Informationen zur Jugendschöffenwahl

Alle fünf Jahre sind Jugendschöffinnen und Jugendschöffen für die nächste Amtsperiode bei Gericht zu wählen. Für die Amtsperiode vom 01.01.2019 bis 31.12.2023 werden rund 350 Frauen und Männder für die Besetzung der Schöffengerichte benötigt. D.h. die Vorschlagsliste zur Jugendschöffenwahl muss mindestens über 700 Personenvorschläge verfügen. Nur so wird gewährleistet, dass der Wahlausschuss die zukünftigen Schöffen aus einer ausreichend großen Menge auswählen kann.

Was sind Jugendschöffen?

Es handelt sich hierbei um ehrenamtliche Richterinnen und Richter, die in der Hauptverhandlung von Jugendstrafrechtssachen an allen Entscheidungen beteiligt und mit demselben Stimmrecht wie eine Berufsrichterin bzw. ein Berufsrichter ausgestattet sind. Ein Jugendschöffengericht setzt sich zusammen aus einem Richter und zwei Jugendschöffen (bestehend aus einer Frau und einem Mann). Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung in der Jugenderziehung tragen diese zu einer altersgerechten Gestaltung der Verhandlung bei.

Ablauf der Jugendschöffenwahl

  • Das Jugendamt sammelt im Vorjahr der nächsten Amtsperiode die Bewerbungen und erstellt daraus eine sogenannte Vorschlagsliste für den Jugendhilfeausschuss der Stadt Stuttgart (Gremium des Gemeinderats).
  • Diese Liste wird im Spätfrühjahr dem Jugendhilfeausschuss zur Abstimmung vorgelegt.
  • Danach wird die Liste eine Woche lang zur öffentlichen Einsicht im Jugendamt ausgelegt.
  • Danach folgt eine Woche der Einsprachemöglichkeit gegen Bewerbungen auf der Liste.
  • Im Anschluss wird diese Vorschlagsliste an das Gericht übergeben. Damit endet die Mitwirkung des Jugendamtes an der Wahl der Jugendschöffen.
  • Im Spätherbst wählt der Jugendschöffenausschuss des Gerichts aus der Vorschlagsliste so viele Personen als Jugendhauptschöffen und -hilfsschöffen aus, wie für das Landgericht und die Amtsgerichte Stuttgart und Bad Cannstatt benötigt werden. Da mindestens doppelt so viele Personen auf der Vorschlagsliste zu stehen haben, wie tatsächlich benötigt werden, wird folglich höchstens die Hälfte davon gewählt.
  • Im November werden die gewählten Jugendschöffinnen und Jugendschöffen vom Gericht schriftlich in ihr Amt berufen.

Was sollte beachtet werden?

Das Schöffenamt ist ein Ehrenamt zu dessen Übernahme jede Staatsbürgerin und jeder Staatsbürger verpflichtet ist. Es verlangt eine absolut unparteiliche Haltung, Verantwortungsbewusstsein, Menschenkenntnis, Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungs- und Urteilsvermögen. Wer sich zu diesem Amt entschließt, sollte über eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Termingestaltung verfügen und körperlich in der Lage sein, längere Zeit Sitzen zu können. Es bedeutet auch, sich zeitlich für fünf Jahre an das Amt zu binden.

Voraussetzungen für Ihre Bewerbung für das Jugendschöffenamt

Grundsätzlich sollten Sie mindestens 25 Jahre und noch nicht 70 Jahre alt sein. Außerdem müssen Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, gut deutsch sprechen und in Stuttgart wohnen. Zudem dürfen Sie nicht vorbestraft sein und sich nicht in größeren Zahlungsschwierigkeiten befinden. Als Jugendschöffin und Jugendschöffe sollten Sie über Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen verfügen. Nicht nur Personen aus pädagogischen Berufsfeldern bringen diese Kompetenz mit, sondern z.B. auch Personen, die junge Menschen ausbilden oder in der Jugendarbeit eines Sportvereins tätig sind. Die ausführlichen Bestimmungen können Sie den Gesetzesauszügen entnehmen. Dort erfahren Sie beispielsweise, welche Berufsgruppen nicht für das Jugendschöffenamt zugelassen sind.

Wo können Sie sich bewerben?

Sie wollen sich für das Jugendschöffenamt in Stuttgart bewerben? Für die Amtsperiode vom 01.01.2019 bis 31.12.2023 ist keine Bewerbung mehr möglich. Für die Amtsperiode vom 01.01.2024 bis 31.12.2028 sind Bewerbungen von November 2022 bis März 2023 möglich. Die Bewerbungsformulare finden Sie dann hier an dieser Stelle.


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