Altersarmut

Armut - Altersarmut von Frauen

Laut Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg waren 2012 insgesamt 13,6 % der Männer (rund 714 000 Männer) und 15,8 % der Frauen (rund 854 000 Frauen) armutsgefährdet, d.h. ihr Einkommen lag unterhalb von 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Vor allem Alleinerziehende und ihre Kinder, ältere Alleinlebende und Erwerbslose sind von Armut betroffen.

Armut eine Genderfrage

Die geschlechtsspezifische Differenz ist in der Altersklasse der 65-Jährigen und älteren am deutlichsten ausgeprägt. 2012 betrug der Unterschied in Baden-Württemberg zwischen 65-jährigen und älteren Frauen und Männern 4,5 Prozentpunkte.

Die Differenzierung nach Geschlecht und Migrationshintergrund zeigt, dass auch in der Gruppe der Bevölkerung mit Migrationshintergrund Frauen häufiger armutsgefährdet sind als Männer. Das Armutsrisiko für Frauen mit Migrationshintergrund lag in Baden-Württemberg bei 25,3 % und für Männer mit Migrationshintergrund bei 22,9 %.

Frauen erhalten im Schnitt den halben Betrag der gesetzlichen Rente von Männern. In der Grundsicherung sind 3,2 % der Frauen ab 65 Jahren; gegenüber 2,7 % der Männer. Die Rente ist Spiegelbild des Erwerbslebens.

Armutsfallen

Armutsfallen im Lebenslauf von Frauen sind:

  • "Frauentypische" Erwerbsverläufe mit Ausfallzeiten wegen Kinderbetreuung, Pflege, Teilzeit, Mini-Jobs
  • Allein erziehen
  • Trennung / Scheidung
  • Erkrankungen / Gesundheitliche Belastungen
  • Gender Pay Gap
  • mittelbare + unmittelbare Entgeltdiskriminierung
  • horizontale und vertikale Segregation des Arbeitsmarkts
  • typische Frauen- und Männerberufe, Unterrepräsentanz auf den Hierarchieebenen

Beirat für Gleichstellungsfragen

In den Sitzungen des Beirats für Gleichstellungsfragen am 28.9.2016 und 23.11.2016 wurde das Thema aufgegriffen und in der Sitzung im September 2017 Handlungsempfehlungen erarbeitet: