Newsletter
Ausgabe Nr. 2 2020
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Liebe Leserin, lieber Leser,

bei der Erstellung dieses zweiten Newsletters für dieses Jahr war geplant, ein paar Worte zum Lockdown in Folge der Corona-Pandemie voranzustellen. Wer konnte ahnen, dass selbst dieses gesellschaftlich einmalige Ereignis noch von einem drängenderen Thema verdrängt werden würde?

Nach einer Welle der Zerstörungswut und dem Hass auf staatliches Einschreiten erleben wir Stuttgart in dieser Woche nun völlig anders, als wir es bislang gewohnt waren. Was in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni passiert ist, muss zunächst gründlich aufgearbeitet werden. Uns als Akteure in der Kriminalprävention machen die Geschehnisse fassungslos und wir wollen nun zusehen, rasch nach Erklärungen und Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Dabei brauchen wir Ihre Unterstützung, denn es liegt an der gesamten Gesellschaft, genau hinzuschauen und rasch auf Vorurteile jedweder Art, falsche Nachrichten und demokratiefeindliches und gewalttätiges Handeln zu reagieren.

Wir stehen zu unserer Stuttgarter Polizei. Wenn Sie Fragen haben oder einfach mit uns in Kontakt treten möchten, um Ihre Sorgen und Anliegen oder vielleicht auch (konstruktiven) Verbesserungsvorschläge mitzuteilen, kommen Sie gerne auf uns zu. Gerne per E-Mail an kriminalpraevention@stuttgart.de.

Dennoch wünschen wir Ihnen ein paar interessierte Augenblicke und mögliche Anregungen bei den nachfolgenden Präventionsthemen.

Ihr

Gregor Belgardt Hermann Volkert

 
 
 
Ulrich Sauter in den Ruhestand verabschiedet:
 

Der langjährige Leiter des Referats Prävention Ulrich Sauter ist am 24. Februrar 2020 in den Ruhestand verabschiedet worden. Ulrich Sauter war ein fester Bestandteil der Stuttgarter Präventionsarchitektur, wohl kein anderer kannte die Akteure, Strukturen und Projekte in Stuttgart und weit darüber hinaus so gut wie er. Er war an der Schaffung der Kommunalen Kriminalprävention Mitte/Ende der 90er Jahre beteiligt und hatte großen Anteil am Aufbau der Polizeilichen Kriminal- und Verkehrsunfallprävention in ihrem heutigen Aufbau. Wir wünschen ihm für den verdienten und lange aufgeschobenen Ruhestand alles Gute!

Verabschiedung Uli Sauter
 
 
Die Projekte im Überblick
 

Am Limit!

Träger: Ein Stern für Lena* Gegen Gewalt e.V. in Kooperation mit Theater Q-rage

In einem interaktiven Theaterstück geht es um alltägliche Gewalterfahrungen von Jugendlichen und darum, dass jeder in jedem Moment sein Verhalten verändern kann und wie wichtig es ist, Verantwortung dafür zu übernehmen. Es geht um den Umgang mit Aggressionen und um das Thema Zivilcourage, sich für andere einzusetzen. Nach dem Theaterstück gibt es einen Vertiefungskurs durch einen Konflikttrainer. Hierbei erhalten die Jugendlichen ein klassen- oder gruppenweises Training zu bestimmten Themen, wie Empathie oder Umgang mit Beleidigungen. Eine Arbeitshilfe für die weitere Nacharbeit wird dem pädagogischen Fachpersonal vor Ort zur Verfügung gestellt. Zu den Zielgruppen gehören junge Menschen ab der 7. Klasse, aber auch Jugendliche in Jugendreinrichtungen. Sie werden durch "Am Limit!" zum Nachdenken über ihr eigenes Verhalten angeregt.

 

MiMi-Gewaltprävention Stuttgart:

Träger: Landeshauptstadt Stuttgart, Abteilung Individuelle Chancengleichheit von Frauen* und Männern* 

Um geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften vor häuslicher Gewalt zu schützen wurde das Projekt "MiMi-Gewaltprävention mit Migrantinnen für Migrantinnen" in Stuttgart und acht weiteren Städten in Deutschland ins Leben gerufen. Oftmals suchen sich Opfer in Unterkünften keine Hilfe, da sie nicht genug über ihre Rechte informiert sind. Folglich ist es das Ziel des Projektes, diese Menschen vor Ort z.B. durch muttersprachliche Informationsveranstaltungen und "Sprechstunden" zu erreichen, aufzuklären und eine erfolgreiche Verständigung zwischen Fachpersonal und Bewohner*innen zu ermöglichen. Dafür wurden Frauen und Männer mit Flucht- oder Migrationshintergrund zu Mentorinnen bzw. Mentoren für häusliche Gewalt geschult, die vor Ort im Einsatz sind. Auf Grund der aktuellen Lage und den eingeschränkten Möglichkeiten vor Ort zu sein, wurde eine Telefonbetreuung der Gewaltschutz Mentor*innen (MiMi) eingerichtet. Für den Fall, dass Unterstützungsbedarf besteht, können Betreuungszeiten individuell und flexibel reserviert werden. Die Betreuung ist kostenfrei, allerdings können Kosten durch den Netzbetreiber entstehen.

 

Erreichbar unter 0711 216-80440 oder 0174 312 6887.

 

Ich schaff's auch ohne:

Träger: move&do Sportkreis Stuttgart e.V. und Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft

"Always on" ist ein Begriff der heutigen Gesellschaft und trifft vor allem auf die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen zu. Kinder und Jugendliche sollen eine Eigenkontrolle über die Nutzung digitaler Geräte erhalten und diese selbstkontrolliert und selbstbestimmt stressfrei nutzen. Dabei sollen sie lernen, achtsamer mit sich umzugehen, bewusster die Medien zu nutzen und alternativ dazu wieder zu sportlichen Aktivitäten zurückzufinden.

 

Projekt spiel.raum - Prävention von islamistischen Extremismus in Justizvollzugsanstalten in Baden-Württemberg

Träger: Fachberatungsstelle Gewaltprävention - Sozialberatung Stuttgart e.V.

Eine plötzliche Inhaftierung bedeutet manchmal, dass es zu Krisen kommt. Dieses Ereignis kann für viele bedeuten, dass sie von extremistischen / islamistischen Organisationen herangezogen werden. Innerhalb des dreijährigen Projektzeitraumes sollen junge und heranwachsende Menschen von islamistischen Ideologien distanziert werden. Es wird Aufklärungsarbeit geleistet, die Teilnehmer werden sensibilisiert und es wird dabei geholfen eine Identität zu entwickeln. Um diese beispielhaften Ziele zu erreichen, gibt es drei Bausteine, wie das Gruppenagebot in Haft, Begleitung bis zum Haftende und eine "Nachsorge", also eine Begleitung auch nach der Haft um die jungen Menschen zu stabilisieren.

Die Zielgruppe ist hierbei vor allem männlich und im Alter zwischen 14 und 27 Jahren. Des Weiteren handelt es sich um eine multikulturelle- und religiöse Zielgruppe. Bei dem Projekt geht es vor allem um Wissensvermittlung und Identitätsarbeit um extremistischen Denken präventiv entgegenwirken zu können. Dafür werden die Eckpunkte zur Prävention von Radikalisierungsprozessen und der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) bzw. der pauschalisierenden Ablehnungskonstruktionen (PAKOs), namens KISSeS (Kontrolle, Integration, Sinnliches Erleben, Sinnerfahrungen, erfahrungsstruckturierende Repräsentation und Selbst- und Sozialkompetenzen angewendet werden. Diese wurden laut dem Zwischenbericht grundsätzlich erreicht.


 
  Trailer zu "Am Limit!" 
  Weitere Infos zu "Am Limit!" 
  Weitere Infos zu MiMi-Gewaltprävention 
  Weitere Infos zu spiel.raum 
 
 
Notrufsäule im Stuttgarter Schlossgarten
 

Damit das Sicherheitsgefühl der Stuttgarter noch weiter gestärkt werden kann, wurde im Oberen Schlossgarten eine Notrufsäule aufgestellt, welche sich vom Eckensee aus in Richtung Theaterpassage befindet. Die Notrufsäule steht in der Nähe vom Bahnhof, da hier das Sicherheitsgefühl der Bürger auf Grund der Örtlichkeit schwanken kann. Durch die Säule soll dem beholfen werden und den Bürger, wenn sie beispielsweise aus dem Staatstheater kommen, eine Gelegenheit auf schnelle Hilfe bieten. Sie ist mit einem Knopf ausgestattet, der einen sofort an die Notrufzentrale der Polizei leitet und wird mit Solarenergie betrieben. Die Säule wird von der Björn-Steiger-Stiftung finanziert.

Einweihung Notrufsäule
 
 
Let´s Putz! 2019 - Preisverleihung
 

Auch in diesem Jahr steht das Thema "Sauberkeit" in der Landeshauptstadt Stuttgart nicht im Hintergrund. Deshalb fand am 29.05.2020 die Preisverleihung zu Let´s Putz! 2019 statt. Die preistragenden Stadtbezirke dieses Jahr sind Münster auf Platz 1, Birkach auf Platz 2 und Stammheim auf Platz 3. Insgesamt waren es 7355 Teilnehmer aus 19 verschiedenen Bezirken in diesem Jahr, welche aus vielen verschiedenen Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Vereinen und der freiwilligen Feuerwehr kamen. Die Veranstaltung dieses Jahr lief allerdings etwas anders ab:

Dieses Jahr fanden allerdings, anders als die letzten Jahre, drei separate und kleine Veranstaltungen in den drei preistragenden Bezirksämtern statt. Der erste Preis von 3062,50? wurde in Münster vom Ordnungsbürgermeister Dr. Martin Schairer an die Bezirksvorsteherin Renate Polinski gegeben. In Birkach wurde das Preisgeld von 2062,50? vom Vorsitzenden des Fördervereins Sicheres und Sauberes Stuttgart Herrn Klaus Thomas an die stellvertretende Bezirksvorsteherin Stephanie Reinhold übergeben. In Stammheim fand die Preisverleihung mit Herrn Udo Hofmeister der AWS statt, welcher an die Bezirksvorsteherin Susanne Korge den Scheck von 1062,50? übergab.

Die hohe Zahl an Teilnehmers ist auch nötig, denn in den vergangenen Jahren mussten von der AWS rund 5.600 Tonnen Müll aufgekehrt werden. Die Teilnahme an Let's Putz steht grundsätzlich jedem offen. Informationen dazu finden sich im Internet auf dem Link "Let´s Putz". Dort sind auch die Teilnehmerlisten abrufbar. Für 2020 werden aufgrund der Kontaktbeschränkungen und der Hygienemaßnahmen weitaus weniger Teilnehmende erwartet - dennoch darf auch in diesem Jahr gerne wieder mitgesammelt werden.

Let¿s Putz Preisverleihung Münster
 
  Let´s Putz 
 
 
Telefon-Beratungshotline
 

Verschiedenste zielgruppenorientierte Veranstaltungen wie "Schutz vor Einbrüchen, intensive Aufklärungsarbeit über die Gefahren von Drogenkonsum, Schulwegtraining mit den ABC-Schützen sowie die Masche von Telefontrickbetrügern" sind nur ein kleiner Auszug aus dem umfangreichen Präventionsangebot. Doch zu Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren vielfältigen Einschränkungen, in denen der persönliche Kontakt auf das äußerste minimiert werden soll, muss sich auch die Polizei neu orientieren und andere Wege finden, um die Menschen zu erreichen. Kriminalität macht während dieser Zeit keine Pause, oftmals versuchen Betrüger sogar, mit der Pandemie Kasse zu machen. Auch die Verkehrssicherheitsarbeit ist in Anbetracht des wachsenden Fahrradtrends ein brandaktuelles Thema.

Das Polizeipräsidium Stuttgart bietet daher seit dem 15. Juni 2020 unter der Telefonnummer 0711/8990-1241 eine Beratungshotline beim Referat Prävention an. Die Beamtinnen und Beamten stehen Ihnen dabei kostenlos und kompetent für alle Fragen rund um das Thema Prävention von Montag bis Freitag 08:30 - bis 11:30 Uhr zur Verfügung.

 
 
Fahrradtraining für Viertklässler
 

Träger: Verkehrswacht Stuttgart, PP Stuttgart Verkehrsunfallprävention

Aufgrund der Corona-Pandemie findet im Schuljahr 2019/2020 keine Radfahrausbildung mehr statt. Ein Großteil der aktuellen Viertklässler wird die Grundschule somit ohne das praktische Erlernen zentralster und schützender Regeln für das Verhalten im Straßenverkehr verlassen.

Die Verkehrswacht Stuttgart und das Referat Prävention wollen diese Negativfolgen für die Verkehrsunfallprävention  abmildern, indem für die benannten Kinder Radfahrtrainings auf den Verkehrsübungsplätzen der Jugendverkehrsschulen angeboten werden.

Veranstalter hierfür ist unser Partner die Verkehrswacht Stuttgart, die bei der Durchführung durch die Beamtinnen und Beamten des Referats Prävention unterstützt wird.

Die Radfahrtrainings werden täglich von Montag bis Freitag stattfinden. Die Anzahl der Beschulungen wird sich am tatsächlichen Bedarf ausrichten. An den drei Standorten der Jugendverkehrsschulen in Stuttgart können täglich bis zu drei Trainings pro Jugendverkehrsschule durchgeführt werden.

 
 
Prävention digital-Gefahren im Internet
 

Träger: Polizeipräsidium Stuttgart, Referat Prävention

In schwierigen "Home-Schooling"-Zeiten mit noch zum Teil fehlendem Präsenzunterricht können die Beamtinnen und Beamten des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Stuttgart die Präventionsthemen im Rahmen der polizeilichen Prävention auf dem Stundenplan nicht persönlich in die Klassen tragen. Aus diesem Grund wurde für die Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassenstufe ein Medienhandbuch entworfen, bei welchem sie altersgerecht in Form von Mitmachaufgaben über die Themen Passwortsicherheit, Datenschutz, Privatsphäre im Internet, Cybermobbing, Messenger-Dienste, Fake-News und Hate-Speech informiert werden. Dieses Medienhandbuch wird den Schülerinnen und Schüler über ihre Lehrkräfte in den nächsten Tagen zugestellt.

Das Medienhandbuch kann nach Bearbeitung an die verantwortlichen Lehrer zurückgesandt und / oder gemeinsam mit den Eltern und Lehrkräften besprochen werden - eine Lösungsversion liegt hierzu ebenfalls vor. Neben den Mitmachaufgaben finden sich zu den einzelnen Themen weiterführende Links mit Informationen z.B. zur Homepage.

Weitere Handbücher z.B. zum Thema "Gewaltprävention" mit den Inhalten Mobbing und Zivilcourage befinden sich in Planung.


 
  Homepage klicksafe 
 
 
Ergänzungsangebot "Einblicke in die Radfahrausbildung"
 

Träger: Koordinierungs- und Entwicklungsstelle Verkehrsunfallprävention (KEV)

Ergänzend zu den Fahrradtrainingsangeboten stellt die Koordinierungs- und Entwicklungsstelle Verkehrsprävention Baden-Württemberg (KEV) 6 Videoclips zur Verfügung, die Einblicke in die Radfahrausbildung geben. Die Filmsequenzen zeigen engagierten Eltern Übungsmöglichkeiten zu den Themen: Vor dem Start, Grundlagen, Abbiegen, Vorfahrt, Ampeln & Polizeibeamte, Kreisverkehr und Spielstraße.

Derzeit sind die Filme auf der Internetseite unter Home und Aktuelles über einen Link zum YouTube-Kanal der Polizei BW eingestellt. Später sind sie dann in der Rubrik Radfahrausbildung mit ausführlicherer Beschreibung zu finden.


 
  Gib acht im Verkehr 
 
 
Hinweis: Neues System für den Newsletter
 

Ab kommender Woche wird es durch die Erneuerung der Website der Landeshauptsatdt Stuttgart ein neues System für den Newsletter geben. Hierzu wird Ihnen per E-Mail ein Link geschickt, welchen Sie bestätigen müssen, um auch weiterhin den Newsletter der Kriminalprävention zu erhalten zu können.

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Telefon: 0711 216-60632
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