Grüne Infrastruktur für Stuttgart

Stuttgart soll aufblühen. Dazu investiert die Stadt allein in den kommenden beiden Jahren insgesamt rund 11 Millionen Euro mehr in die "Grüne Infrastruktur": neue Bäume werden damit gepflanzt, Parks und Spielplätze besser gepflegt oder "Urbanes Gärtnern" weiter gefördert. Dahinter steckt das Verständnis, dass Grünzüge, Wälder oder Weinberge die Stadt prägen und maßgeblich zur Lebensqualität und Daseinsvorsorge beitragen.

Dies zu erhalten, weiterzuentwickeln und neues Grün zu schaffen, ist ein Schwerpunkt des Haushalts. Für die bessere Pflege vorhandenen Grüns wendet die Stadt jährlich zusätzlich 2,9 Millionen Euro auf. Zur Schaffung neuen Grüns sind 2018 und 2019 je 880.000 Euro bereitgestellt, für "Urbanes Gärtnern" und das kommunale Grünprogramm 250.000 Euro im Jahr, für ein Artenschutzkonzept sollen bis 2022 insgesamt 914.000 Euro aufgewendet werden und der Erhalt der Steillagen-Weinberge wird von 2019 bis 2022 mit je 850.000 Euro gefördert.

Mehr Grün für die Stadt

Stuttgart ist bereits heute eine grüne Stadt: über 50 Prozent machen Wald, Landwirtschafts- oder Erholungsfläche aus. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt pflegt aktuell rund 1000 Hektar Grünfläche (ohne Wälder). Hinzu kommt die Pflege von 900 Flächen im Auftrag anderer Ämter und Eigenbetriebe. Das Budget zur Pflege der Spielplätze, Parks oder Außenanlagen von Schulen, Kitas bzw. Schwimmbädern steigt um rund 60 Prozent. Dies zeigt sich auch in der Erneuerung von Wegen, Bänken und Schildern, der Wiederherstellung gesperrter Spielplätze, einer besseren Baumpflege oder der Instandsetzung von Freizeiteinrichtungen im Wald. Dank einer Erhöhung des entsprechenden Budgets kann das Amt dabei künftig verstärkt moderne, funktionsgerechte und schadstoffarme Geräte und Maschinen einsetzen.

Zahlreiche Maßnahmen sorgen mittel- und langfristig für mehr Grün in der Stadt: So werden in der Fortführung des "1000-Bäume-Programms" neue Baumstandorte im Straßenraum geschaffen und fehlende Bäume in vorhandene Standorte nachgepflanzt. Auch auf dem Pragfriedhof und dem Dornhaldenfriedhof sollen neue Bäume gepflanzt werden. Im Park der Villa Berg werden für insgesamt 250.000 Euro die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, in Zuffenhausen wird die Rotweganlage für 150.000 Euro neugestaltet. Vor allem in Stuttgart Mitte werden zahlreiche straßenbegleitende Grünflächen und kleine Plätze saniert und aufgewertet, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Zusätzliche Machbarkeitsstudien sollen Potentiale für neue und bessere Grünstrukturen aufzeigen.

Stuttgart ist zu 24 Prozent bewaldet

Der Wald ist Stuttgarts größte Naherholungsfläche. Die Stadt ist mit einer Fläche von rund 5.000 Hektar zu 24 Prozent bewaldet. 56 Prozent (2.700 Hektar) davon gehören der Stadt. Die Stadt entwickelt aktuell das Konzept "Raus in den Wald", damit will sie die Nutzung des Waldes als Naturerfahrungs- und Lernort weiter voranbringen. Als wichtige Anlaufpunkte für Waldausflüge werden die städtischen Waldspielplätze überarbeitet und wieder attraktiv gestaltet.

Urban Gardening - Gartenbau in der Großstadt

"Urban Gardening" war von wenigen Jahren noch belächelt worden. Mittlerweile findet Gartenbau in der Großstadt immer mehr Anhänger. Die Stadt hat dazu auf Anregung von OB Kuhn im Doppelhaushalt 2014/2015 ein Förderprogramm zum "Urbanen Gärtnern" aufgelegt, das fortgeführt werden kann. Aktuell gibt es 20 Gärten und 36 Initiativen. Auch künftig sollen die Akteure gezielt unterstützt und ihre Vorhaben noch stärker miteinander vernetzt werden. Dafür stehen jährlich 250.000 Euro bereit. Auch Über das "Kommunales Grünprogramm" fördert bislang 15 Begrünungen von Höfen, Dächern oder Fassaden. Diese Förderung kann fortgeführt werden.

Auch die Artenvielfalt ist ein wichtiger Punkt des Haushalts. Ein Konzept soll dem Verlust der Artenvielfalt und der Verschlechterung der Ökosysteme entgegenwirken. Dauerhaftes Ziel ist der Erhalt und die Weiterentwicklung der biologischen Vielfalt in Stuttgart.

Sanierung der Trockenmauern

Stuttgarts Stadtbild wird auch geprägt von Trockenmauern - also Mauern aus Bruch- bzw. Natursteinen, die ohne Zuhilfenahme von Mörtel errichtet wurden. Sie helfen Steillagen für den Weinbau zu nutzen, tragen bei zum Landschaftsbild und zum Artenschutz. Die Stadt fördert seit 2014 die Sanierung der Trockenmauern. Die Resonanz übersteigt die Möglichkeiten, daher soll das Programm ab 2019 als dauerhaft laufen. Dafür stehen jährlich 850.000 Euro bereit.