Bauberatung PLUS

Die Bauberatung PLUS ist ein weiterer Baustein in den Beratungsangeboten des Baurechtsamts. Sie möchte Bauwillige und ihre Architekten schon bei den ersten Planungsüberlegungen unterstützen.

Die Bauberatung PLUS dient der Grundlagenermittlung.
In einem persönlichen Beratungsgespräch mit dem Bauverständigen wird gemeinsam die Basis für ein späteres Baugesuch entwickelt. Neu ist, dass im Rahmen der Bauberatung PLUS der Bauverständige beim Baurechtsamt alle relevanten Grundlagen für das Baugrundstück ermittelt und zusammenstellt. Am Schluss der Beratung steht das ausführliche Beratungsprotokoll zum Mitnehmen. Damit ist die Bauberatung PLUS eine Service-Alternative zur bisherigen Beratungsstufe 1 beim Bürgerservice Bauen.

Die Bauberatung PLUS startet als Pilotprojekt in den Bauabteilungen Nord und Neckar.

Weitere Informationen erteilt die Geschäftsstelle Ämterkonferenz beim Baurechtsamt.

 

 

Wo melde ich mich an zur Bauberatung PLUS?

Die Terminvergabe erfolgt über die Geschäftsstelle der Ämterkonferenz.

Wie funktioniert die Terminvereinbarung?

In einem Telefongespräch werden Ihre Kontaktdaten erhoben und ein erster "Steckbrief" für Ihr Vorhaben erstellt. Ein Termin für die Beratung beim zuständigen Bauverständigen wird für Sie reserviert. Im Anschluss an das Telefonat erhalten Sie ein E-Mail mit weiteren Informationen. Mit Ihrer Antwort auf die E-Mail wird der Termin verbindlich und kostenpflichtig gebucht.

Bitte beachten Sie, dass die Reservierung innerhalb von 2 Arbeitstagen nach Zugang der Mail bestätigt sein muss. Sonst verfällt sie automatisch.

Was kostet die Bauberatung PLUS?

Im Gegensatz zur Beratungsstufe 1, in der der Kunde selbst Einzelleistungen bestellt, liefert die Bauberatung PLUS ein Gesamtpaket an Informationen. Der Bauverständige ermittelt alle relevanten Grundlagen für das Baugrundstück: den genehmigten Stand anhand der Akten aus dem Archiv, das geltende Bauplanungsrecht, aber auch etwa vorhandene Baulasten. Außerdem werden die weiteren einschlägigen Planungsgrundlagen in einem Serienplot erhoben.

Im Beratungsgespräch werden dann anhand eines umfangreichen Leitfadens die geltenden bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Anforderungen erläutert. Außerdem gibt es erste Hinweise auf mögliche Problemstellungen oder die Belange von Fachämtern. Über die verschiedenen Verfahrensarten wird ebenso informiert wie über die erforderlichen Bauvorlagen.

Im Preis enthalten sind der Serienplot mit den einschlägigen Planungsgrundlagen, ein Auszug aus dem Bebauungsplan im Format DIN A 3 mit dem jeweiligen Textteil, eventuell vorhandene Baulasten bzw. ein Negativzeugnis sowie das ausführliche Beratungsprotokoll.  

Digitalisate Ihrer Bauakten können Sie gleich im Anschluss an das Gespräch gegen Gebühr beim Bürgerservice Bauen mitnehmen.

Wer kann die Bauberatung PLUS in Anspruch nehmen?

Die Bauberatung PLUS ist für Bauherren und Architekten gedacht. Sie kann nicht gebührenfrei, z.B. an (gebührenbefreite) gemeinnützige Organisationen, städtische Bauherren o.ä. abgegeben werden. Für Werbeanlagen findet keine Bauberatung PLUS statt.

Welche Unterlagen muss ich mitbringen?

Sie benötigen eine schriftliche Vollmacht des Grundstückseigentümers, wenn Sie nicht selbst Eigentümer sind.

Als Vertreter einer juristischen Person bringen Sie bitte einen Nachweis Ihrer Vertretungsberechtigung (z.B. Handelsregisterauszug o.ä.) mit.

Wenn Sie schon Überlegungen angestellt und Planskizzen o.ä. gemacht haben, bringen Sie diese gerne zum Termin mit.

Kann ich das Ergebnis für meinen Bauantrag verwenden?

Unbedingt. Die Bauberatung PLUS dient ja gerade der Grundlagenermittlung und ist ein Baustein in der Vorbereitung des Bauantrags. Bitte beachten Sie, dass in der Bauberatung PLUS keine Dispensentscheidungen vorweg getroffen oder zugesichert werden können. Diese Entscheidungen obliegen immer dem Baugenehmigungsverfahren.

Wann / Wozu muss ich eine Vollmacht vorlegen?

Eine schriftliche Vollmacht ist erforderlich, wenn Sie die Beratung in Anspruch nehmen möchten und nicht selbst Grundstückseigentümer sind - beispielsweise als Architekt oder Bauträger.

Wann / Wie bezahle ich?

Im Anschluss an den Beratungstermin wird Ihnen ein Gebührenbescheid zugestellt. Sie können aber auch bar oder mit EC-Karte direkt im Bürgerservice Bauen bezahlen.

Was ist der Unterschied zur Beratungsstufe 1 und Beratungsstufe 2?

Die Bauberatung PLUS deckt die Grundlagenermittlung und damit die Leistungsphase 1 gemäß der HOAI ab. Sie steht als Alternative neben der Beratungsstufe 1. Für die weiteren Leistungsphasen bietet das Baurechtsamt die Beratungsstufe 2 an, in der konkrete, auf das Vorhaben bezogene Einzelfragen besprochen werden. Daneben sind Beratungstermine mit Fachämtern zur Klärung von Einzelfragen möglich.

Auch diese Angebote sind gebührenpflichtig.

 

Was ist ein Vertical Plot?

In diesem speziellen Serienplot werden die Fachinhalte, die für ein bestimmtes Grundstück hinterlegt sind, nacheinander abgerufen und jeweils in einer Karte dargestellt. So entsteht ein "Plansatz" mit der Darstellung der für das Baugrundstück relevanten Themen wie z.B. Altlasten, Bauleitplanung, Baumschutzsatzung, Denkmalschutz, Entwässerung, Naturschutz, Verkehr, Wasserwirtschaft.

Was ist der "genehmigte Stand"?

Der Baubestand auf dem Grundstück entspricht leider nicht immer dem baurechtlich genehmigten Zustand. Der Bauverständige erhebt anhand der Vorakten aus dem Archiv diesen genehmigten Zustand. Darauf kann und muss der Bauantrag dann aufbauen. Eventuelle Unstimmigkeiten können dann - wenn möglich - im Verfahren gleich mit betrachtet werden.

Was wird beraten, wenn zum Bauplanungsrecht beraten wird?

Der Bauverständig ermittelt die Grundlagen, nach denen die planungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens beurteilt wird: Liegt es im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplans? Innerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils? Im Außenbereich? Besteht ein einfacher Bebauungsplan?
Außerdem wird zu ersten erkennbaren Verstößen gegen das geltende Bauplanungsrecht beraten. Bitte beachten Sie, dass in der Bauberatung PLUS keine Dispensentscheidungen vorweg getroffen oder zugesichert werden können. Diese Entscheidungen obliegen immer dem Baugenehmigungsverfahren.

Was wird beraten, wenn zu den baurechtlichen Verfahren beraten wird?

Die Landesbauordnung kennt verschiedene Verfahrensarten und schreibt ihre Anwendung zum Teil auch verbindlich vor: Das Kenntnisgabeverfahren, das Vereinfachte Baugenehmigungsverfahren, das klassische Baugenehmigungsverfahren, das Bewilligungsverfahren. Der Bauverständige gibt Tipps zur Auswahl des passenden Verfahrens.

Was wird beraten, wenn zu den Verfahren nach anderen Gesetzen beraten wird?

Neben dem Bauplanungs- und Bauordnungsrecht sind oft auch Vorgaben aus anderen Rechtsgebiete, dem sogenannten "Baunebenrecht" zu beachten. Dazu gehören z.B. der Denkmalschutz, der Naturschutz, das Wasserrecht - um nur einige zu nennen. Der Bauverständige weist darauf hin, wenn besondere bauvorlagen erforderlich werden oder ggfs. sogar separate Anträge bei den Fachämtern zu stellen sind.

Was wird beraten, wenn zu den Bauvorlagen beraten wird?

Zur Beurteilung seines Bauvorhabens reicht der Bauherr beim Baurechtsamt - neben dem Antragsformular - Bauvorlagen ein. Art und Umfang sind geregelt in der Verfahrensverordnung zur Landesbauordnung - LBOVVO. Der Bauverständige berät über Art und Umfang der bauvorlagen. Er weist auch auf evtl. erforderliche Pläne, Gutachten o.ä. hin, die aus dem Baurecht oder dem Baunebenrecht heraus erforderlich sind.

 
 

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