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Landeshauptstadt Stuttgart

Öffentlicher Nahverkehr

Seilbahn

Eine erste Machbarkeitsstudie hat gezeigt: Seilbahnen in Stuttgart könnten Verkehrsprobleme lösen. Die Landeshauptstadt will nun die Umsetzbarkeit einer Seilbahntrasse in Vaihingen genauer prüfen lassen. Die Entscheidung darüber soll im Januar 2021 fallen.

In der bolivianischen Metropole La Paz gehören Seilbahnen bereits zum Stadtbild. 2014 wurde die erste Verbindung eröffnet, mittlerweile transportieren zehn Seilbahnlinien täglich mehr als 300.000 Fahrgäste.

Im ersten Bearbeitungsschritt der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 standen vier unterschiedliche Trassen in Stuttgart zur Diskussion, die in der abschließenden Phase der Studie im Jahr 2020 bewertet wurden. Der Gemeinderat folgt nun der Empfehlung des beauftragten Ingenieurbüros, eine Trasse in Vaihingen vertieft zu untersuchen. Der Technikausschuss des Gemeinderats hat am 8. Dezember 2020 für eine detaillierte Studie insgesamt 80.000 Euro in Aussicht gestellt. Die Entscheidung darüber soll im Januar 2021 fallen. 

Empfehlung für Trasse in Vaihingen

Die vorgeschlagene Trasse in Vaihingen ist rund 3,5 Kilometer lang und führt vom Eiermann‐Campus, über den Vaihinger Bahnhof zum Ostrand des Synergieparks Vaihingen‐Möhringen an der Nord-Süd-Straße. Ein noch näher zu untersuchender P+R‐Standort im Anschluss daran soll mit in die Untersuchung einbezogen werden. Eine Weiterführung zum Flughafen wird nicht weiter untersucht, da die Fahrgastpotenziale künftig schneller und attraktiver durch die Stadtbahnlinien U6 und U17 abgedeckt werden können. 

Laut der Machbarkeitsstudie ist die Trasse in Vaihingen umsetzbar und für die Fahrgäste durch die sehr gute Anbindung an den Bahnhof Vaihingen auch entsprechend attraktiv. Die Zahl der transportierten Personen soll bei einem Ausbau der Trasse vom Eiermann‐Campus bis zum Bahnhof Vaihingen bei über 7500 Fahrgästen täglich liegen. 

Neben der nun empfohlenen Vaihinger Seilbahntrasse (Trassenvorschlag A) waren drei Alternativstrecken im Gespräch, die ebenfalls in der ersten Machbarkeitsstudie geprüft und bewertet wurden: 

  • Degerloch – Plieningen (Trassenvorschlag B): Von der Stadtbahnhaltestelle Peregrinastraße über Degerloch‐Süd/Tränke, Hoffeld, Asemwald, Birkach, Universität Hohenheim bis nach Plieningen.
  • Pragsattel – Ostendplatz (Trassenvorschlag C): Vom Pragsattel über die S‐Bahn‐Haltestelle Mittnachtstraße und Mineralbäder bis zum Ostendplatz.
  • Daimler Tor 1 – Stadtmitte (Trassenvorschlag D): Vom Daimler Tor 1 über den Cannstatter Wasen und die Mineralbäder bis zur Stadtmitte.
Empfohlener Trassenvorschlag A: Die Grafik zeigt die Strecke einer möglichen Seilbahn zwischen Vaihingen und dem Anschluss an die Autobahn 8.

Bürgerbeteiligung geplant

Die Machbarkeitsstudie mit der Empfehlung für die Trasse in Vaihingen soll im Jahr 2021 in eine weitere Planungsstufe übergehen. Hier werden dann die Umsetzbarkeit, die Wirtschaftlichkeit und die Finanzierung geprüft. Dabei sollen auch die Planrechtsbehörden sowie die Zuschussgeber wie Land und Bund einbezogen werden.

Diese vertiefte Machbarkeitsstudie soll im Laufe des Jahres 2021 fertiggestellt werden. Daran anschließend soll auf dieser vertieften Grundlage die Bürgerbeteiligung in den Stadtbezirken Vaihingen und Möhringen stattfinden. 

Vorteile einer urbanen Luftseilbahn

Seilbahn-Konzepte zur Reduzierung von Verkehrsaufkommen sind weltweit im Kommen. Immer mehr Städte entdecken die umweltfreundliche Mobilitätslösung. Vorreiter sind insbesondere Ballungszentren in Bolivien und Mexiko.

Seilbahnen haben viele Vorteile: Sie können eine größere Menge von Menschen - zwischen 2000 bis 4000 Personen je Stunde und Richtung - transportieren und haben geringe Wartezeiten durch den Umlaufbetrieb. Die Bauzeit, die Baukosten und die Betriebskosten sind bei Seilbahnen geringer als zum Beispiel bei Stadtbahnen. Sie sind platz‐ und umweltschonend und topografisch unabhängig umsetzbar.

Machbarkeitsstudie als Grundlage

Die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 hat gezeigt, dass auch in Stuttgart Seilbahnen Verkehrsprobleme lösen könnten. Dabei wurden die Möglichkeiten untersucht, ob Luftseilbahnen in Stuttgart eingesetzt werden können, wie dies baulich und technisch umgesetzt werden und wie die Anbindung an das ÖPNV‐Netz der Region Stuttgart funktionieren könnte. Der Gemeinderat bewilligte für die Umsetzung dieser Machbarkeitsstudie insgesamt 200.000 Euro.

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