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Landeshauptstadt Stuttgart

Bürgerbeteiligung

Großes Interesse an Leonhardsvorstadt

Das Planspiel zur künftigen Entwicklung von Leonhards- und Bohnenviertel wird verlängert. „Was soll nach mir kommen?“ Dies ist eine zentrale Frage im Rahmen der Bürgerbeteiligung, die von August bis Oktober stattgefunden hat.

Das Planspiel mit reger Bürgerbeteiligung zur künftigen Entwicklung von Leonhards- und Bohnenviertel wird verlängert.

Gemeint war damit das Züblin-Parkhaus, das im Jahr 2023 abgerissen werden und Platz für eine neue Quartiersmitte schaffen soll. Die Bügerinnen und Bürger waren auf­gefordert, ihre Ideen, Wünsche und Bedarfe zur gemeinschaftlichen Gestaltung des künftigen Stadtteils Leonhardsvorstadt in ein Planspiel einzubringen. Dieses wird nun bis zum März nächsten Jahres verlängert. Wie die künftige Quartiermitte genau aussehen soll, ist noch offen – als nur ein Beispiel von vielen, wie sich beide Viertel im Rahmen der Neugestaltung verändern können. Mit dem Projekt, das in Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA​’27) durchgeführt wird, sollen sie wieder zur Leonhardsvorstadt zusammengeführt werden.

Unter dem Motto „Zukunft Leonhardsvorstadt“ führte das Amt für Stadtplanung und Wohnen eine partizipativ angelegte Machbarkeitsstudie durch. Das so genannte Planspiel richtete sich an alle Bürgerinnen und Bürger, denen das Quartier am Herzen liegt. Realisiert wurde dies von der Arbeitsgemeinschaft Studio Malta aus Stuttgart, der BeL Sozietät für Architektur aus Köln und Belius aus Berlin. Angeboten wurden eine Vielfalt klassischer und digitaler Beteiligungsmöglichkeiten.

So standen etwa der Projektraum und die Webseite samt Instagram-Kanal zur Verfügung. Darüber hinaus nahmen über 340 Teilnehmer an insgesamt drei Online-Umfragen teil. 30 Modelle wurden mit Hilfe des Städtebausimulators entworfen, mit dem ein eigenes Wunschquartier zusammengestellt werden konnte. Mit 76 Quartiersgeschichten und 15 Quartierskarten entstand eine Art „kreativer Wunschzettel“.

In 13 Workshops wurden von verschiedenen Beteiligten konkrete Projektideen entwickelt und präzisiert. Mittelpunkt des Planspiels waren die crossmedialen Werkstätten und die aufsuchenden Dialoge im Viertel. In drei Werkstätten beschäftigten sich mehr als 170 Teilnehmer mit spezifischen Zukunftsbildern der Leonhardsvorstadt. In über 100 Gesprächen äußerten die Menschen vor Ort ihre Meinungen und trugen dazu bei, die Vision zu verfestigen: Die Leonhardsvorstadt soll ein Ort werden, von dessen Nutzungen die gesamte Stuttgarter Stadtgesellschaft profitieren kann. Grundlage hierfür ist, dass der Boden im Eigentum der Stadt bleibt und langfristig der Spekulation entzogen wird.

Nachspielzeit bis März 2021

Da das Planspiel auf große Resonanz stieß, gab es anschließend im November und Dezember drei vertiefende, virtuelle „Leobohnen-Talks“. Am heutigen Donnerstag findet die vorläufige Abschlusspräsentation statt, bei der von 17 bis 18.30 Uhr die Ergebnisse in einem Livestream über die Webseite  www.zukunft-leon​hards​vorstadt.de/diskutieren vorgestellt werden. 

Anschließend soll es bis März 2021 eine Nachspielzeit geben, in der sich alle an der Zukunft der Leonhardsvorstadt Interessierten weiter einbringen können. Es ist vorgesehen, die bisher vorliegenden Ergebnisse weiter zu präzisieren, um programmatische und städtebauliche Ziele formulieren zu können.

Die Planung sieht weiter vor, auf dieser Grundlage dann nach der Sommerpause 2021 ein neuartiges Konzeptverfahren auf den Weg zu bringen, das einem Hochbauwettbewerb vorgelagert wird. Auf ­diese Weise sollen Konsortien gefunden werden, die eine gemeinwohlorientierte Planung umsetzen.