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Landeshauptstadt Stuttgart

Öffentlicher Nahverkehr

Seilbahn

Können wir zukünftig durch die Luft von Vaihingen zum Flughafen gondeln? Wie es scheint, ist diese Idee alles andere als aus der Luft gegriffen und durchaus realisierbar. Im Dezember 2019 zeigte ein erster Zwischenbericht einer Machbarkeitsstudie, dass Seilbahnen in Stuttgart Verkehrsprobleme lösen könnten.

In der bolivianischen Metropole La Paz gehören Seilbahnen bereits zum Stadtbild. 2014 wurde die erste Verbindung eröffnet, mittlerweile transportieren zehn Seilbahnlinien täglich mehr als 300.000 Fahrgäste.

Der Favorit: Eiermann Campus – Vaihingen/Möhringen

Für die Machbarkeitsstudie standen verschiedenen Trassen zur Diskussion. Der Fokus wurde auf den Bereich Vaihingen gelegt, da dort großer Handlungsbedarf besteht, was den Verkehr anbelangt: Die Trasse führt vom Eiermann-Campus, über den Vaihinger Bahnhof und den Synergiepark Vaihingen-Möhringen zunächst bis zu einem noch näher zu untersuchenden P+R-Standort an der Autobahn A8 (Trassenvorschlag A). Eine Weiterführung zum Flughafen wird derzeit nicht weiter untersucht, da die Fahrgastpotenziale künftig schneller und attraktiver durch die Stadtbahnlinien U6 und U17 abgedeckt werden können.

Trassenverlauf einer möglichen Seilbahn zwischen Vaihingen und dem Flughafen.

Laut dem Zwischenbericht ist diese Trasse machbar und für die Fahrgäste durch die sehr gute Anbindung an den Bahnhof Vaihingen auch entsprechend attraktiv. Die Zahl der transportierten Personen soll bei einem Gesamtausbau der Trasse vom Eiermann-Campus bis zu einem Parkhaus an der A8 bei über 10.000 Fahrgästen pro Tag liegen.

Vorteile einer urbanen Luftseilbahn:

  • Leistungsfähig mit 2.000 bis 4.000 Personen je Stunde und Richtung
  • Geringe Wartezeiten durch Umlaufbetrieb
  • Baukosten und Betriebskosten geringer als bei Stadtbahn
  • Schnellere Umsetzung durch kürzere Bauzeit
  • Keine räumliche Trennwirkung
  • platz- und umweltschonend
  • Topografische Unabhängigkeit

Bürgerbeteiligung geplant

Die Machbarkeitsstudie soll auf Grundlage dieses Trassenvorschlags fortgeführt werden und in eine weitere Planungsstufe übergehen, was Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und die Finanzierung anbelangt. Dabei sollen auch die Planrechtsbehörden sowie die Zuschussgeber (Land und Bund) einbezogen werden. Die Machbarkeitsstudie soll im Laufe des Jahres 2020 fertiggestellt werden. In diesem Rahmen soll auch eine Bürgerbeteiligung in den Stadtbezirken Vaihingen und Möhringen stattfinden, sodass die Stellungnahmen der Bürgerschaft in die laufende Bearbeitung der Studie einfließen können.

Alternative Trassenvorschläge

Die folgenden Trassenvorschläge wurden zunächst nur grob abgesteckt. Die weitere Untersuchung soll hierzu eventuell auf Basis einer detaillierten Betrachtung des Trassenvorschlags A weitergeführt werden.

Degerloch – Plieningen (Trassenvorschlag B)
Von der Stadtbahnhaltestelle Peregrinastraße über Degerloch-Süd/Tränke, Hoffeld, Asemwald, Birkach, Universität Hohenheim bis nach Plieningen.

Pragsattel – Ostendplatz (Trassenvorschlag C)
Vom Pragsattel über die S-Bahn-Haltestelle Mittnachtstraße und Mineralbäder bis zum Ostendplatz.

Daimler Tor 1 – Stadtmitte (Trassenvorschlag D)
Vom Daimler Tor 1 über den Cannstatter Wasen und die Mineralbäder bis zur Stadtmitte.

Hintergrund

Der Gemeinderat hat für die Umsetzung einer Machbarkeitsstudie 200.000 Euro bewilligt. Dabei sollen die Möglichkeiten untersucht werden, ob Seilschwebebahnen in Stuttgart eingesetzt werden können, wie dies baulich und technisch umgesetzt werden und wie die Anbindung an das ÖPNV-Netz der Region Stuttgart funktionieren könnte.

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