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Landeshauptstadt Stuttgart

Bildung

Sommerschulen in Zuffenhausen und Stuttgart-Ost helfen Versäumtes aufzuholen

Um Lücken im Unterrichtsstoff aufzufüllen, die vornehmlich während der Pandemie-bedingten Schulschließungen entstanden sind, und um soziale Kompetenzen zu stärken, finden auch dieses Jahr wieder Sommerschulen in Stuttgart statt.

In den Sommerschulen könner Schülerinnen und Schüler versäumten Unterrichtsstoff nachholen oder auffrischen. An der Rosenschule Zuffenhausen erklären Medienpädagogin des Stadtmedienzentrums Anna Zierer (links), Bezirksvorstand Saliou Gueye (Mitte) und Dr. Kornelius Knapp (rechts) den Kindern den Umgang mit den neuen Medien.

In den Stadtbezirken Zuffenhausen und Stuttgart-Ost können jeweils 25 Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 und 4 in der Sommerferienwoche vom 30. August bis zum 3. September Versäumtes nachholen.

Im vergangenen Jahr hat die Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft mit großem Erfolg eine Sommerschule im Stuttgarter Osten organisiert, dieses Jahr kommt erstmalig auch die Bildungsregion Zuffenhausen zu einer Sommerschule. Das vom Kultusministerium geförderte Programm hilft, wesentliche Lerninhalte in den Fächern Deutsch und Mathematik nachzuholen sowie den Bereich der sogenannten „exekutiven Funktionen“ bei den Schülerinnen und Schülern auszubauen. Diese bezeichnen die geistigen Fähigkeiten, die das menschliche Denken und Handeln steuern. Sie beeinflussen zudem die Lernleistung, die Konzentrationsfähigkeit und Selbstdisziplin. Gut entwickelte „exekutive Funktionen“ sind eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und den kontrollierten Umgang mit den eigenen Emotionen.

Ein besonderes Augenmerk in den beiden Sommerschulen wird auf das digitale Lernen gerichtet. Im Hinblick auf „Homeschooling“ besitzt dieser Aspekt eine hohe Relevanz. Sicherer Umgang mit den entsprechenden Medien oder den Lern-Apps kann in der Sommerschule gefestigt werden.

Ergänzung duch Spielangebote

Da das Programm in den Sommerferien stattfindet, darf natürlich auch der Spaß und die Freizeit nicht zu kurz kommen. Ergänzt werden die Lerneinheiten in dieser Woche deshalb mit einem abwechslungsreichen Programm an Spielangeboten und erlebnispädagogischen Elementen in den jeweiligen Stadtbezirken.

Der Leiter der Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft, Dr. Kornelius Knapp, sagt: „Damit ein solches Unterfangen von Erfolg geprägt ist, braucht es starke Partnerinstitutionen, und diese gibt es sowohl in Stuttgart-Ost wie in Zuffenhausen.“
Das Landesprogramm Bildungsregion, an dem sich Stuttgart seit 2011 mit mittlerweile sechs Standorten beteiligt, will allen Kindern und Jugendlichen einen möglichst guten und sicheren Bildungsverlauf ermöglichen. Dafür müssen alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, gut aufeinander abgestimmt kooperieren. Durch die Zusammenarbeit mehrerer Grundschulen in den beiden Stadtbezirken mit dem Stadtmedienzentrum werden unter anderem die pädagogischen Kompetenzen der Lehrkräfte für die Fächer Mathematik und Deutsch mit den Unterstützungsmöglichkeiten des Stadtmedienzentrums beim digitalen Unterricht kombiniert.

Bewussten Umgang mit Medien erlernen

Für die Einheiten, in denen die „exekutiven Funktionen“ im Vordergrund stehen, ist die Institution Gemeinschaftserlebnis Sport verantwortlich, deren Team über umfangreiche Erfahrungen verfügt. Für den erlebnispädagogischen Bereich engagiert sich ein Netzwerk aus verschiedenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in den beiden Stadtbezirken. Beteiligte Institutionen sind die Mobile Jugendarbeit der Caritas und der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, das Stadtteil- und Familienzentrum Raitelsberg, der Aktivspielplatz Raitelsberg sowie das Kinder und Jugendhaus Ostend. Das Gesamtprogramm wurde im Vorfeld kooperativ konzipiert. Ein buntes Programm an Erlebnispädagogik steht den Kindern so begleitend zur Verfügung. Dafür machen sie Lernerfahrungen außerhalb der Schulräume durch Stadtteilerkundungen, Bewegungseinheiten in der Kletterhalle oder Spiel- und Bastelangebote.

Neu aufgenommen in der Sommerschule ist das Medienangebot der polizeilichen Prävention. Die für dieses Thema qualifizierten Referenteninnen und Referenten machen in beiden Sommerschulen Gruppenangebote für Kinder, um für einen bewussten Umgang mit Medien zu sensibilisieren und über Gefahrenquellen aufzuklären. Auch für Eltern gibt es jeweils eine Veranstaltung, die Orientierungshilfen gibt, wie sie die Mediennutzung ihrer Kinder nachvollziehen und Medienregeln möglichst stressfrei in den Familienalltag integrieren können.

Besondere Berücksichtigung finden die unterschiedlichen Lebenssituationen sowie die verschiedenen kulturellen und sozialen Hintergründe der Teilnehmenden. Die Angebote ohne Noten und Leistungsdruck schaffen ein ideales Lernfeld, um sich Handlungs- und Alltagskompetenzen anzueignen und schulen das Toleranzverhalten sowie die Integrations- und Teamfähigkeit.