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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die bei Hausschweinen und Wildschweinen auftritt und in der Regel tödlich verläuft. Derzeit gibt es weder Impfstoffe noch Heilmittel dagegen.

Andere Tiere und Menschen sind nicht empfänglich für die Tierseuche. Zur sicheren Feststellung der Afrikanischen Schweinepest ist eine Laboruntersuchung erforderlich.

Aggressive Virusstämme führen in der Regel zu schweren Symptomen und innerhalb von zehn Tagen zum Tod. Mit weniger virulenten ASP-Stämmen infizierte Tiere zeigen mitunter keine typischen klinischen Symptome. Die wichtigsten Ausbreitungswege der Seuche sind infizierte Tiere, virushaltige Erzeugnisse von infizierten Schweinen wie Fleisch, Wurst, Schinken oder Jagdtrophäen und die illegale Entsorgung von Tierkörpern.  
Die Seuche ist in zahlreichen osteuropäischen Staaten mittlerweile stark verbreitet. Von dort kann jederzeit eine Verschleppung in andere Gebiete über größere Distanz erfolgen, insbesondere durch mitgebrachte, verseuchte Schweinefleischerzeugnisse, die unsachgemäß entsorgt oder sogar verfüttert werden.

Die Durchseuchung der Wildschweinbestände bereitet besondere Probleme bei der Tilgung der Seuche, weil der infizierte Bestand in der Regel nicht abgeschottet und getötet werden kann. In Gebieten mit erkrankten Wildschweinen können Futter oder Einstreu bereits auf dem Feld kontaminiert werden und zum Seucheneintrag in Hausschweinebestände führen. Kadaver von Seuchenopfern sind über Monate bis Jahre Ansteckungsquelle für andere Wildschweine.

Im September 2020 sind in Deutschland die ersten bestätigten Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufgetreten. In Brandenburg ist bei Wildschweinen wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt die Afrikanische Schweinepest festgestellt worden. Offensichtlich waren infizierte Tiere aus dem benachbarten Ausbruchsgebiet in Polen nach Deutschland eingewandert. Für eine effektive Seuchenbekämpfung bei Wildschweinen müssen Wildschweinkadaver frühzeitig gefunden und geborgen werden, damit sie nicht als Infektionsherd für weitere Schweine dienen. 
Tote Wildschweine müssen daher umgehend gemeldet werden, auch im Zustand fortgeschrittener Verwesung. Wer ein totes Wildschwein entdeckt, soll sich umgehend mit möglichst präziser Standortangabe – beispielsweise über Handy ermittelte GPSDaten oder einen Google Maps-Screenshot mit markiertem „Parkplatz“ – und mit seinen Kontaktdaten oder über die App „Tierfund‐ Kataster“ beim zuständigen Veterinäramt melden. Um den Erreger nicht über Schuhe und Kleidung zu verbreiten, ist ein großer Abstand zum Kadaver einzuhalten.

Der Fund im Stadtgebiet Stuttgart kann während der Dienstzeiten der Dienststelle Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschutz und Veterinärwesen unter Telefon 216-88590 gemeldet werden. Außerhalb der Dienstzeiten ist der Städtische Vollzugsdienst täglich von 6 bis 22 Uhr erreichbar unter Telefon 216-91900. Die Meldung wird von dort umgehend an die Veterinäre weitergeleitet. Zwischen 22 und 6 Uhr nimmt die Polizei die Meldung entgegen.


Weitere Informationen zum Thema auf folgenden Internetseiten:

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg,  https://mlr.badenwuerttemberg.de/de/unsere-themen/tierschutztiergesundheit/tiergesundheit/tierkrankheiten-tierseuchen-zoonosen/afrikanischeschweinepest/
Friedrich-Löffler-Institut,  https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft,  https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/asp.html