafé/ Bewohner*innencafé
Im Mehrgenerationenhaus Heslach wird jeden Dienstag, 17-19 Uhr, ein Ort zum informellen Austausch für Männer mit und ohne Fluchterfahrung angeboten. Es ist auch eine niedrigschwellige Anlaufstelle für männliche Täter und Opfer.
  • Unterstützung im Einzelfall
MiMi-Mediator*innen unterstützende Mitarbeitende in Einzelgesprächen mit Personen die vermutlich oder bekanntlich Opfer bzw. Täter*in häuslicher Gewalt geworden sind. Außerdem begleiten die MiMi-Mediator*innen die MiMis Ratsuchende zu den Fachberatungsstellen oder Gerichtsterminen.
  • Unterstützung bei Vorfällen von häuslicher Gewalt
MiMi-Mentor*innen unterstützen Mitarbeitende in den ersten Gesprächen mit Opfer und/oder Täter*innen nach Gewaltvorfällen.
  • Sprechstunde
In einigen Einrichtungen sind die MiMi-Mentor*innen zu festen Terminen regelmäßig vor Ort. So können sie bei Gesprächen mit  geflüchteten Menschen unterstützen.
  • Gender-Team
Alle Formate können auch mit einem Team aus Mentor*innen, z. B. aus MiMi Mentorin und MiMi Mentor durchgeführt werden. So ist es möglich, geschlechtsspezifische Unterschiede entsprechend zu berücksichtigen.

Wer kann diese Angebot anfragen?

Diese Informations- und Betreuungsangebote können von öffentlichen Einrichtungen, Ämtern, Begegnungsstätten, Gemeinschaftsunterkünften, Fachberatungsstellen aber auch Unternehmen und Krankenhäuser in Stuttgart zur Unterstützung angefordert werden.

Kontakt und Anfrage

1 . Sie erheben Ihren Bedarf vor Ort:
· Was ist Ihre primäre Zielgruppe? Wen möchten Sie erreichen?
· Welche Sprachen werden gesprochen?
· Benötigen Sie eine*n weibliche bzw. männlichen MiMi-Mentor*in oder ein Gender-Team?
· Welches Format möchten Sie in Ihrer Einrichtung anbieten?
2 . Sie teilen uns telefonisch oder per E-Mail (siehe Kontakt) Ihren Bedarf mit.
3 . Wir suchen in unserer Datenbank die*den geeignete*n MiMi-Mentor*in für Sie aus.
4 . Die*der MiMi-Mentor*in kontaktiert Sie, um die konkrete Umsetzung in Ihrer Einrichtung zu besprechen.
5 . Die Abteilung für individuelle Chancengleichheit von Frauen und Männern ist Ihre zuständige Ansprechpartnerin. Wir begleiten Sie und evaluieren im Anschluss mit Ihnen die Umsetzung der Maßnahmen.

 
 

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