Viele Vorschläge aus dem Bürgerhaushalt aufgenommen

Der Gemeinderat greift eine ganze Reihe von Vorschlägen auf, die die Stuttgarterinnen und Stuttgarter beim Bürgerhaushalt eingebracht haben. Insgesamt nahmen fast 52.000 Einwohner an dem Verfahren teil. Dabei kamen rund 3.500 Vorschläge und über 1,2 Millionen Bewertungen zusammen.

Viele Stuttgarter haben sich beim Bürgerhaushalt für die Sanierung von Sportanlagen eingesetzt: Auf Platz eins des Beteiligungsverfahrens landete der Wunsch nach einer neuen Kunstrasen- und Flutlichtanlage für die Sportvereinigung 1887 Möhringen. 4.945 Bürger plädierten dafür. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Pauschale für die Sanierung von Kunstrasenplätzen um 250.000 Euro pro Jahr zu erhöhen. Dadurch kann die ursprünglich für 2020 vorgesehene Sanierung des Platzes der Sportvereinigung Möhringen bereits 2019 erfolgen.

Ein weiteres wichtiges Thema: die Schulsanierung. Der Neubau des Geschwister-Scholl-Gymnasium belegte mit 3.623 Stimmen den zweiten Platz beim Bürgerhaushalt. Der Gemeinderat stellt für die Schule im Doppelhaushalt 2018/2019 insgesamt 3 Millionen Euro Planungsmittel bereit. Es wird ergebnisoffen weitergeplant, ob die Sanierung oder ein Neubau des Gymnasiums infrage kommen.

Unterstützt wird auch der Ausbau des ÖPNV: 3.606 Bürgerinnen und Bürger stimmten für eine Verlängerung der Buslinie 65 zum Flughafen (Platz drei). Die Stadträtinnen und Stadträte bewilligten für die Jahre 2018-2020 insgesamt rund 3,2 Millionen Euro zur Umsetzung von Beschleunigungsmaßnahmen (z.B. Busbevorrechtigungen und Busspuren). Damit werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um den Flughafen auch mit der Linie 65 zu erreichen.

Der Gemeinderat würdigt ebenfalls den Wunsch nach einer Sanierung des Kickplatzes Burgholzhof. 2.165 Stuttgart hatten dafür gestimmt (Platz neun). Der Bolzplatz steht nach starken Regenfällen häufig unter Wasser. Die Stadträte haben daher beschlossen, 50.000 Euro für die Sanierung bereitzustellen. Damit kann der bisherige Rasen durch Holzhackmaterial ersetzt werden. Außerdem sollen Maßnahmen zur Auflockerung des Unterbodens dafür sorgen, dass das Regenwasser zukünftig zuverlässig abfließt.

1.757 Stuttgarter haben beim Bürgerhaushalt die Sanierung der Margarete-Steiff-Schule befürwortet (Platz 12). An der Schule für Körperbehinderte sollen zukünftig auch Kinder ohne Behinderung unterrichtet werden können. Für die Sanierung des Gebäudes Hengstäcker 5 an der Margarete-Steiff-Schule stellt der Gemeinderat im Doppelhaushalt 2018/2919 insgesamt 1,6 Millionen Euro Planungsmittel zur Verfügung.

Berücksichtigt wurde auch der Wunsch nach einer Umgestaltung des Kelterplatzes in Hofen. Dafür hatten 1.684 Stuttgarter gestimmt (Platz 14). Der Kelterplatz und die angrenzenden Straßenbereiche erhalten großzügige Pflasterflächen und Sitzstufen sowie einen Brunnen. Dafür werden insgesamt 2,8 Millionen Euro in den städtischen Haushalt eingestellt.

Ein breit diskutierter Vorschlag im Bürgerhaushalt war der Bau einer surfbaren Welle auf dem Neckar oder einem der Zuflüsse. Er fand 1.128 Unterstützer und landete damit auf Platz 20. Der Gemeinderat hat einer Machbarkeitsstudie zugestimmt, die aufzeigen soll, ob im Neckar-Seitenkanal in Stuttgart-Untertürkheim im Bereich des EnBW-Wasserkraftwerks eine Neckarwelle installiert werden kann. Dafür wurden 93.000 Euro bewilligt.

Beschlossen wurde auch, Eliszi's Jahrmarktstheater jährlich mit 30.000 Euro zu unterstützen. Der historische Jahrmarkt gastiert von Ostern bis Oktober im Stuttgarter Höhenpark Killesberg. 911 Einwohner hatten für die Förderung plädiert (Platz 27).

Einen ausführlichen Überblick, wie die Vorschläge des Bürgerhaushalts insgesamt im Doppelhaushalt 2018/2019 berücksichtigt worden sind, veröffentlicht die Stadtkämmerei voraussichtlich Ende Januar/Anfang Februar unter www.buergerhaushalt-stuttgart.de.