Hintergrund zu dem Projekt Gesundheitslotsen in Stuttgart

45 Prozent der Stuttgarter Einwohner haben einen Migrationshintergrund und stammen aus 180 verschiedenen Nationen. So unterschiedlich wie die Herkunft der Menschen in Stuttgart ist, so unterschiedlich sind auch die Einstellungen zum Thema Gesundheit und Krankheit und das Wissen über das Gesundheitssystem. Studien zur Gesundheit von Migrantinnen und Migranten in Deutschland weisen einen Zusammenhang zwischen dem Migrationsstatus und der gesundheitlichen Lage im Sinne eines schlechteren allgemeinen Gesundheitszustands auf.

Aus diesem Grunde ist es wichtig, Migrantinnen und Migranten über das deutsche Gesundheitssystem zu informieren und über Gesundheitsthemen, insbesondere zur Prävention und Gesundheitsförderung aufzuklären.

Am besten gelingt die Vermittlung solcher Informationen, wenn sie von Personen überbracht werden, die sowohl die gleiche Sprache sprechen als auch den kulturellen Hintergrund verstehen.

Migranten helfen Migranten

Das Projekt "Gesundheitslotsen für Migrantinnen und Migranten in Stuttgart" geht dank der gemeinsamen trägerübergreifenden Förderung der gesetzlichen Krankenkassen sowie der Unfallkasse Baden-Württemberg mit über 200.000 Euro an den Start. Mit der konkreten Umsetzung der Förderung wurde die Stiftung für gesundheitliche Prävention des Landes Baden-Württemberg beauftragt. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und zielt darauf ab, dass gut integrierte Migrantinnen und Migranten zu sogenannten Gesundheitslotsen ausgebildet werden, um ihre Landsleute an Themen zur Prävention und Gesundheitsförderung heranzuführen und über das deutsche Gesundheitssystem zu informieren.

https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/erste-traegeruebergreifende-projektfoerderung-in-stuttgart/

Was ist das Besondere?

Die Durchführung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit allen für die Zielgruppe relevanten Ämtern und Institutionen, wie die Abteilung Integrationspolitik, Migrantenvereine und weitere mehr. Das bereits bestehende Netzwerk soll gemeinsam mit den am Projekt Beteiligten weiterentwickelt werden.

Das Besondere ist, dass sowohl die Lotsen als auch die Zielgruppe im Sinne der Partizipation in die Entwicklung des Projekts eingebunden werden. Hierzu zählen sowohl die Auswahl der relevanten Themen als auch die Weiterentwicklung und Anpassung von Materialien mit dem Ziel, den individuellen Bedürfnissen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu entsprechen.

Die Informationsvermittlung durch die Gesundheitslotsen findet in Form von Vorträgen, Workshops oder ähnlichen Veranstaltungen statt.