65. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart

Der  65. Kompositionspreis der Landeshauptstadt 2020 geht an Laure M. Hiendl und Matthias Kranebitter. Laure M. Hiendl wird für "Ten Bullets Through One Hole" für zwei Stimmen, Live-Elektronik und Live-Video mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Matthias Kranebitter erhält den zweiten Preis für "pitch study no. 1 / contra violin" für Violine und Stereo Playback. Die Jury hat entschieden, die Preise entsprechend mit 7.000 € und 5.000 € zu dotieren.

Laure M. Hiendl

Laure M. Hiendl - Preisträger* Kompositionspreis 2020Laure M. Hiendl, Foto: Martin W. Maier / LHS Stuttgart

Laure M. Hiendl arbeitet in den Zwischenbereichen von Konzertmusik, Performance, Musiktheater und Installation. Instrumente und Stimmen werden in Hiendls Arbeiten oft im Verhältnis zu Elektronik und digitalen Prozessen gesetzt und untersuchen dabei das Raum-Zeit-Körper-Verhältnis in Musik als ein immer schon theatrales, performatives und politisches Ereignis. Hiendls Arbeiten wurden bei Festivals und Institutionen wie Bergen Assembly / Parliament of Bodies (Bergen), Ultraschall (Berlin), 3hd Festival (Berlin), Impuls (Graz), Musica Electronica Nova (Breslau), Sacrum Profanum (Krakau), Installakcje Festival (Warschau), The Kitchen (New York), Akademie der Künste (Berlin) von Ensembles wie dem International Contemporary Ensemble (New York), Ensemble KNM Berlin, JACK Quartet (New York), Zafraan Ensemble (Berlin) gezeigt. Laure M. Hiendl promoviert derzeit an der Columbia University in New York bei George E. Lewis über queeres Komponieren.


Matthias Kranebitter

Matthias Kranebitter Peisträger Kompositionspreis 2020Matthias Kranebitter, Foto: privat / LHS Stuttgart

Matthias Kranebitter thematisiert in seiner Musik Aspekte unserer Mediengesellschaft mt ihrer Informationsflut. Seine Kompositionen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Dichte und Heterogenität aus. Matthias Kranebitter bezieht unterschiedlichste (un)musikalische Materialien zur Enthierarchisierung und Relativierung  von Dogmen und Tabus mit ein und arbeitet verstärkt mit Elektronik und neuen Medien. Seine Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet (Gustav-Mahler-Kompositionspreis 2006, Projekt Holland Symfonia Gaudeamus, Austro Mechana 2013, Förderungspreis der Stadt Wien 2014). Matthias Kranebitter arbeitet mit Ensembles wie dem belgischen Nadar Ensemble, Decoder Ensemble Hamburg, Ensemble Mosaik Berlin, Talea Ensemble New York, Ensemble Phace und Klangforum Wien zusammen. Er ist Mitbegründer des Unsafe+Sounds Festivals und künstlerischer Leiter des Black Page Orchestras.