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Landeshauptstadt Stuttgart

Ukraine-Hilfe

Arrival Ukraine: Neues Zentrum eröffnet

Die Landeshauptstadt möchte den Schutzsuchenden aus der Ukraine den Start in Stuttgart erleichtern. Das neue Zentrum ist seit dem 9. Mai in Betrieb: In der Heilbronner Straße werden nun drei Ämter im „Arrival Ukraine“ zusammenarbeiten.

Zu sehen sind Arndt Gießer, Leiter des Bereichs Privatkunden Stuttgart der BW-Bank, Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann und Amtsleiterin Dorothea Koller.

Das Amt für öffentliche Ordnung, das Sozial- und das Gesundheitsamt kümmern sich mit ihren Partnern um die Klärung der persönlichen Situation, die ausländerrechtliche Registrierung und die medizinische Erstversorgung.

Die Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration, Dr. Alexandra Sußmann, sagte am Freitag, 6. Mai: „Das Zentrum bietet den Geflüchteten aus der Ukraine einen Ort des Ankommens und der ersten Orientierung. Deshalb ist die Nähe zum Hauptbahnhof wichtig. Angebote, die bisher über die Stadt zerstreut waren, sind nun zusammengefasst. Unsere Mitarbeitende sorgen mit ihren Partnern für eine strukturiertere, transparentere und effizientere Aufnahme.“ Und weiter: „Wir schaffen für die Schutzsuchenden gute Bedingungen zum Ankommen und eine Grundlage zu einer gelingenden Integration in unsere Stadtgesellschaft.“ Die Bürgermeisterin dankte auch den bürgerschaftlich Engagierten und Personen, die Wohnraum anbieten.

Ankommens- und Registrierungszentrum & MedPoint

Der Weg im Zentrum „Arrival Ukraine“ beginnt mit der Klärung („Clearing Station“), ob die Geflüchteten in Stuttgart verbleiben können, zum Beispiel aufgrund familiären Bindungen, oder in andere Stadt- und Landkreise in Kooperation mit dem Regierungspräsidium weitergeleitet werden.

Wer in Stuttgart verbleibt, erhält einen Platz in einer der elf Notunterkünfte. Im Zentrum können die Schutzsuchenden dann im im „PopUp - Sozialamt“ Informationen zu den Sozialleistungen für den Lebensunterhalt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie Krankenscheine zur notwendigen medizinischen Versorgung erhalten werden.

Das neue Zentrum in der Heilbronner Straße hat am Montag, 9. Mai, seine Arbeit aufgenommen.

Registrierung stellt Identität sicher

Im neuen Zentrum übernehmen Mitarbeitende des Amts für öffentliche Ordnung die ausländerrechtliche Ersterfassung und die sogenannte Registrierung. Dorothea Koller erklärte: „Die Registrierung bedeutet ganz speziell die erkennungsdienstliche Behandlung zur Sicherstellung der Identität. Über die Erfassung und den Abgleich der biometrischen Daten – also Fingerabdrücke und Lichtbild – prüfen wir. ob die Person in anderen Dateien, zum Beispiel im Ausländerzentralregister oder in den polizeilichen Datenbanken unter anderen Personalien erfasst ist. Dazu benötigt es Technik und Zeit.“ Die technische Voraussetzung sind „Personalisierungsinfrastrukturkomponenten“ – etwa tellergroße Geräte, kurz PIK genannt. Frau Koller sagte weiter: „Die zeitliche Komponente hängt stark von der Stabilität der Datenübertragung ab. An unserer bisherigen PIK-Station in der Jägerstraße dauert die Maßnahme im Durchschnitt 40 Minuten. Im neuen Zentrum kommen nun mehrere Geräte gleichzeitig zum Einsatz.“

Ab Mitte des Monats wird im Untergeschoss auch die erste medizinische Versorgung im MedPoint angeboten, der sich aktuell noch in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle befindet. Die Besetzung des Medpoints erfolgt unter Beteiligung der Stuttgarter Ärzteschaft, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Stadtverwaltung. Dr. Hans-Jörg Wertenauer, Pandemiebeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung für Stuttgart, organisiert das Angebot. Möglich ist im MedPoint eine ambulante haus- oder kinderärztliche Erstversorgung mit anschließender Anbindung an das Regelsystem. Gerade auch um Kindern eine gute Aufnahme in bestehende Regelangebote (Schule, Kinderbetreuung, etc.) zu ermöglichen, ist eine medizinische Untersuchung dringend angezeigt.

BW-Bank unterstützt

Arndt Gießer, Leiter des Bereichs Privatkunden Stuttgart der BW-Bank, sagt: „Als Stadtsparkasse in Stuttgart sieht sich die BW-Bank auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung. Als die Stadt auf der Suche nach einem temporären Standort für ein Registrierzentrum in der Nähe des Hauptbahnhofs auf uns zukam, haben wir uns gerne bereit erklärt, dafür leere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.“ Bereits im vergangenen Herbst hat die Bank der Stadt leere Filialräume in der Klett-Passage mietfrei überlassen, um dort ein Impfzentrum einzurichten. „Wir freuen uns, dass auch dieses Mal wieder schnell und unbürokratisch eine gute Lösung gefunden werden konnte. Das Registrierzentrum wird als zentrale Anlaufstelle den Geflohenen den Weg für diverse Behördengänge wesentlich erleichtern. Wie hilfreich und wichtig ein unkomplizierter, einfacher Zugang zu den notwendigen Dingen des Alltags ist, sehen wir auch in der Bank. Bereits seit März haben wir in den Filialen der BW-Bank rund 2500 Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine unterstützt, vor allem auch mit der Eröffnung kostenfreier Basiskonten.“

Das Zentrum ist geöffnet von 9 bis 17 Uhr (Montag bis Donnerstag) und am Freitag von 9 bis 14 Uhr. Außerhalb der Öffnungszeiten vermittelt ein Sicherheitsdienst am Bahnhof Plätze in Notunterkünften.

In Stuttgart befinden sich aktuell rund 6.400 geflüchtete Menschen aus der Ukraine als Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, davon leben ca. 2.900 Personen in privaten Unterkünften und ca. 3.500 in Flüchtlings- und Notunterkünften der Stadt. Täglich kommen rund 50 Geflüchtete aus der Ukraine am Bahnhof an.

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