Das Siegel "Kinderfreundliche Kommune" als Ziel

Stuttgart soll noch kinderfreundlicher werden. Mit einem umfangreichen Aktionsplan will sich die Stadt 2020 um das Siegel "Kinderfreundliche Kommune" bewerben und sich dafür der Analyse des vom Deutschen Kinderhilfswerk und Unicef getragenen Vereins "Kinderfreundliche Kommune" stellen. Dazu hat der Gemeinderat ein Aktionsplan beschlossen und rund 5,46 Millionen Euro in den nächsten beiden Jahren an Personal- und Sachmitteln für die Umsetzung eingestellt.

Doppelhaushalt 2020/21 Dritte Lesung - KinderfreundlichkeitStuttgart soll noch kinderfreundlicher werden. Damit das gelingt, hat der Gemeinderat einen Aktionsplan beschlossen. Foto: Christian Schwier/FotoliaDer Aktionsplan "Kinderfreundliche Kommune" umfasst 32 Maßnahmen zu sechs Themenbereichen, die die Rechte der Kinder in Stuttgart im Einklang mit der UN-Kinderrechtskonvention weiter stärken sollen.

Sicherheit, Sauberkeit und Gesundheit

In diesem Handlungsfeld legt Stuttgart einen Schwerpunkt auf den Ausbau bewährter Angebote zur Gewaltprävention an Schulen, um das Sicherheitsgefühl von Kindern und Jugendlichen in diesem wichtigen Lebensumfeld nachhaltig zu verbessern.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es, Müttern beziehungsweise Eltern mehr Still- und Wickelmöglichkeiten in der Stadt zur Verfügung zu stellen. Um gleichzeitig den Bekanntheitsgrad dieser Angebote zu steigern sind ein eigenes Logo, Flyer und Hinweise auf der städtischen Internetseite geplant.

Des Weiteren ist vorgesehen, stark frequentierte Spielplätze künftig mehrmals pro Woche zu reinigen.

Stadtraum, Spiel- und Bewegungsflächen

Neben zahlreichen anderen Themen, wie der systematischen Berücksichtigung der Kinderperspektive in der Stadtplanung liegt dem Kinderbüro in diesem Bereich vor allem der Ausbau des Pilotprojekts "Temporäre Spielstraßen" am Herzen.

Darüber hinaus möchte es ein niederschwelliges Angebot entwickeln, das Stadtkindern Zugang zu naturnahen Gärten bietet.

Teilhabe und Chancengerechtigkeit

Hier will die Stadt im Rahmen des Aktionsplans "Kinderfreundliche Kommune" mit Nachdruck daran arbeiten, dass die Spielflächen in Stuttgart von Kindern mit und ohne Behinderung gleichermaßen genutzt werden können.

Außerdem sollen neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in den Bereichen Partizipation und Bildung noch besser gefördert und unterstützt werden

Partizipation und Information

Damit sich Kinder an der Entwicklung ihrer Stadt beteiligen können, plant das Kinderbüro die Erprobung einer stadtweiten Kinderkonferenz. Daneben soll auch die Zusammenarbeit mit den Schulen zum Thema Kinderrechte deutlich verstärkt werden.

Von einer Befragung der 14- bis 18-Jährigen zu den Kinderrechten in ganz Stuttgart erhofft sich die städtische Kinderbeauftragte Maria Haller-Kindler eine solide Datengrundlage für spezifisch auf diese Altersgruppe zugeschnittene Handlungsempfehlungen, die bei einer Fortschreibung des Aktionsplans in diesen aufgenommen werden können.

Bildungs-, Freizeit- und Kulturangebote/-einrichtungen

Vorrangig in diesem Bereich sind die Stärkung und der Erhalt der 22 Jugendfarmen sowie Abenteuer- und Aktivspielplätze in der Landeshauptstadt, damit Kinder und Jugendliche auch künftig von dem inspirierenden Angebot und der wertvollen Arbeit dieser Einrichtungen profitieren können.

Strukturelle Rahmenbedingungen

Erklärtes Ziel des Kinderbüros ist es, die Verankerung der Kinderrechte in der Hauptsatzung der Landeshauptstadt Stuttgart zu erreichen. Außerdem soll die Stellung der Kinderbeauftragten in den städtischen Ämtern ebenso wie in den Stadtbezirken weiter gestärkt werden, um die Umsetzung der Kinderrechte in allen Bereichen des Verwaltungshandelns noch wirkungsvoller voranzubringen.