Kitagebühren werden erneut gesenkt - Gleichzeitig investiert die Stadt in den Ausbau des Platzangebots

Der Doppelhaushalt bringt Stuttgarter Familien, aber auch den freien Trägern von Kindertagesstätten zahlreiche Verbesserungen. Eltern profitieren von weiteren Gebührensenkungen, die freien Träger von Verbesserungen bei der Förderung.

Kita und Waldkindergarten WidmaierstraßeDer Doppelhaushalt bringt Stuttgarter Familien, aber auch den freien Trägern von Kindertagesstätten zahlreiche Verbesserungen. Foto: Ines RudelNach der Senkung der Elternbeiträge für drei- bis sechsjährige Kinder zum Doppelhaushalt 2018/2019 werden künftig auch Kinder unter drei Jahren mit Familiencard bei den Kita-Kosten entlastet. Ab 1. August 2020 werden die Elternbeiträge für das erste und zweite Kind jeweils um 50 Euro gesenkt, für Familien mit drei oder mehr Kindern in der regulären Ganztagesbetreuung entfallen sie sogar ganz. Wer über keine Familiencard verfügt, weil das jährliche Brutto-Familieneinkommen 70.000 Euro übersteigt, zahlt wie bisher pro Monat für den Ganztages-Krippenplatz bei einer Ein-Kind-Familie 219 Euro. Die ermäßigte Gebühr von derzeit 178 Euro sinkt auf 128 Euro. Für eine Familie mit zwei Kindern unter drei Jahren in Ganztagesbetreuung, die bisher insgesamt 322 Euro bezahlt hat, bedeutet dies, dass sie künftig nur noch 222 Euro aufbringen muss.
 
Die bereits bestehende Ermäßigung der Elternbeiträge bei Familiencard-Inhabern wird durch die neue Ermäßigungsregelung also wesentlich verbessert - bis hin zur Beitragsfreiheit. Damit wird eine weitere deutliche Entlastung von Familien mit Familiencard-Berechtigung erreicht. Die Stadt wird die jährlichen Einnahmeausfälle von rund 1,31 Millionen Euro ausgleichen.

Der monatliche Pauschalbetrag für die Verpflegung bleibt unverändert bei 70 Euro. Familien mit Bonuscard müssen wie bisher keine Elternbeiträge und aufgrund des Starke-Familien-Gesetzes auch kein Essensgeld mehr aufbringen.

Mehr Kitaplätze

Das Platzangebot in den Stuttgarter Kindertagesstätten wird weiter vergrößert: Im nächsten Doppelhaushalt werden in städtischen Kitas und in den Kitas freier Träger 535 zusätzliche Plätze für null- bis dreijährige Kinder geschaffen. Im Bereich der drei- bis sechsjährigen Kinder entstehen durch neue Projekte beziehungsweise Angebotsveränderungen rund 880 neue Ganztagesplätze. Dafür sind im Haushalt 39,6 Millionen Euro vorgesehen.

Die mit den zusätzlichen Plätzen verbundenen laufenden jährlichen Betriebskosten liegen bei 14,9 Millionen Euro. Davon gehen Betriebskostenzuschüsse von rund 13,2 Millionen an freie Träger und Betriebskindertagesstätten.
 
In den städtischen Kitas werden 2020 für den Ausbau der Kindertagesbetreuung zudem 53,2 Stellen geschaffen.

Weiterhin Zuschlag für Erzieherinnen und Erzieher

Erzieherinnen und Erzieher in Stuttgart erhalten zunächst bis zum Jahr 2024 weiterhin einen freiwilligen Zuschlag von 100 Euro pro Monat. Ab 2025 wird dann über seine Gewährung neu verhandelt. Aktuell wendet die Stadt für den sogenannten Tarif+-Zuschlag jährlich rund 5,4 Millionen Euro auf.

Verbesserung der Kita-Förderung in Stuttgart

Neben der bereits zum Jahr 2019 im Vorgriff auf den Doppelhaushalt 2020/2021 beschlossenen Verbesserung der Personalkostenförderung und des Essenszuschusses für die Kindertageseinrichtungen freier und kirchlicher Träger mit einem Volumen von rund 6,8 Millionen Euro hat der Gemeinderat jetzt auch einer Verbesserung der Sachkostenförderung im Umfang von knapp 1,4 Millionen Euro zugestimmt. Ab 2021 folgt eine weitere Erhöhung der Personalkostenförderung auf eine Quote von 95 Prozent mit rund 4,25 Millionen Euro. Sie ist allerdings an die Erfüllung bestimmter Förderbedingungen geknüpft. Insgesamt werden für die laufende Förderung freier Kitaträger im Haushalt der beiden kommenden Jahre zirka 432,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Weitere Kitas entwickeln sich zu Kinder- und Familienzentren

Das Konzept der Kinder- und Familienzentren (KiFaZ) ist ein Erfolgsmodell. Entsprechend ausgestattete Kindertagesstätten können mit den zusätzlichen Mitteln die Familien und Kinder ihrer Einrichtung noch besser unterstützen. Pro Jahr werden in den vorhandenen 26 KiFaZ-Einrichtungen durchschnittlich 750 Kinder mit Bonuscard und ihre Familien erreicht. Der Gemeinderat hat jetzt Mittel für die Aufnahme von sieben neuen Kitas in das Konzept beschlossen. Insgesamt werden für die Kinder- und Familienzentren zusätzlich rund 206.000 Euro bereitgestellt.