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Landeshauptstadt Stuttgart

60 Jahre St. Louis

Geschichte der Städtepartnerschaft

Seit 1956 ist belegt, dass sich das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) bemühte, für Stuttgart eine nordamerikanische Partnerstadt zu finden. Bis die Partnerschaft offiziell besiegelt wurde, vergingen jedoch noch einige Gespräche und Jahre.

St. Louis ist der Landeshauptstadt Stuttgart in einigen Punkten sehr ähnlich. Ein so stattliches Gerichtsgebäude mit Kuppeldach gibt es in der schwäbischen Stadt allerdings nichts.

Die Fühler ausstrecken

Am 27. Februar 1956 schreibt der Nordamerika-Referent des ifa, Dr. Kloss, an Oberbürgermeister Klett, ob man die Fühler nach St. Louis als Partnerstadt austrecken dürfe: St Louis ähnele in mancher Hinsicht Stuttgart – eine Inlandsstadt von ungefähr gleicher Größenordnung mit vielseitigen Industrie- und Handelsinteressen und einem reich ausgestalteten, bis zur Hochschule führenden Bildungswesen.

Zu den Aufgaben des ifa gehörte, westdeutsche und nordamerikanische Städte „zu verschwistern“. Zur Unterstützung dieses Anliegens hatte man eine 15-seitige Broschüre mit „Anregungen für die Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen deutschen und amerikanischen Schwesterstädten“ herausgegeben. Das wollte man auch für die Stadt Stuttgart erreichen, in der man als Organisation des Auswärtigen Amtes seinen Sitz hatte. St. Louis bot sich aus vielerlei Gründen an. Erstens hielt man Stuttgart und St. Louis für ähnliche Städte, zweitens hatte Oberbürgermeister Raymond Tucker Stuttgart auf einer Reise kennengelernt, die 1955 US-amerikanische Kommunalpolitiker durch Deutschland führte.

Allerdings dauert es noch einige Jahre, bis die Städtepartnerschaft „offiziell“ wurde. In St. Louis hatten sich die treibenden Kräfte im Council of World Affairs (einer 1948 gegründeten Organisation zur Völkerverständigung) nach der Anfangsbegeisterung zurückgezogen. In Stuttgart war man generell eher skeptisch, ob die Beziehung über den Atlantik überhaupt Bestand haben könnte. Es gab Stimmen, die „Vereinsmeierei“ fürchteten und dass über Freundschaftsbeteuerungen hinaus in die USA keine langfristigen Beziehungen möglich seien.

Komitee zur Pflege der Städtepartnerschaft

Die engagierten Bürgerinnen und Bürger schufen 1959 Fakten mit ihrer Vereinsgründung (unter Vorsitz von Prof. Erich Hofacker und dem Deutschlehrer Frederick Kern von der Washington University in St. Louis), sodass sich im Folgejahr in Stuttgart mehr als 20 Personen des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens der Stadt, Vertreter der Religionsgemeinschaften ebenso wie der Hochschulen und der Zeitungen zusammenfanden, um das „Komitee zur Pflege der Städtepartnerschaft Stuttgart – St. Louis“ zu gründen.

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