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Landeshauptstadt Stuttgart

Corona-Pandemie

Zwischenbilanz im Sozial- und Gesundheitsausschuss

Bei der Eindämmung der Corona-Pandemie sind nennenswerte Fortschritte erreicht worden, stellte die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration Dr. Alexandra Sußmann einleitend zum Corona-Bericht am 14. Juni im Sozial- und Gesundheitsausschuss fest.

Impfungen spielen bei der Eindämmung der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle. Rund 40 Prozent der Stuttgarterinnen und Stuttgarter haben eine Erst‐, 19 Prozent auch eine Zweitimpfung erhalten.

„Die gesellschaftlichen Abwehrkräfte gegen das Virus nehmen weiter zu, insbesondere, weil die Impfungen ihre Wirkung entfalten. Daher ist es in Stuttgart gelungen, die dritte Welle zu brechen. Auch die Umsetzung der so genannten Bundes-Notbremse hat sich positiv ausgewirkt“, so Dr. Sußmann.

Prof. Dr. Ehehalt, Leiter des Gesundheitsamts, sagte: „Erwiesen ist, dass Impfungen wirken. Das sehen wir in der Auswertung der Infektionslage in Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas. Auch der landesweite Vergleich der kreisspezifischen Inzidenzraten mit den jeweiligen Durchimpfungsraten weist darauf hin.“ Rund 800.000 Impfungen seien in Stuttgart verabreicht worden. 40 Prozent der Stuttgarterinnen und Stuttgarter haben eine Erst-, 19 Prozent auch eine Zweitimpfung erhalten. Dr. Ehehalt fordert: „Da Stuttgart im Landes- und Bundesvergleich noch immer vergleichsweise hohe Inzidenzen bei zugleich relativ niedrigen Impfquoten verzeichnet, besteht der dringende Bedarf, die Stuttgarter Hausärztinnen und Hausärzte vermehrt mit Impfstoff zu versorgen.“

Ehehalt weiter: „Auf das Infektionsgeschehen wirkt sich positiv aus, dass ein signifikanter Teil der Stuttgarter Bevölkerung, nämlich rund 29.000 Personen, mittlerweile genesen ist.“

Pandemie ist noch nicht zu Ende

Trotz einer gewissen Zuversicht mahnte er: „Die Pandemie ist noch nicht zu Ende. Auch wenn es sich das Virus nicht mehr rasant ausbreitet. Die von uns verzeichnete Inzidenz ist weit höher als im vergangenen Juli oder auch vor der zweiten und dritten Welle.“ Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz liegt bei 36, vor einem Jahr lag sie bei 6, vor der zweiten Welle Anfang Oktober bei 27,5, Mitte Februar vor der dritten Welle bei 30,2.

Ehehalt: „In nahezu allen Altersgruppe ist die Inzidenz gesunken und liegt unter 50.“ Lediglich die Inzidenz der Kinder im Vorschulalter liegt bei 66, gefolgt von den 10 bis 19-jährigen mit 49 und den 20 bis 39jährigen mit 40.

Die Lage in Kitas und Schulen

Zur Lage an den Kitas sagte Ehehalt: „Die Inzidenz ist aktuell auf niedrigem Niveau wie in den Ferien. Es gibt nur einen aktiven Fall in einer Kita sowie mehrere Folgefälle aus den Ferien.“ An Schulen gibt es neun Fälle seit der Schulöffnung im Mai. Der Anstieg sei erwartbar und unter anderem durch Schnelltestungen in der Schule festgestellt. Gewiss würden durch Reisen in den Ferien weitere Übertragungen festzustellen sein. Sein Fazit: „Es war für die Kinder richtig und wichtig, die Einrichtungen wieder zu öffnen. Genauso wichtig war es, das Personal frühzeitig zu impfen. Die Impfung mit anderen Maßnahmen schützt alle Beteiligten.“ Über den weiteren Umgang mit der Testpflicht in Kitas werde die Verwaltung in den kommenden Tagen beraten.

Impfpriorisierung richtig und erfolgreich

392 Menschen sind seit Beginn der Pandemie an und mit dem Virus verstorben. Der Fall-Verstorbenen-Anteil liegt bei 1,3 %. Die Sterbefälle sind im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt nicht angestiegen. Die meisten Menschen seien zwischen November und Januar verstorben. Dies zeige, so Ehehalt, dass die Impfpriorisierung richtig und erfolgreich war.

In Stuttgart habe sich die so genannte Alpha-Variante durchgesetzt, alle andere Mutationen seien im niedrig einstelligen Prozentbereich. Ehehalt: „Dass diese Variante vorherrscht heißt jedoch nicht, dass die Pandemie beherrschbar bleibt. Erwartbar sind einzelne Cluster – also räumlich-zeitliche Ballungen – weitere, ansteckendere Varianten – und insbesondere, dass die Delta-Variante auch bei uns eine zunehmend größere Rolle spielen wird.“

Impfung zeigt Schutzwirkung

Auch zu den Orten der Ansteckungen gab Ehehalt Auskunft. Ihm zufolge ist dieser nur in jedem zweiten Fall nachvollziehbar (46 Prozent). Die Hauptquellen sind der eigene Haushalt (28 %), Verwandtschaft/Freunde (8%) oder der Arbeitsplatz (4%). Alle anderen Orte wie Kita, Schule, Krankenhaus, Gemeinschaftseinrichtung oder öffentlicher Nahverkehr liegen aktuell bei um oder unter 1 %. Bemerkenswert sei, dass die Auswertung der Bezirke zeige, dass in Bad Cannstatt nicht mehr überproportional viele Ansteckungen vorkämen. Ehehalt: „Offenbar haben verstärkte Impfungen und Informationen das Bewusstsein für den Infektionsschutz gestärkt.“

Stuttgartweit wurden 87 Personen mit vollständigem Impfschutz dennoch positiv getestet. Es handelt sich dabei weit überwiegend um Menschen mit besonderer Vulnerabilität – also mit einem Alter von über 60 und/oder Vorerkrankung. Ehehalt sagte: „Keiner von ihnen musste wegen COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden.“ Drei der Infizierten seien verstorben, was auf andere Ursachen als COVID-19 zurückzuführen war. „Die Impfung zeigt also auch hier eine deutliche Schutzwirkung“, so Ehehalt abschließend.

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Bildnachweise

  • Leif Piechowski