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Landeshauptstadt Stuttgart

Ukraine

100 Tage „Ukraine engagiert“

Der Hilfeverbund „Ukraine engagiert“ ist jetzt 100 Tage mit vielen Angeboten tätig. Die Beteiligten in der Ukraine-Hilfe haben heute Bilanz gezogen und über Perspektiven der weiteren Zusammenarbeit gesprochen.

Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration (Mitte) und die Ehrenamtlichen Afina Albrecht (l.) und Vitaliia Kochurova (r.) bei dem Termin „100 Tage Hilfsverbund Ukraine engagiert“.

Im Hilfeverbund "Ukraine engagiert" unterstützen Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft – ukrainische Vereine, Engagierte und die Bürgerstiftung Stuttgart – Geflüchtete aus der Ukraine in Stuttgart.

In den ersten Wochen nach Ausbruch des Krieges ging es um akute, kurzfristige Hilfsmaßnahmen. In der zweiten Phase kommen nun die eingerichteten Strukturen und langfristig wirkende Angebote zum Tragen. Die Vertreter des Hilfsverbundes schildern Ihre Erfahrungen aus verschiedenen Perspektiven:

Dr. Alexandra Sußmann Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration:
"Die russische Invasion in die Ukraine hat in Europa die größte Vertreibungskrise seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Das hat auch uns in Stuttgart gefordert. Es ist uns gelungen, alle Vertriebenen, die hier angekommen sind, willkommen zu heißen, unterzubringen und sie mit allem Notwendigen zu versorgen. Das ist ein großes Verdienst der vielen Engagierten in der Zivilgesellschaft und den Mitarbeiter:innen unserer Verwaltung. Prägend ist der Spirit der Solidarität, der uns auch weiter trägt."

Vitaliia Kochurova, Engagierte bei der Stuttgarter Organisation „Wolja“:
„Zunächst konzentrierte sich unsere Arbeit auf die Anlaufstelle direkt am Hauptbahnhof. Um dort handeln zu können, waren anfangs besonders Lebensmittel und Geldspenden wichtig. Mittlerweile konnten wir mehr als 4000 Arbeitsstunden ehrenamtlich leisten. Nun verlagert sich unsere Hilfe an dezentrale Orte. Wir unterstützen zum Beispiel Familien mit Kindern mit Behinderung.“

Afina Albrecht, Engagierte beim Verein „UAKS“ (Ukrainisches Atelier für Kultur & Sport):
„Ein gutes Beispiel für die enge Verknüpfung von Verwaltung und Zivilgesellschaft ist die zweisprachige Hotline, bei der Haupt- und Ehrenamtliche im Tandem die Fragen von Geflüchteten und Engagierten bündeln. Rund 5300 Anrufe sind bei den Teams hier inzwischen eingegangen. Ein neues Projekt ist eine Gruppe, in der wir Schwangere bei der Geburtsvorbereitung unterstützen. Die ersten Kinder sind bereits auf der Welt.“

Irene Armbruster, Geschäftsführerin Bürgerstiftung Stuttgart:
In den Hilfeverbund bringen wir alle Kapazitäten der Bürgerstiftung Stuttgart ein: Wir vernetzen Menschen miteinander, wir steuern Wissen, wir gewinnen Spenden und fördern Projekte. Ein Ergebnis daraus ist der Hilfsfonds „Zuflucht Stuttgart“, der von einfacher Direkthilfe über sozialpsychologische Beratungsangebote bis zum Ausbau der Infrastruktur des Ausbildungscampus reicht.

Marcela Ulloa, Leiterin Ausbildungscampus (Zentrale von „Ukraine engagiert“):
„Der Campus ist ein zentraler Ort der Zusammenarbeit, er vereint drei wichtige Funktionen: Erstens können sich Menschen hier austauschen, ihr Wissen bündeln und sie erfahren Wertschätzung. Das ist wichtig für Halt in der Krise. Zweitens hilft uns die Nähe zu verschiedenen Ämtern und die bereits vorhandene Infrastruktur. Drittens engagieren sich hier auch Geflüchtete früherer Bewegungen. Wir sind also mehr denn je ein Begegnungsort für Menschen aus allen Ländern. Rund 400 Ehrenamtliche sind im Rahmen von Ukraine engagiert hier im Einsatz.“

Zahlen, Daten und Fakten

  • 5300 Anrufe an der Hotline im Ausbildungscampus
  • 4000 Arbeitsstunden am Hauptbahnhof
  • 3176 Geflüchtete und Vertriebene in Stuttgart untergebracht
  • 3200 Schnelltests am MedPoint Schleyerhalle (medizinische Anlaufstelle)
  • 1116 Kinder sind unter den Geflüchteten, die die Stadt untergebracht hat
  • 400 Engagierte insgesamt im Hilfsverbund Ukraine engagiert
  • 80 Wohnungen hat die Stadt Stuttgart angemietet (1/3 davon sind bereits belegt)
  • 8 Hauptamtliche in der Steuerungsgruppe
  • 7 Hotels und Pensionen nutzt die Stadt zur Unterbringung

(Quelle: Stuttgarter Bürgerstiftung)

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Bildnachweise

  • Bürgerstiftung/Jan Potente
  • Thomas Niedermüller/Stadt Stuttgart
  • Max Kovalenko/Stadt Stuttgart