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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Bewegung im öffentlichen Raum: Zustimmung zu Masterplan für urbane Bewegungsräume

Die Landeshauptstadt will mehr Menschen dazu bewegen, sich im Freien zu bewegen. So wird sie bei allen Planungen des öffentlichen Raumes den Aspekt der körperlichen Bewegung einbeziehen. Grundlage dafür schafft der so genannte „Masterplan für urbane Bewegungsräume“.

Der Masterplan liefert zukunftsweisende Ideen, wie der öffentliche Raum in Stuttgart bewegungsfreundlicher gestaltet werden kann. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik des Gemeinderats hat am Dienstag, 16. November beschlossen, dass dieser Plan umgesetzt wird.

Die Sportwissenschaftlerin Franziska Borst vom Amt für Sport und Bewegung sagt: „Mangelnde körperliche Bewegung ist ein allgemeines Problem. Untersuchungen zeigen, dass deutlich weniger als die Hälfte der Bevölkerung einen aktiven Lebensstil pflegt – je nach Alters- und Bildungsstand sogar nur ein Drittel. Bewegungsmangel bringt oft gesundheitliche Probleme mit sich. Hier wollen und müssen wir ran.“

Der Masterplan für urbane Bewegungsräume der Landeshauptstadt Stuttgart ist ein strategisches Planungsinstrument, das eine Lücke zwischen verschiedenen Fachplanungen und Fachdisziplinen füllt. Der Masterplan integriert gestalterische und stadträumliche Aspekte mit sport- und gesundheitswissenschaftlichen Themen, bindet diese in den Lebensalltag der Menschen ein, fördert urbane Bewegung und macht diese sichtbar. Franziska Borst: „Er zielt auf die Stadtgesellschaft in ihrer Gesamtheit und berücksichtigt dabei die Unterschiede. Das schafft einen Mehrwert für das Stadtleben und den sozialen Zusammenhalt.“

Das Amt für Stadtplanung und Wohnen hat gemeinsam mit dem Amt für Sport und Bewegung von 2018 bis 2021 den Masterplan für urbane Bewegungsräume erarbeitet. Unterstützung erhielten die Ämter von Fachleuten: Ein Team aus Landschafts- und Freiraumplanern sowie Architekten und Stadtplanern erarbeitete wissenschaftliche Grundlagen. Das Kernteam bestand aus Dr. Katrin Korth von Korth StadtRaumStrategien, Prof. Dechow von ISA Internationales Stadtbauatelier, sowie Dirk Schellhorn von Schelhorn Landschaftsarchitektur. Das Team entwickelte unter anderem konkrete Handlungsempfehlungen für den Stadtraum.

Teile des Masterplans waren eine breit angelegte Bürgerbeteiligung und ein bundesweiter Fachtag mit Expert*innen aus Verwaltung, Planungsbüros und Hochschulen. Der fertige Masterplan bietet nun Ideen, wie Bewegung im öffentlichen Raum gefördert und langfristig gesichert werden kann.

Einige Pilotprojekte können die Stuttgarterinnen und Stuttgarter bereits jetzt nutzen, wie zum Beispiel eine Calisthenics-Anlage in Freiberg. An diesem Outdoor-Fitnessstudio kann mit dem eigenen Körpergewicht trainiert werden. Bunte Bodenmarkierungen auf dem Kirchplatz in Stammheim – Twister, Hüpfspiele und lebensgroße Brettspielklassiker – verwandeln den Platz in eine generationenübergreifende Spielfläche. Bei der Umsetzung des Masterplans sollen auch ungewöhnliche Ideen realisiert werden, um Erfahrungen zu sammeln, was die Menschen im öffentlichen Raum anspricht und positiv zur kleinen „extra“ Bewegung motiviert. Hierunter fiel auch die Bemalung der zwei Staffeln in der Stuttgarter Innenstadt. Zukünftig sollen vorhandene Spielplätze nach und nach so umgestaltet werden, dass sie alle Generationen und Geschlechter ansprechen. Auch Menschen mit körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen sollen dort auf sie zugeschnittene Bewegungsangebote finden.

Vor der Beschlussfassung durch den StA wurde in allen Stadtbezirken, dem Sportausschuss und dem Jugendhilfeausschuss über den Masterplan beraten. Die Bewertung fiel grundsätzlich positiv aus. 

Franziska Borst sagt: „Der größte, frei nutzbare Raum für Bewegung ist der öffentliche Stadtraum. Dabei sind die stadträumlichen Rahmenbedingungen für Bewegung vielfach ungünstig. Fehlende, attraktive Freiräume, sowie wenige Anreize und Angebote schränken die Bewegungsmöglichkeit vieler Menschen ein. Zudem ist der Druck auf den öffentlichen Stadtraum bereits heute hoch und steigt mit der zunehmenden Nachverdichtung weiter an.“