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Landeshauptstadt Stuttgart

Gedenkveranstaltung

Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Deportationen aus Stuttgart

Der Beginn der Deportationen aus Stuttgart, Württemberg und Hohenzollern jährt sich 2021 zum 80. Mal. Aus diesem Anlass fand am 1. Dezember eine Kranzniederlegung an der Gedenkstätte Killesberg statt, um den mehr als 2500 Menschen, die als Opfer des Nationalsozialismus deportiert wurden, zu gedenken.

Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung gemeinsam mit Michael Kashi, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) und Rabbiner Yehuda Pushkin (v.r.n.l.) bei der Gedenkfeier im Höhenpark Killesberg.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation fand die Gedenkfeier im kleinen Kreis statt. Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung sowie Evangelische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich‐Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) legte gemeinsam mit Michael Kashi, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) und Rabbiner Yehuda Pushkin einen Kranz am Gedenkstein im Höhenpark Killesberg nieder. Auch Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse der Freien Waldorfschule Kräherwald brachten sich unter der Leitung von Josef Wiest ein, um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. 

Am 1. Dezember 1941 verließ der erste Deportationszug den Stuttgarter Nordbahnhof. An diesem Tag verließ der erste Deportationszug den Stuttgarter Nordbahnhof und es begann für die Juden in Württemberg und Hohenzollern der Holocaust. Zielort des ersten Transports war Riga in Lettland. Dem Transport folgten elf weitere. Im Februar 1945 fuhr der letzte Deportationszug vom Stuttgarter Hauptbahnhof ab. 

Insgesamt wurden mehr als 2500 Männer, Frauen und Kinder aus Württemberg und Hohenzollern verschleppt. Nur eine geringe Zahl von ihnen überlebte die nationalsozialistische Vernichtungspolitik. Lediglich 180 Personen kehrten zurück. 

Gedenkstätte im Höhenpark Killesberg

In Stuttgart errinnen mehrere  Gedenkorte an die Opfer des Nationalsozialismus. Die im Jahr 1962 errichtete und 2013 auf Betreiben der ­Initiative Gedenkstätte Killesberg erweiterte Gedenkstätte im Höhenpark erinnert an die systematische Ermordung jüdischer Menschen durch die Nationalsozialisten. Zwei Steinstelen, die mit Informationstexten zur Judenverfolgung während des Dritten Reichs bestückt sind, werden von einem in den Boden eingelassenen Metallring umschlossen. Der von der Künstlerin Ülkü Süngün entworfene Ring hat einen Durchmesser von 20 Metern und markiert die Fläche, die die mehr als 2000 Stuttgarter Deportierten einnehmen würden, stünden sie dort beisammen. Ein eindrucksvolles Stück Erinnerungskultur.

Seit 2006 erinnert außerdem die Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ am Nordbahnhof an die jüdischen Menschen, die von Stuttgart aus deportiert wurden: Die Gleise, auf denen die Deportationszüge ihre Fahrt begannen, liegen noch immer an ihrer ursprünglichen Stelle. Das Gleisbett wird von einer Steinmauer begrenzt, auf der die Namen der Deportierten zu lesen sind.