Förderung der europäischen Idee

Auf die sich schnell verändernden Entwicklung der aktuellen Corona-Pandemie hat die Landeshauptstadt Stuttgart kurzfristig reagiert und Projektpartner beraten, um weiterhin Aktivitäten vor Ort zu ermöglichen. So werden in einem Projekt in Belgrad junge Frauen und Mütter darin unterstützt, ihre im vergangenen Jahr erworbenen Nähkenntnisse zur Herstellung von Community-Masken anzuwenden und damit einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz zu leisten. Zugleich tragen sie damit zur Sicherung ihrer eigenen Existenzgrundlage bei.

Projekte 2018

  • Grenzüberschreitende Inklusionsprojekte des Europa Zentrum Baden-Württemberg im Donauraum mit der Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene aus Kroatien, Serbien, Ungarn. Link zum Projekt: https://europa-zentrum.de/sport-tag-im-the-danube-devils-advocate-projekt/
  • Stärkung eines Mütterzentrums für Roma-Frauen in Belgrad (Mütterzentren Internationales Netzwerk für Empowerment e. V. - mine e. V.) mit der Zielgruppe Roma-Frauen in Belgrad (Serbien). 
  • Unterstützung von Gastauftritten zum Internationales Theaterfestival "The Future of Europe" des Schauspiels Stuttgart
  • Unterstützung Stuttgarter Migrantenvereine über das Forum der Kulturen Stuttgart e. V.

Projekte 2019

  • Einwöchiges Jugendseminar "InterKultural" (Institut für Auslandsbeziehungen e.V. ifa) für den interkulturellen Dialog für Jugendliche aus Deutschland und Rumänien in Schäßburg/Rumänien im Rahmen des Festivals Pro-Etnica. Link: https://www.youtube.com/watch?v=CnLj2Go8PSc
  • Theateraufführung beim von der Stadt Bukarest ausgerichteten internationalen Theaterfestival Fest(in) on the Boulevard in Bukarest/Rumänien: GIRLS BOYS LOVE CASH, eine Koproduktion des Citizen.Kane.Kollektivs mit dem JES (Junges Ensemble Stuttgart), unter anderem zum Thema Prostitution in Stuttgart. Link zum Theaterstück: https://www.youtube.com/watch?v=wQZDFPOLZn4
  • Stärkung von Vereinsstrukturen und zielgerichteter Flüchtlingshilfe in Südosteuropa (STELP e. V., Sitz in Stuttgart), mit dem Ziel, die Lebenssituation von Geflüchteten vor Ort zu verbessern, zum Beispiel in Bosnien-Herzegowina
  • Internationales Amateur und Freies Theater Festival - AMAFEST (Theater am Olgaeck Stuttgart) mit non- und semi-professionellen Theaterensembles unter anderem aus Albanien, Armenien, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Serbien, Slowakei, Ungarn
  • Dreimonatige Austausch-Stipendien für junge Kunstschaffende aus Deutschland, Serbien und Ungarn (Akademie Schloss Solitude)

Beschreibung ausgewählter Projekte

  • Mütterzentrum Aurora Mine - Rückkehrerprojekt in Belgrad
Das intergenerative Mütterzentrum Aurora Mine in Belgrad ist eine Initiative "von Roma für Roma", die mit Unterstützung des Stuttgarter Vereins MINE (Mother Centers for International Network for Empowerment) und durch die Erfahrungen der Rückkehrerin Jelena Brkic aus Stuttgart gegründet wurde. Das Mütterzentrum ist in einer marginalisierten Nachbarschaft tätig, in der Menschen kaum Zugang zu Bildung und Arbeit haben.

Ziel des Mütterzentrums Aurora Mine ist es, die Kompetenzen und gesellschaftliche Teilhabe von Müttern und jungen Frauen unter Einbeziehung von Kindern und Vätern zu stärken und Zukunftsperspektiven für Familien zu schaffen.

Die Landeshauptstadt Stuttgart fördert seit 2019 das Projekt "Mütterzentrum Aurora Mine". Hierbei bauen junge Frauen und Mütter der Community ihre Kompetenzen und beruflichen Qualifikationen durch Fortbildungs- und Lernangebote aus, um ihre eigene Existenz zu sichern. Die Frauen schlossen einen zertifizierten Intensivnähkurs im Mütterzentrum erfolgreich ab, der vom Landesverband Baden-Württemberg Deutscher Roma und Sinti durchgeführt wurde. Zudem besuchten sie einen Workshop zu Projektmanagement und vernetzten sich mit der Association of Business Women in Serbia.

Aktuell wenden die jungen Frauen und Mütter ihre im vergangenen Jahr erworbenen Nähkenntnisse zur Herstellung von Community-Masken an und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gemeinschaft. Zugleich tragen sie damit zur Sicherung ihrer eigenen Existenzgrundlage bei. Dies wird durch 1 zu 1 Online-Coachings begleitet. Hier liegt der Schwerpunkt in der beruflichen Entwicklung durch die Reflektion eigener Ressourcen und Potentiale. Ziel ist es das Selbstbewusstsein der Frauen, aber auch das Bewusstsein und die Unterstützung innerhalb der Community zu steigern, wodurch Existenzgründungen und Beschäftigungen der Frauen ebenfalls gefördert werden.


  • AMAFEST 2020 - Internationales Amateur Theaterfestival
Nachdem 2019 die Theatergruppen aus den weitesten Ecken der Welt nach Stuttgart zum ersten internationalem Theatertreffen in das Theater am Olgaeck kamen, wurde dieses Jahr der Fokus auf Amateurtheatergruppen aus Süd-Ost Europa gerichtet.

Wegen der Coronavirus Pandemie musste das Festival AMAFEST im Mai 2020 jedoch abgesagt werden. Die Theatergruppen sind hinter geschlossenen Grenzen in der Quarantäne geblieben.

Besonders in dieser Zeit der Isolierung ist es Intendantin Nelly Eichhorn wichtig, den Zusammenhalt weiter zu festigen, Austausch, Kooperation und die kulturellen Beziehungen zu internationalen Theatergruppen zu fördern, einander zu unterstützen, gemeinsam nach neuen Wegen zu schauen. Daher: AMAFEST goes online! http://www.theateramolgaeck.de/play/2020/amafest20.htm (ab Donnerstag, 7. Mai 2020).

Zusammen mit Gustav Frank lädt Nelly Eichhorn auf eine Entdeckungsreise durch die weniger bekannte und teils noch nicht entdeckte Theaterkunst Süd-Ost-Europas. Visionäre und charismatische Theaterensembles aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Montenegro, Rumänien, Griechenland, Russland, Estland, Israel, Indien, Iran versprechen spannende Begegnungen und unvergessliche Theatererlebnisse über Europa heute.

Welchen Blick werfen Künstlerinnen und Künstler auf den Kontinent? Welche Perspektiven entstehen aus ihren Texten? Ausgehend von der Frage nach der Existenz einer europäischen Identität und dem subjektiven Blick der Dramatiker entsteht ein Parforceritt durch Europa - von Nord nach Süd, von Ost nach West, von innerhalb nach außerhalb der EU. Die Fragen nach dem Stand der Emanzipation, nach dem Umgang mit und der gesellschaftlichen Einbindung von Minderheiten, nach dem politischen Stillstand, dem Umgang mit Geschichte und dem Verhalten von Staaten zueinander, werden in den Texten aufgeworfen und mit kraftvollen Figuren auf die Bühne gebracht.