Großinvestitionen bei Bau- und Sanierungsprojekten

Sicherheit

Die bestehende Feuer- und Rettungswache 5 "Filder" ist seit längerer Zeit sanierungsbedürftig. Eine Machbarkeitsstudie von 2011 kam jedoch zu dem Schluss, dass ein Umbau am derzeitigen Standort zu aufwändig und kostenintensiv wäre. Daher wurde ein neuer Standort gesucht und schließlich auf dem Gelände des ehemaligen Hansa-Areals in Möhringen gefunden. Insgesamt betragen die Kosten für das Projekt rund 41 Millionen Euro, davon entfallen auf den Doppelhaushalt 2018/2019 24,7 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für Sommer 2018 geplant, die Fertigstellung Ende 2020.

Kultur

Eines der größten Kulturprojekte ist der Ergänzungsbau des Theaterhauses. 39,8 Millionen Euro sind dafür in den kommenden Jahren vorgesehen. Auf den Doppelhaushalt 2018/19 entfallen davon 2,9 Millionen. Im Ergänzungsbau soll unter anderem die Freie Tanz- und Theaterszene Räume für Proben und Aufführungen bekommen.

Für Sanierungen am Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle (KKL) sind bis 2020 Ausgaben in Höhe von 24,5 Millionen Euro vorgesehen. Hauptsächlich handelt es sich um Brandschutzsanierungen im Anbau, der den Hegel- und Schillersaal beherbergt. Während der Arbeiten soll das Gebäude ab Sommer 2019 ein Jahr gesperrt sein. Zudem müssen an der Liederhalle der Berliner Platz und die darunterliegende Tiefgarage saniert werden, unter anderem, da es durch undichte Stellen auf dem Platz Wassereinbrüche in die Garage gab.

Schulen

In den kommenden Jahren stehen an den Stuttgarter Schulen viele Veränderungen an. Ein Schwerpunkt ist dabei die Digitalisierung, für die bis 2022 23,5 Millionen Euro eingeplant sind (siehe dazu auch Kapitel Schulsanierungen). Das größte Einzelvorhaben ist die bauliche Veränderung am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium durch die Einrichtung eines Musikgymnasiumszugs und der Neubau der Turnhalle mit Kosten von voraussichtlich rund 34,7 Millionen Euro bis 2022. Im aktuellen Haushalt sind es 5,41 (2018) und 8,4 Millionen (2019).

Die beiden Gymnasien Leibnitz Gymnasium und neues Gymnasium in Feuerbach werden ab dem Schuljahr 2018/2019 zusammengelegt. Der neue Schulcampus mit dem nun sechszügigen Gymnasium soll pädagogisch-inhaltliche, räumliche und strukturelle Synergieeffekte erbringen. Weiter soll eine dreiteilbare Sporthalle am Campus entstehen. Die Gesamtkosten für den zukünftigen Campus werden auf 56,2 Millionen Euro, für die benötigte Sporthalle auf 11,1 Millionen Euro geschätzt. Im neuen Doppelhaushalt fallen dafür Kosten für Planungsmittel in Höhe von 4,08 Millionen Euro für den Campus sowie 1,7 Millionen für die Sporthalle an.

Sport

Für das neue Sporthallenbad im Neckarpark gibt die Stadt in den kommenden Jahren 27,7 Millionen Euro aus. Der Neubau soll das alte Hallenbad Cannstatt ersetzen und Teil der Sport- und Veranstaltungsmeile am Neckarpark sein. Im Doppelhaushalt schlägt der Neubau mit 3 Millionen (2018), beziehungsweise 15 Millionen Euro (2019) zu Buche.

Die Pauschale für die Sanierung von Kunstrasenplätzen wird auf jährlich 875.000 Euro aufgestockt, was eine Erhöhung von 250.000 Euro jährlich ab 2018 ausmacht. Dadurch kann der Sanierungsturnus der Kunstrasenplätze verkürzt werden. Zudem werden für rund 2,8 Millionen Euro in mehreren Stadtbezirken Kunststoffrasenplätze gebaut. Auf der Bezirkssportanlage Waldau in Degerloch wird die 400-Meter-Kunststofflaufbahn und der Rasenplatz für 1,02 Millionen Euro erneuert. Für den ACTION-Platz bei der neuen Sporthalle Waldau sind 1,75 Millionen Euro vorgesehen. 640.000 Euro sind für eine Überdachung der Gegentribüne im GAZi-Stadion eingestellt. Der MTV Stuttgart bekommt einen Zuschuss zum Bau einer mehrgliedrigen Multifunktionshalle am Kräherwald in Höhe von 1,8 Millionen Euro, und der Baseball-Park des TV Cannstatt am Schnarrenberg wird für 2,1 Millionen Euro erweitert. Die Pauschale für die Bewilligung von größeren Zuschüssen zu Sportbauvorhaben der Vereine wird ab 2018 um 200.000 Euro pro Jahr erhöht.

Verwaltung

Das städtische Verwaltungsgebäude B4 des Schwabenzentrums in der Eberhardstraße 39 wurde 1980 errichtet und ist jetzt - auch durch den starken Publikumsverkehr - sanierungsbedürftig. In den Bereichen Brandschutz, Lüftung, Sanitär, Elektroinstallation und Energieeinsparung entspricht der Bau nicht mehr den modernen Richtlinien und Bestimmungen. Für die Generalsanierung und den zeitweisen Umzug von 205 Mitarbeitern wird mit Kosten in Höhe von 36,1 Millionen Euro gerechnet, davon 16,1 Millionen Euro für den kommenden Doppelhaushalt. Als Interimsquartiere dienen der derzeitige Standort der Stadtkämmerei Schmale Straße, die in den Neubau der Rathausgarage ziehen wird, sowie die Räume des Notariats Stuttgart im Gebäude Eberhardstraße 35-37, das im Zuge der Notariatsreform ausziehen wird. Mit der Sanierung kann voraussichtlich im Juli 2019 begonnen werden, die gesamte Bauzeit wird rund 24 Monate betragen.

Bei der großen Sanierung und Modernisierung des Rathauses im Jahr 2004 war der Ratskeller ausgespart worden. Ausbau, Leitungen und technische Anlagen stammen daher überwiegend noch aus den 1950er-Jahren. Der Gastronomiebereich erstreckt sich über zwei Untergeschosse sowie ein Zwischengeschoss und verfügt über zwei separate Eingänge an der Eich- und der Hirschstraße. Unter anderem müssen der Brandschutz und die Lüftung an die modernen hohen Anforderungen angepasst werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf insgesamt 5 Millionen Euro.

Stadtplanung

Im Neckarpark soll ein Quartierparkhaus mit zirka 300 Stellplätzen, die zum Teil auch für Elektromobilität ausgerüstet sind, entstehen. Das Gebäude soll auch eine Energiezentrale zur Versorgung der anliegenden Wohnbebauung mit Wärme und Strom sowie eine Fahrradstation erhalten. Die Baukosten für das Quartiersparkhaus belaufen sich auf 18,02 Millionen Euro, der Finanzbedarf in den nächsten beiden Jahren beträgt 13,8 Millionen.

Ein sichtbares Bauprojekt mitten im Herzen Stuttgarts wird die Umgestaltung des Marktplatzes werden. 2019 soll damit begonnen werden. Insgesamt geht die Stadtverwaltung von Kosten in Höhe von 8,4 Millionen Euro aus.