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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Goldene Hochzeit: Stuttgart und Menzel Bourguiba feiern 50 Jahre Städtepartnerschaft

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper hat in der Sitzung vom 22. April den Gemeinderat über „50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Menzel Bourguiba – Internationale Jugendarbeit schafft Handlungs- und Begegnungsräume“ informiert.

Zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft hat die Abteilung Außenbeziehungen in Kooperationen mit verschiedenen Netzwerkpartnern wie dem Verein der Tunesier in Stuttgart (VTS), Kulturschaffenden, verschiedenen Bildungsträgern, dem Forum der Kulturen und Stiftungen im Laufe des Jahres ein vielfältiges Online-Veranstaltungsprogramm vorbereitet. Thematisch im Vordergrund stehen der zehnte Jahrestag der tunesischen Revolution, die aktuelle Situation des Landes sowie Jugendbeteiligung in der gesellschaftlichen und kommunalpolitischen Stadtentwicklung.

Den Auftakt des Jubiläumsjahrs macht am Montag, 3. Mai, eine Social Media Challenge in Kooperation mit der Hochschule der Medien: Abonnentinnen und Abonnenten der Facebook- und Instagram-Kanäle beider Städte sind unter dem Hashtag #futureproofchallenge eingeladen, praxisnahe Tipps zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag zu teilen. Ziel ist es, Menschen mit ihrer Kreativität, ihren Bedürfnissen und Ideen zusammenzubringen und damit gemeinsam einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele zu leisten.

Darüber hinaus hat der Stadtjugendring einige Projekte initiiert, darunter eine Initiative für den Austausch von Jugendlichen in Menzel Bourguiba mit Stuttgarter Jugendlichen. Dabei kristallisierte sich ein großer Bedarf an Freiflächen im öffentlichen Raum für Sport- und Kulturveranstaltungen heraus – der Anfang des Projekts „Open Space for Youth“ in Menzel Bourguiba, dessen praktische Umsetzung der Stadtjugendring in enger Abstimmung mit der Stadt Stuttgart berät und fachlich begleitet. Der neu zu gestaltende Platz in Menzel Bourguiba wird ähnlich wie der Stuttgarter Marktplatz als urbaner Freiraum multifunktional nutzbar gemacht, um vielfältige soziale, ökologische, ökonomische und kulturelle Funktionen zu erfüllen. Der Platz wird als Handlungsraum sowie als Lernort eine neuartige Form der Nutzung ermöglichen, wie das urbane Gärtnern oder unterschiedliche Kultur-, Sport- und Bewegungsveranstaltungen.

Um junge Menschen in Beteiligungsprojekten und ihrem Zugehörigkeitsgefühl zur lokalen und europäischen Gemeinschaft sowie den mediterranen Partnerländern zu unterstützen, bedarf es kompetenter Fachkräfte der Jugendarbeit und einer Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Politik innerhalb der partnerstädtischen Kommunen. Daher wurde als Pilotprojekt ein über Drittmittel finanzierter Fachkräfteaustausch zwischen den Partnerstädten Stuttgart, Straßburg und Menzel Bourguiba initiiert, der sich unter anderem an Expertinnen und Experten der Jugendarbeit und der städtischen Verwaltungen richtet.

Hintergrund zur Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen Stuttgart und Menzel Bourguiba im Nordosten Tunesiens wurde am 1. Mai 1971 durch die damaligen Oberbürgermeister Dr. Arnulf Klett und Tayeb Tekaya begründet. Menzel Bourguiba ist mit seinen 54.500 Einwohnerinnen und Einwohnern (Zählung von 2014) die kleinste von Stuttgarts zehn Partnerstädten.

Die Ursprünge der Städtepartnerschaft gehen zurück auf ein Abkommen zur Ausbildungsförderung von Industriefacharbeitern des Landes Baden-Württemberg in den 1960er-Jahren. Ausbildung und Schaffung ökonomischer Perspektiven waren von Beginn an essenzielle Bestandteile der Städtepartnerschaftsarbeit. Im Laufe der Jahre kamen neue Schwerpunkte in der kommunalen Zusammenarbeit hinzu wie in den Bereichen Sport, Umwelt oder Kultur. Heute liegt der Schwerpunkt der kommunalen Zusammenarbeit auf der Stärkung der Zivilgesellschaft und der internationalen Jugendarbeit.

Der Name Menzel Bourguiba bedeutet „Haus des Bourguiba“. Die Stadt trägt also den Namen des ersten Präsidenten der Tunesischen Republik, Habib Bourguiba (1903-2000). Vor der Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich hieß die Stadt Ferryville, benannt nach dem französischen Ministerpräsidenten Jules Ferry.

Tunesien war Ende 2010 Ausgangspunkt des sogenannten Arabischen Frühlings. Seit dem Sturz des damaligen Präsidenten Ben Ali im Februar 2011 hat sich das Land als einziges der Region zur Demokratie entwickelt. 2018 wurden die ersten freien Kommunalwahlen durchgeführt.