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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Mobile Jugendarbeit wird ab November verstärkt die Stuttgarter Innenstadt im Blick haben

Die Landeshauptstadt Stuttgart will verstehen, was junge Menschen in der Innenstadt umtreibt. Zudem sollen Zuspitzungen wie in der Nacht zum 21. Juni verhindert werden.

Deshalb hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 29. Juli beschlossen, dass ab November 2020 auf Basis eines umfassenden Konzepts und zahlreicher Projektpartner verstärkt mobile Jugendarbeit in der Innenstadt angeboten wird.

Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, sagte: "Damit ist ein erster wichtiger Schritt getan, um ein versöhnliches Miteinander in der Innenstadt wiederzuerlangen. Über die Pionierleistung hinaus wollen wir jedoch weitere Potenziale der Jugendarbeit und aus verwandten Arbeitsbereichen mit Fokus Innenstadt betrauen. Unser Ziel ist, ein Gesamtkonzept ,Integrierte Jugendarbeit in der Innenstadt innerhalb von vier Jahren zu konsolidieren."

Erste Maßnahmen greifen schon jetzt

Schon jetzt werden erste Maßnahmen umgesetzt: So thematisieren beispielsweise die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhäuser sowie der Schulsozialarbeit bei ihrer täglichen Arbeit mit den Jugendlichen die Regeln im öffentlichen Raum. Darüber hinaus ist eine sogenannte "Awareness-Gruppe", die aus mobilen Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeitern besteht, bis Ende Oktober an jedem Wochenende, jeweils von 21 bis 1.30 Uhr, in der Innenstadt unterwegs.

Die Träger der mobilen Jugendarbeit in Stuttgart, die evangelische Gesellschaft, der Caritasverband für Stuttgart und der Stadtjugendring haben in Zusammenarbeit mit der Verwaltung das Konzept für das Innenstadtprojekt unter Hochdruck entwickelt. Nach den Ausschreitungen in der Nacht vom 21. Juni sind die Forderungen aus unterschiedlichen politischen Richtungen nach einem solchen Konzept laut geworden. Am 20. Juli erfolgte die Vorstellung im Jugendhilfeausschuss. Die Kosten werden in den Nachtragshaushalt aufgenommen.   

Das Konzept sieht vor, dass sozialpädagogische Fachkräfte in der Innenstadt unterwegs sein werden mit dem Ziel, gewalttätigen Auseinandersetzungen vorzubeugen. Mit fünf Fachkräften startet das Projekt. Sie haben eine feste wie auch eine mobile Anlaufstelle. Neben dem Streetworkeinsatz wird auch Einzelhilfe, Gruppenarbeit und Netzwerkarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit geleistet.

Der Arbeitsauftrag der Jugendhilfefachkräfte ist aber nicht nur als WochenendNotfalldienst zu sehen. Sie werden Kontakte zu jungen Menschen aufbauen, vertiefen und bei Bedarf individuelle Unterstützung leisten. Je nach Konstellation werden Partnereinrichtungen aus der Suchtmittelprävention oder dem Büro für Antidiskriminierungsarbeit miteinbezogen.
 
Ganzheitlich und präventiv soll so dafür gesorgt werden, dass die Innenstadt wieder ein bunter, vielfältiger Raum des friedlichen Zusammenseins wird. Viele Partner aus der Jugendhilfe werden sich dafür einsetzen und ihre Kompetenzen einfließen lassen.

Die mobile Jugendarbeit weiß um die Besonderheit in der Stuttgarter Innenstadt: Diese ist geprägt durch Kultur, Parks, Geschäfte und Clubs. Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftskreisen verbringen hier ihre Zeit - insbesondere in lauen Sommernächten. Die City hat eine Magnetwirkung bis in die Region hinein. Daher will die mobile Jugendarbeit auch die Sichtweisen der Anwohner und weiterer Anrainer miteinbinden und breit angelegte Projekte verfolgen: vom Dialog bis hin zur gemeinsamen Idee einer jugendgerechten Innenstadtentwicklung.

Mobile Jugendarbeit gibt es in Stuttgart seit 50 Jahren

Mobile Jugendarbeit ist seit 50 Jahren fest verwachsen mit Stuttgart und der Stuttgarter Jugend. Schon viele Krisen, zuletzt die Situation am Mailänder Platz, konnten mittels mobiler Jugendarbeit deeskaliert und fair für alle Beteiligten gelöst werden. Immer ging es um Jugendliche im öffentlichen Raum. Im Rahmen von Cliquenarbeit in sozialen Brennpunkten haben die Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter begonnen, für und mit perspektivlosen Jugendlichen Zukunft zu erarbeiten. Der sozialpädagogische Ansatz hat sich im Laufe der Zeit entlang der Jugendkulturen, Formen des Jugendprotestes und der Bedürftigkeit von jungen Menschen in gesellschaftlichen Randlagen weiterentwickelt.

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