63. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

Der Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2018 geht an die Komponisten Ole Hübner und Ondrej Adámek. Die Jury hat entschieden, den mit 12.000 Euro dotierten Preis in zwei gleichen Teilen von jeweils 6.000 Euro zu vergeben:

Ole Hübner wird für sein Werk "Drei Menschen, im Hintergrund Hochhäuser und Palmen und links das Meer" (2016/17) ausgezeichnet. Adámek Ondrej erhält den Preis für sein Werk "Ça tourne ça bloque" (2013). Um den 63. Kompositionspreis 2018 haben sich 26 Komponistinnen und 76 Komponis-ten mit insgesamt 194 Werken beworben.

Die beiden ausgezeichneten Kompositionen werden beim Preisträgerkonzert im Rahmen des Festivals Neue Musik Stuttgart ECLAT 2019 aufgeführt. Im Rahmen des Preisträgerkonzerts findet auch die Preisverleihung mit der Übergabe der Urkunde an den Preisträger statt.

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Ole Hübner

Ole Hübner studierte Komposition in Hannover (bei Benjamin Lang und Joachim Heintz, 2007-2010) und Köln (bei Johannes Schöllhorn und Michael Beil, 2011-2015), anschließend am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (bei Heiner Goebbels und anderen, seit 2015).

Auf Einladung des Ensemble Nikel nahm Ole Hübner 2016 in Tel Aviv an dessen Kompositionssommerkurs »Tzlil Meudcan« bei Chaya Czernowin und José María Sánchez-Verdú teil.

Ole Hübner bewegt sich oft im Bereich von Musiktheater, Theatermusik und Hörtheater. Themen wie die Konzeption und Manipulation von Wirklichkeiten; Strategien des Vermittelns und Erlebens von »Authentizität«; Erinnerung, Reproduktion und Wiederholung als künstlerische Mittel und Motivationen; Narration und Narrativität; das Situative; das Abwesende; das Aufspüren und Herausarbeiten des Theatralen in der Musik und des Musikalischen im Theater # werden sowohl in seiner künstlerischen als auch seiner theaterwissenschaftlichen Arbeit kritisch beleuchtet und bearbeitet.

Die Bereicherung und Neubewertung von Wissen und Techniken der Neuen Musik durch theaterwissenschaftliche Sichtweisen spielt dabei zunehmend eine wichtige Rolle. Die Zusammenarbeit mit Künstler*innen anderer Gewerke wie Schauspiel, Regie, Tanz, Dramaturgie und Szenographie nimmt mittlerweile einen selbstverständlichen Raum in seiner Arbeit ein und führte zu Musiktheaterproduktionen am Theater Aachen (2013), der Deutschen Oper Berlin (2015/16), am Konzert Theater Bern (2016), bei der Münchener Biennale (2016) und La Biennale di Venezia (2017).

Doch auch der konzertanten Musik fühlt sich Ole Hübner verpflichtet: so wurden seine Kompositionen bei namhaften Musikfestivals sowie im In- und Ausland (Österreich, Schweiz, Polen, Italien, Dänemark, Japan, Israel, Singapur, Kanada) aufgeführt, wobei er mit Klangkörpern wie dem Ensemble Modern, dem Ensemble Garage, dem Decoder Ensemble, LUX:NM sowie mit zahlreichen Solist*innen zusammenarbeitete.

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Ole Hübner - Träger des Kompositionspreises 2018. Foto: privat

Ondrej Adámek

Ondrej Adámek wurde 1979 in Prag geboren. Er studierte Komposition an der Musikakademie in Prag und am Konservatorium in Paris.

Er komponiert Orchester-, Kammer-, Vokal- und elektroakustische Musik und arbeitet mit Choreografen des zeitgenössischen Tanzes zusammen. Im April 2002 wurde ihm ein UNESCO-Stipendium zugesprochen für die Zusammenarbeit mit der Tanzkompanie Gaara in Nairobi (Produktion "Abila"). 2004 arbeitete er mit dem Nouvel Ensemble Moderne in Montréal. Er erhielt zahlreiche Kompositionsaufträge von wichtigen Festivals wie den Wittener Tage für neue Kammermusik, dem Agora Festival (IRCAM, Paris), Les Musique (GMEM, Marseille), dem Warschauer Herbst sowie von Ensembles wie dem Klangforum Wien, Orchestre National d'Île de France, Les Percussions de Strasbourg, den Brandenburger Sinfonikern und dem Lucerne Festival Academy Orchestra (Uraufführung unter der Leitung von Pierre Boulez).

Seine Werke wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem "Prix de Bourges (IMEB, 2003), dem Prix Métamorphoses (Belgien 2002, 2004) und dem Preis des Ungarischen Radios (2004). 2006 gewann er den Komponistenpreis der Brandenburger Biennale, 2009 den Prix Hervé-Dugardin (SACEM, Paris) und 2010 den Grand Prix Tansman (Lodz), 2011 den Prix George Enesco (SACEM, Paris). 2010 ist Adámek als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD nach Berlin gekommen, seitdem lebt er in Berlin. Seit 2013 ist er zudem als Dirigent tätig.

Ondrej Adámek, Träger des Kompositionspreises 2018. Foto:Astrid AckermannVergrößern
Ondrej Adámek, Träger des Kompositionspreises 2018. Foto:Astrid Ackermann

Mitglied der Jury waren

  • Björn Gottstein (Vertreter des Südwestrundfunks)
  • Prof. Martin Schüttler (Vertreter der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart)
  • Prof. Dr. Angela Ida De Benedictis (Musikwissenschaftlerin)
  • Prof. Frédéric Durieux (Komponist)
  • Dr. Michael Kunkel (Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Hochschule für Musik Basel)
  • Prof. Mike Svoboda (Komponist und Posaunist)
  • Dr. Cathy van Eck (Komponistin)

Den Vorsitz hatte Bürgermeister Dr. Fabian Mayer.