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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Landeshauptstadt Stuttgart solidarisiert sich mit sexuellen Minderheiten in Polen - OB Kuhn unterzeichnet offenen Brief der europäischen Städte

Die Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) erlebt derzeit unter anderem in Polen massive Anfeindungen und Ausgrenzungen. Kommunen und Region erklären sich zu vermeintlich "LGBTI-Ideologie-freien Zonen". Stuttgarts Partnerstadt Lodz stellt sich - anders als die Region Lodz - jedoch bewusst auf die Seite von sexuellen Minderheiten.

So hatte Lodz beispielsweise zur Pride Parade im April eingeladen, die später wegen der Corona-Pandemie aber abgesagt werden musste. Angesichts der Stimmungsmache hat sich die Landeshauptstadt Stuttgart mit der LGBTI-Gemeinschaft solidarisiert und sich zusammen mit anderen europäischen Städten einer Unterstützungsinitiative des Rates der Gemeinden und Regionen Europas in Form eines offenen Briefs angeschlossen.

Der offene Brief ist mit Verweis auf die Europäische Menschenrechtskonvention und die EU-Charta der Grundrechte an lokale und regionale Mandatsträger in Polen adressiert. Er signalisiert, dass Ausgrenzungen der LGBTI-Gemeinschaft nicht toleriert werden. Für Stuttgart hat Oberbürgermeister Fritz Kuhn unterzeichnet.

OB Kuhn sagte am Donnerstag, 2. Juli: "Die Menschenrechte gelten universell - unabhängig des Geschlechts, der Hautfarbe, der Religion oder der sexuellen Orientierung von Menschen. Es ist unerträglich, dass sich in Europa gerade eine solche Polemik gegenüber Minderheiten breitmacht. Das dürfen wir nicht einfach so hinnehmen. Europa lebt von seiner Vielfalt. Wer diese Vielfalt aufgibt, gibt Europa auf. "

Der Oberbürgermeister betonte, dass Stuttgart und Lodz seit 30 Jahren eine sehr gute und inhaltlich wertvolle Beziehung verbinde. Kuhn: "Wir sind froh, dass sich unsere Partnerstadt klar gegen Diskriminierung positioniert. Dennoch sind wir natürlich beunruhigt darüber, was in anderen polnischen Städten und Regionen passiert. Wir wissen, dass kommunale Partnerschaften immer wieder auf die Probe gestellt werden. Wichtig ist es uns gerade in solchen Fällen mit den Partnerstädten im Austausch zu bleiben. Damit stärken wir auch diejenigen Kräfte, die sich vor Ort gegen problematische Entwicklungen stemmen."

Um die Solidarität mit der LGBTI-Gemeinschaft zu unterstreichen, sind in der Landeshauptstadt verschiedene Aktionen geplant: Bedingt durch die Corona-Pandemie wird es in diesem Jahr beispielsweise statt eines Christopher Street Days (CSD) ein digitales CSD-Kulturfestival geben. Dieses sendet live vom 10. Juli bis zum 26. Juli aus dem Studio im Gerber unter dem Motto "Vielfalt braucht Verstärkung!". Bei dem 100-Prozent-Mensch-Talk am 21. Juli, 18 Uhr, wird die Situation in Polen thematisiert.

Der offene Brief der europäischen Städte ist unter zu finden unter https://charter-equality.eu/news/europes-local-and-regional-governments-defend-human-rights-on-international-day-against-homophobia-biphobia-and-transphobia-2020.html. Die Liste der Unterzeichnenden ist einsehbar unter:https://charter-equality.eu/news/local-and-regional-leaders-across-europe-oppose-self-declared-lgbti-free-zones-in-poland.html.