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Landeshauptstadt Stuttgart

Kriminalstatistik

Straftaten in Stuttgart deutlich zurückgegangen

In Stuttgart sind 2020 deutlich weniger Straftaten verübt worden als in den Vorjahren. Mit 50 736 registrierten Fällen wurde der niedrigste Wert seit 20 Jahren erreicht. Gegenüber 2019 beläuft sich der Rückgang auf 6,6 Prozent. Dies geht aus der Kriminalstatistik 2020 der Stuttgarter Polizei hervor.

Coronavirus-COVID-19

„Im bundesweiten Vergleich ist Stuttgart eine der zehn sichersten Großstädte, landesweit betrachtet, liegt die Landeshauptstadt sogar auf Platz 3“, erklärte Polizeipräsident Franz Lutz. Von den 50 736 in Stuttgart registrierten Straftaten sind 34 091 Fälle aufgeklärt worden.
Ein Teil des Rückgangs der Kriminalitätsbelastung sei der Pandemie geschuldet, so Lutz weiter. Bei Diebstahl kam es beispielsweise zu einer Verringerung der Fallzahlen von über 13 Prozent. Die Zahl der Taschendiebstähle ging sogar um 40 Prozent zurück, was die Polizei darauf zurückführt, dass es Corona-bedingt kaum Veranstaltungen gegeben hat. Ladendiebstähle sind dagegen nur um 250 Fälle zurückgegangen. Hier hätte die Polizei ein deutlicheres Minus erwartet. 

Rückgang bei Einbrüchen

Die Zahl der Einbrüche ist in Stuttgart seit Jahren rückläufig und hat sich gegenüber dem Jahr 2014 um 63 Prozent reduziert. 2020 wurden der Polizei 370 Fälle gemeldet. Der Rückgang setzt sich bislang auch im aktuellen Jahr fort: Im Januar und Februar 2021 wurden insgesamt 32 Einbruchsdelikte festgestellt. 

In mehr als 50 Prozent der Fälle blieb es bei einem Versuch der Einbrecher. „Dies zeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Wohnungen entsprechend unserer Empfehlungen sichern“, so Hermann Volkert, Leiter des Referats Prävention. Rund die Hälfte der Geschädigten habe nachträglich ein kostenloses Beratungsangebot angenommen, berichtet er.

Die Straßenkriminalität ist in der Gesamtstadt um 9 Prozent auf 6 567 Fälle gesunken. Besonders auffallend ist dabei der Pandemie-bedingte Rückgang in Bad Cannstatt. Durch den Wegfall von Veranstaltungen im Neckarpark und auf dem Wasen sind die Straftaten dort um 16,1 Prozent weniger geworden. 

Kaum Einfluss hatte die Pandemie auf die Straffälligkeit im innerstädtischen Bereich. Obwohl Gastronomiebetriebe vergangenes Jahr nur bedingt geöffnet waren, trafen sich Vergnügungssuchende in den Sommermonaten abends an Wochenenden auf öffentlichen Plätzen und tranken dort mitgebrachten Alkohol. Laut Polizei habe „das hohe Personenaufkommen in Verbindung mit erhöhtem Alkoholkonsum eine Vielzahl an Tatgelegenheiten geboten“. 

Stuttgarter Krawallnacht

Was die „Stuttgarter Krawallnacht“ im Juni vergangenen Jahres anbelangt, habe sich „in einem bisher nie erlebten und unvorstellbaren Ausmaß Aggression und Gewalt sowie eine bis dahin in Stuttgart nicht vorstellbare Zerstörungsorgie gegen das Eigentum anderer gezeigt“, so Polizeipräsident Lutz. Zehn Prozent der eingesetzten Polizeibeamten seien in dieser Nacht verletzt worden. Inzwischen hat die Polizei 130 Tatverdächtige ermittelt. 
Lutz betonte, dass die Stuttgarter Polizei in der Folgezeit durch intensive Kontroll- und Präsenzmaßnahmen mit zahlreichen Einsatzkräften Wochenende um Wochenende bewiesen habe, „dass sie weiterhin ein Garant für die Sicherheit dieser Stadt ist“.

Trickbetrug - Aufklärung zeigt Wirkung

Telefontrickbetrüger haben auch im vergangenen Jahr intensiv versucht, an das Hab und Gut von Senioren zu kommen. Neben den bekannten Maschen „Enkeltrick“ und „Falsche Polizeibeamte“ haben sie auch die Corona-Pandemie genutzt, um Ängste zu schüren.

Während es im Jahr 2019 in diesem Zusammenhang zu 38 Übergaben mit einem Gesamtschaden von knapp zwei Millionen Euro kam, ist es den Telefontrickbetrügern letztes Jahr 17 Mal gelungen, Seniorinnen und Senioren mit perfiden Maschen zu täuschen und so an rund 900 000 Euro zu gelangen. 

Zu einem Großteil erkannten die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger jedoch den Betrugsversuch und beendeten das Telefonat. Intensive Präventionsarbeit, insbesondere auch bei Beschäftigten von Bankinstituten und eine offensive Berichterstattung sowie das aktive Kümmern von Angehörigen haben offenbar Wirkung gezeigt. So rät die Polizei auch, sich auf gar keinen Fall unter Druck setzen zu lassen und beim geringsten Zweifel an der Echtheit Verwandte und Vertrauenspersonen anzurufen oder die Polizei unter der Nummer 110 zu kontaktieren.

Rauschgiftkriminalität angestiegen

Im Jahr 2020 kam es zu 15 Todesfällen in Folge von Rauschgiftkonsum (Vorjahr: 19). Betroffen waren vier Frauen und elf Männer im Alter zwischen 17 und 56 Jahren. Die Rauschgiftkriminalität ist im Berichtsjahr angestiegen und bewegt sich mit 6157 Delikten (+ 6,7 Prozent) auf einem Höchststand der vergangenen zehn Jahre. Die Polizei weist jedoch darauf hin, dass Rauschgiftdelikte „Kontrolldelikte“ seien, das heißt, dass die Anzahl der festgestellten Verstöße zu einem erheblichen Teil von der Kontrollintensität abhänge. In diesem Zusammenhang sei auch die hohe Aufklärungsquote von 85 Prozent zu sehen. 

Die Zahl der Sexualdelikte ist im Stadtgebiet Stuttgart mit 714 gemeldeten Straftaten nahezu unverändert geblieben. Im Gegensatz dazu kam es landesweit in diesem Bereich zu einer Zunahme von 14 Prozent. 

Hohe Aufklärungsquote

Im Bereich „Häusliche Gewalt“ mit insgesamt 973 Fällen wurde ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert. 

Die Kriminalstatistik 2020 weist sechs Mordfälle aus. Ein Jahr zuvor waren es noch neun. 

Weiter zugenommen hat der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich hier eine Steigerung um 5,2 Prozent auf 786 Fälle. 2317 Polizeibeamte wurden zudem Opfer von Gewalttaten, rund drei Viertel der Täter standen dabei unter dem Einfluss von Alkohol oder Rauschgift. 

Die Aufklärungsquote hat vergangenes Jahr einen neuen Höchststand erreicht: Während im Jahr 2019 noch knapp 60 Prozent der Fälle aufgeklärt wurden, ist die Quote 2020 auf 67,2 Prozent angestiegen. Zwei weitreichende Ermittlungserfolge im Bereich Wirtschaftskriminalität sind hierfür unter anderem ursächlich. 

„Die hohe Aufklärungsquote spiegelt eine erfolgreiche Polizeiarbeit wider und zeigt, dass sich Stuttgarter Bürger auf die professionelle Arbeit ihrer Polizei verlassen können“, so Polizeipräsident Lutz abschließend.