Das neue Rosenstein-Quartier

Ein neuer Stadtteil für Stuttgart wird auf dem Gleisvorfeld entstehen, das nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und dem anschließenden Gleisrückbau frei wird. Insgesamt 85 Hektar stehen direkt hinter dem Hauptbahnhof und eingebettet zwischen Nordbahnhofviertel, Rosensteinpark und Schlossgarten für zukunftsorientiertes Wohnen und Arbeiten zur Verfügung. Dicht, gemischt, bezahlbar und nachhaltig - das sind die Schlagworte für das neue Rosenstein-Quartier.

Luftbild Entwicklungsfläche Rosenstein (Großansicht)VergrößernNach dem Rückbau des Gleisfeldes werden etwa 85 Hektar Fläche für die Entwicklungsfläche Rosenstein zur Verfügung stehen. Foto: www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/Arnim KilgusNach dem Rückbau des Gleisfeldes werden etwa 85 Hektar Fläche für die Entwicklungsfläche Rosenstein zur Verfügung stehen. Foto: www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/Arnim KilgusDie Entwicklungsfläche Rosenstein gilt als derzeit größtes Bauprojekt, das in naher Zukunft in Stuttgart verwirklicht werden soll. Schon 2001 hat die Stadt die Flächen von der Deutschen Bahn AG erworben. Dadurch kann sie dem Anspruch, bezahlbaren Wohnraum in großer Menge zu schaffen, gerecht werden. Besonders hervorzuheben ist die zentrale Lage: In maximal 15 Gehminuten sind der Bahnhof und das Stuttgarter Stadtzentrum aus der Mitte der Entwicklungsfläche heraus zu erreichen. Charakteristisch für den neuen Stadtteil werden zudem die vielfältigen kulturellen Einrichtungen sein. Angedacht ist, ein neues Kongresszentrum und Konzerthaus zu errichten und das Linden-Museum dorthin umzusiedeln.

Um der Wohnungsknappheit in Großstädten zu begegnen, braucht es gemischte Quartiere mit einer dichten Bebauung. Mischung heißt in diesem Fall zweierlei: Zum einen sollen Menschen mit unterschiedlichster sozialer Herkunft nachbarschaftlich zusammenleben, zum anderen sollen die Gebäude in den Erdgeschossen gewerblich und in den Obergeschossen als Wohnraum genutzt werden. Darüber hinaus sind nachhaltige Konzepte, auch beim Thema Mobilität, das Gebot der Stunde. Eine grüne Infrastruktur mit zentralen Radwegeverbindungen bis hin zu Plus-Energie-Quartieren sind wesentlich für die Entwicklung des Rosenstein-Quartiers. Ein weiterer Fokus liegt auf der thematischen Verknüpfung mit der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart. In den "Laboren auf Zeit" sollen innovative Antworten auf die Frage gefunden werden, wie wir im digitalen und globalen Zeitalter leben, wohnen und arbeiten werden.

Konkrete Konzepte für den neuen Stadtteil hat die Stadt Stuttgart ab Sommer 2018 erhalten, nachdem sie den Startschuss für den internationalen städtebaulichen Wettbewerb gegeben hatte. In einer ersten Phase haben sich 54 Planungsbüros beworben. Daraus hat das etwa 50-köpfige Preisgericht, bestehend aus Architekten, Stadt-, Raum- und Verkehrsplanern sowie Gemeinderäten, elf Arbeiten für die zweite Wettbewerbsphase ausgewählt. Im April 2019 hat die Jury die ersten beiden Siegerentwürfe ermittelt. Beide Preisträger sollen ihre Modelle nun nochmals überarbeiten, bevor die städtischen Gremien auf dieser Grundlage über weitere Planungsschritte entscheiden. Darüber hinaus wurden auch ein dritter und vierter Preis vergeben.

Mit eingeflossen in die Wettbewerbsergebnisse sind die Interessen und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts, denen als künftige Nutzer des Rosenstein-Quartiers auch ein Mitspracherecht eingeräumt werden sollte. In Form einer informellen Bürgerbeteiligung konnten sie sich von Januar bis November 2016 vielfach ein- und ihre Wünsche zum Ausdruck bringen. Als Ergebnis lag Anfang 2017 ein Memorandum vor, das in Form von Empfehlungen konkrete Leitplanken formulierte und fortan als Wegweiser für die Zukunft der Entwicklungsfläche von großer Bedeutung war und ist. So auch für den Auslobungstext des Rosenstein-Wettbewerbs, in dessen Erstellung die Bürger im Mai 2018 wiederum aktiv einbezogen worden sind.

Weitere Informationen rund um das Rosenstein-Projekt stehen auf dem städtischen Beteiligungsportal "Stuttgart - meine Stadt" zur Verfügung: www.stuttgart-meine-stadt.de/rosenstein.


Gläsernes Büro Rosenstein

Eine weitere Anlaufstelle für alle Interessierten ist das Gläsernen Büro Rosenstein in der Nordbahnhofstraße 81. Das Büro ist montags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr (betreut durch den Info-Laden auf der Prag) und dienstags und donnerstags von 15 bis 19 Uhr (betreut durch die Stadt Stuttgart) geöffnet. Samstags ist das Büro von 10 bis 12 Uhr geöffnet und wird durch den Info-Laden auf der Prag betreut.

 

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