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Landeshauptstadt Stuttgart

Energie

Energiemanagement für städtische Liegenschaften

Bereits seit 1976 betreibt die Stadt ein Energiemanagement für die städtischen Liegenschaften, um gezielt Energie- und Wasserverbräuche zu reduzieren und Energiekosten einzusparen.

Seitdem hat sich das Energiemanagement kontinuierlich weiterentwickelt und beschäftigt sich heute unter anderem mit der Fragestellung, wie die städtischen Liegenschaften klimaneutral betrieben werden können.

In Stuttgart wurde bereits früh wichtige Voraussetzungen für nachhaltiges Energiemanagement geschaffen. Mit zentralem Controlling, gezielten Vorgaben und einer ganzen Reihe weiterer Maßnahmen konnten wir dem Energie- und Wasserverbrauch aller stadteigenen Liegenschaften gewaltig senken. Energiemanagement bedeutet die laufende Überwachung des Strom-, Wärme- und Wasserverbrauchs in Verbindung mit einer Unterstützung der Betreiber beim energiesparenden Betrieb. Das Ziel besteht darin, den Energieverbrauch der Liegenschaften zu senken und damit Kosten und Emissionen zu reduzieren. Dies ist nur dann möglich, wenn nicht nur bei Neubauten dem Aspekt Energieeinsparung Beachtung geschenkt wird, sondern insbesondere bei bestehenden Liegenschaften erhebliche Einsparungen erzielt werden.

Bedeutende Instrumente des Energiemanagements der Stadt Stuttgart sind das zentrale Energiecontrolling aller energie- und wasserverbrauchender Einrichtungen, die energetische Betreuung der wichtigsten Liegenschaften und das stadtinterne Contracting. Übergeordnet ist in den vom Gemeinderat beschlossenen Energierichtlinien der Umgang mit Energie innerhalb der Stadtverwaltung vorgegeben.

Energiebericht

Vom Amt für Umweltschutz wird jährlich ein Energiebericht erstellt, in dem die Entwicklung des Energieverbrauchs, der Kosten und der Emissionen dokumentiert werden. Darüber hinaus wird ein Tätigkeitsbericht der städtischen Energieabteilung abgebildet. Die aktuelle Version des Energieberichts finden Sie im Download-Bereich.

Erneuerbare Energien

Oberbürgermeister Kuhn weiht 100. städtische Photovoltaikanlage auf dem Stuttgarter Rathausdach ein - 100 weitere sollen zeitnah folgen.

Die Stadtverwaltung trägt ihren Teil zum Ausbau der erneuerbaren Energien bei. Derzeit betreibt die Landeshauptstadt 163 Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien in städtischen Gebäuden.

Damit werden knapp 50 Millionen Kilowattstunden erneuerbare Energie jährlich erzeugt und damit 18.000 Tonnen an Treibhausgasen jährlich vermieden. Dazu kommt, dass die Stadt bereits seit 2012 100 Prozent Ökostrom für alle ihre Liegenschaften bezieht.



Die Anlagen teilen sich in folgende Erzeugungsarten auf:

Anlagen Erzeugungsarten
19 Holzheizungen
21 Solarthermische Anlagen
108 Photovoltaikanlagen
10 Anlagen mit Umweltwärme
5 Biogasanlagen

(Stand Okt. 2019)

Bis 2020 sollen 20 Prozent des Energieverbrauchs regenerativ sein. Daher prüft Stuttgart bei allen Sanierungen und Neubauvorhaben, ob erneuerbare Energien eingesetzt werden können.

Energiemanagement: Stadtinternes Contracting

Finanzielle Engpässe verhindern oft, dass sinnvolle und notwendige Investitionen zum Energiesparen kurzfristig durchgeführt werden. Für die Finanzierung derartiger Maßnahmen wurde in Stuttgart 1995 gemeinsam mit der Stadtkämmerei das Modell des stadtinternen Contractings entwickelt und seither erfolgreich betrieben. Das Modell fand bundesweit Anerkennung und wurde anderem mit einem Klimaschutzpreis des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ausgezeichnet.

Stadtinternes Contracting bedeutet, dass das Amt für Umweltschutz wirtschaftliche Investitionen zur Energie- und Wassereinsparung vorfinanziert und die erzielten Einsparungen so lange an das Amt zurückfließen, bis die jeweilige Investition abbezahlt ist. Das Amt für Umweltschutz gewährt also ein zweckgebundenes, zinsloses Darlehen an das jeweilige Fachamt. Zuschläge für Wagnis und Gewinn sowie für die Verzinsung des eingesetzten Kapitals fallen nicht an.

Bei den Energiesparmaßnahmen handelt es sich um Projekte von wenigen 1.000 Euro (z.B. Beleuchtungserneuerungen oder Verbesserungen der Regeltechnik) bis hin zu 1,4 Mio. Euro Investitionskosten (Erneuerung von Heizzentralen mit Einbau von BHKWs, thermischen Solaranlagen oder Holzfeuerungen). Die Beispiele zeigen, dass neben Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auch der Bau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien realisiert werden konnte.

Amt für Umweltschutz

Dr. Jürgen Görres

Abteilungsleiter Energiewirtschaft

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