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Landeshauptstadt Stuttgart

Elektromobilität

Stadt Stuttgart kritisiert Ladesäulen-Städteranking des VDA

Der Verband der Automobilindustrie hat am Donnerstag, 3. Dezember, ein neues Ranking zur Elektromobilität veröffentlicht. In diesem werden die Ladenetze in deutschen Städten und Landkreisen miteinander verglichen. Aus dem Referat Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität kommt heftige Kritik an der Statistik.

Beim Thema E-Mobilität bewegt sich Stuttgart in Wahrheit im Spitzenfeld der deutschen Städte.

Das Referat beanstandet, dass die Datenlage „veraltet“ und die Methodik „fehlerhaft“ ist. Diese Mängel führten dazu, dass Stuttgart zu Unrecht auf einem abgeschlagenen Platz im Ranking gelistet wird.

Michael Hagel von der städtischen Koordinierungsstelle Elektromobilität erklärte am Freitag, 4. Dezember, dass sich Stuttgart beim Thema E-Mobilität „in Wahrheit im Spitzenfeld der deutschen Städte“ bewegt. Er sagte: „Die Rohdaten, die der VDA für sein Ranking heranzieht, stammen von der Bundesnetzagentur. Diese Daten sind dünn und unvollständig – und damit nicht verlässlich.“ So seien in Stuttgart beispielsweise in den Jahren 2012 und 2013 bereits Hunderte Ladepunkte errichtet worden. Die Bundesnetzagentur aber führt ihr Verzeichnis erst seit der Ladesäulenverordnung von 2016. „Daher sind die Zahlen zu den öffentlichen Ladesäulen um den Faktor vier zu niedrig“, konstatierte Hagel. Folglich rechne der VDA für die Landeshauptstadt nur 100 öffentliche Ladepunkte ein. Die Wirklichkeit sieht indes anders aus: Nach Angaben des zuverlässigeren Datenmaterials des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sind es 423 Ladepunkte (Stand Juni 2020). Hagel: „Stuttgart spielt in der Top-Liga mit München, Berlin und Hamburg.“

Weitere Rohdaten – zum Beispiel zu Ladepunkten bei Unternehmen, Einzelhändlern, Arbeitgebern, Wohnungswirtschaft, etc. – führt der VDA in seinem Ranking gar nicht auf. Dabei haben gerade die Mitgliedsunternehmen des Verbands eine wesentliche Zahl an Ladepunkten errichtet."

Michael Hagel, städtische Koordinierungsstelle Elektromobilität

Darüber hinaus sei die Methodik zweifelhaft, so der städtische Experte für E-Mobilität. Er wunderte sich: „Weitere Rohdaten – zum Beispiel zu Ladepunkten bei Unternehmen, Einzelhändlern, Arbeitgebern, Wohnungswirtschaft, etc. – führt der VDA in seinem Ranking gar nicht auf. Dabei haben gerade die Mitgliedsunternehmen des Verbands eine wesentliche Zahl an Ladepunkten errichtet. Am Automobil- und Zuliefererstandort Stuttgart haben Unternehmen wie Daimler, Porsche, Mahle und Bosch tausende Ladeeinrichtungen zur Versorgung der großen Firmenflotten geschaffen. Dies wird bei der Statistik aber gar nicht berücksichtigt und führt zu unkorrekten Ergebnissen – und damit einhergehend zu falschen Schlüssen.“

So staunte Wolfgang Forderer, Leiter der Abteilung Mobilität, über die Forderung des VDA, dass die Kommunen das Thema Elektromobilität aktiv in die Hand nehmen müssten. Er stellte am Freitag, 4. Dezember, klar: „Aus dem falschen Rechenweg folgen einseitige Forderungen. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Firmen läuft bereits sehr gut. Wir haben die gut funktionierende Plattform Urbane Mobilität (PUM) gegründet, in der die größten Städte sich direkt mit den wichtigsten Fahrzeugherstellern austauschen. Dort wurde in Expertenrunden ausgiebig über den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur und das Angebot der Firmen für ihre Beschäftigten gesprochen“. Die Zusammenarbeit im Rahmen der PUM habe zu gut abgestimmten Positionen und einem Miteinander auf Augenhöhe geführt. Es sei absolut unnötig, jetzt Druck auf die großen Städte auszuüben, so Forderer.

Informationen zur öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur in Stuttgart

Referat Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität

Abteilung Mobilität