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Landeshauptstadt Stuttgart

Urban Future Conference 2023

Interview mit Gerald Babel-Sutter und Patrick Daude

Am 21. Juni 2023 startet die Urban Future Conference 2023 in Stuttgart. Wir sprachen mit Patrick Daude, Koordinator der Konferenz bei der Stadt Stuttgart und Gerald Babel-Sutter, CEO und Veranstalter der Urban Future Conference (UFC), über die Zukunft der UFC und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Landeshaupstadt.

Gerald Babel-Sutter, CEO und Veranstalter von Urban Future

Herr Babel-Sutter, Sie sind CEO und Veranstalter der Urban Future Conference. In den vergangenen Jahren waren Sie in Oslo, im schwedischen Helsingborg und in naher Zukunft soll es nach Lateinamerika oder Asien gehen. Wieso haben Sie sich für Stuttgart als Standort der UFC23 entschieden?

Gerald Babel-Sutter: Stuttgart ist eine sehr interessante Stadt, die vor ähnlichen Herausforderungen steht wie viele andere europäische Städte. Dabei kommt Stuttgart sicherlich eine besondere Rolle zu – auf Grund der sehr starken wirtschaftlichen Bedeutung der Automobilbranche für die gesamte Region. Der städtische Autoverkehr ist ein Thema, das emotional sehr aufgeladen ist. Von daher wird die Konferenz zum perfekten Anlass, um darüber zu sprechen.

Patrick Daude, Koordinator UFC23 der Landeshauptstadt Stuttgart

Herr Daude, Sie gestalten und koordinieren die Konferenz bei der Stadt Stuttgart. Auch an Sie die Frage: Warum Stuttgart? Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen UFC und der Stadt?

Patrick Daude: Während der Urban Future Conference in Oslo wurden die ersten Kontakte geknüpft. Früh haben wir die Konferenz als geeignete Plattform erkannt, um dem internationalen Publikum zu zeigen, was wir bereits in Stuttgart erreicht haben – wenn es etwa um Transformationsprozesse in den Bereichen Klimaschutz und Mobilität geht. Dabei verfolgen wir auch das Ziel, Know-how aus anderen Städten zu sammeln und für unsere Vorhaben zu nutzen. Hiervon versprechen wir uns starke Impulse für die Stadt. Die Konferenz wird Energie freisetzen und Antworten liefern, wie wir unsere Stadt robuster und fitter für die Zukunft machen.

Radfahrer und Autofahrer teilen sich in Stuttgart gemeinsam die Straßen.

Was können wir von der UFC 23 konkret erwarten?

Gerald Babel-Sutter: Das Konferenzprogramm wird etwa 60 Themenpunkte umfassen. Die Rednerinnen und Redner wird auszeichnen, dass sie durch ihr Handeln in Städten etwas verändern. Sie werden sehr offen über ihre Erfahrungen berichten und ganz konkret erzählen, was in ihrem Projekt funktioniert und was nicht. Ein eher unüblicher Ansatz, da eben nichts beschönigt wird. Uns ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass bei Transformationen auch Dinge misslingen können. Das Besondere ist, dass es hier auch politische Akteure sind, die dies ganz offen zur Sprache bringen. Zusätzlich wird es circa 40 so genannte „Field Trips“ geben, in denen zukunftsweisende Orte in der Stadt und der Region erlebt werden können.

Patrick Daude: Was das Rahmenprogramm angeht, wird sicherlich auch das eine oder andere Angebot für die breite Öffentlichkeit dabei sein. So startet am letzten Konferenztag das Festival der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart.  Die IBAʼ27 wird sich in der Stadt präsentieren. Dieses Angebot wird Teil der Veranstaltungswoche und eben auch ohne ein Konferenz-Ticket besucht werden können. Auf der Urban Future Conference 2023 (UFC23), Europas größter Konferenz für nachhaltige Städte, diskutieren Fachleute aus der ganzen Welt. Über 2000 Gäste werden in Stuttgart erwartet. Im Haus der Wirtschaft wird ihnen an drei Tagen ein spannendes Konferenzprogramm geboten. Aber auch im Stadtbild wird die UFC23 nicht zu übersehen sein.

Die Solarzellen auf dem Rathausdach leisten einen Beitrag zur Stromversorgung aus erneuerbaren Energien.

Wie bedeutend kann die Konferenz am Ende für die Stadt sein? Stuttgart hat sich ja das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu sein. Wie kann die Urban Future Conference dabei unterstützen?

Patrick Daude: Es ist uns wichtig zu vermitteln, was wir in Stuttgart bereits erreicht oder initiiert haben – etwa bei Transformationsprozessen in den Bereichen Klimaschutz und Mobilität. Wir möchten aber auch genauer darauf schauen, wie andere Städte beispielsweise ihre Verwaltung modernisieren und noch schneller Mobilitätsangebote verbessern oder die Aufwertung von Stadteilen erreichen wollen. Von Beispielen wie diesen möchten wir lernen. Am Ende werden hier gewonnene neue Denkanstöße auch in der städtischen Politik diskutiert werden. Denkbar wäre auch, dass einige der Keynote-Speaker nach der Konferenz erneut nach Stuttgart kommen und ihre Erfahrungen teilen. Wir erhoffen uns aber ebenso, dass durch die Vernetzung der vielen Akteure bei der Konferenz neue, spannende Projekte zwischen den Stuttgarter Stakeholdern entstehen. Wir wissen aus anderen Events, dass das durchaus gut funktioniert.    

Die UFC 23 in Stuttgart findet im Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg statt.

Kann man die Teilnahme Stuttgarts an der UFC ein Stück weit auch als Auszeichnung verstehen?

Gerald Babel-Sutter: Es gibt selbstverständlich jedes Jahr mehrere Bewerbungen. Es kommt stark darauf an, was für ein Team vor Ort sich um die Ausrichtung bewirbt. Welche Pläne gibt es? Welche Story kann eine Stadt erzählen? Stuttgart ist eine interessante Region mit starken Gegensätzen. Da gibt es zum einen der Ruf, der den Schwaben vorauseilt –  ihre angebliche konservative Grundhaltung. Auf der anderen Seite trifft man hier auf die innovativsten Unternehmen der Welt. Wie passt das zusammen? Damit haben wir beste Voraussetzungen für einen interessanten Diskurs. Dabei ist Stuttgart mit seinen Herausforderungen nicht allein.

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Bildnachweise

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