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Landeshauptstadt Stuttgart

Aktuelle Meldung

Neuer Lernraum für Gemeinschaftsunterkunft

Bürgermeisterin Isabel Fezer und Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann haben am Dienstag, 29. September, den ersten Lernraum in der Gemeinschaftsunterkunft Krailenshaldenstraße 49 besucht.

Bürgermeisterin Isabel Fezer (hinten links) und Bürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann bei ihrem Besuch im neuen Lernraum der Gemeinschaftsunterkunft Krailenshaldenstraße 49.

67 Kinder und Jugendliche im Schulalter leben in der Gemeinschaftsunterkunft. Sie besuchen insgesamt 17 verschiedene Schulen im Stadtgebiet. Die Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft hat in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt Lernräume entwickelt, die in Kooperation mit dem Projekt „Digital for all kids“ an mehreren Modellstandorten in der Stadt umgesetzt werden. In der Krailenshaldenstraße startet nun der erste Lernraum.

Bürgermeisterin Isabel Fezer betont: „Es muss unser Ziel sein, dass alle Kinder und Jugendlichen in Stuttgart einen niederschwelligen Zugang zu Bildung haben."

Gerade in diesen herausfordernden Zeiten müssen wir uns verstärkt um die Kinder und Jugendlichen kümmern, die erschwerte Bedingungen haben.

Isabel Fezer, Bürgermeisterin für Jugend und Bildung

Als die Schulen pandemiebedingt schlossen und das Homeschooling begann, rückte die schwierige Lernsituation der Kinder und Jugendlichen in Gemeinschaftsunterkünften verstärkt in den Fokus. Konzentriertes Lernen ist durch die beengte Unterbringung zudem erschwert. Häufig fehlt eine technische Ausstattung, um am Homeschooling teilzunehmen. Mangelnde Sprachkenntnisse und eine große Unsicherheit aufgrund der eingeschränkten Kontakte verschärften die Lage. In dieser prekären Situation konnte von Bildungsteilhabe kaum die Rede sein.

Gerade die Kinder und Jugendlichen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, sind aufgrund der beengten Wohnsituation und zusätzlich durch mangelnde Deutschkenntnisse im Nachteil, den es auszugleichen gilt.

Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration

Lernräume fördern Bildungsteilhabe

Die Lernräume, die gemeinsam in Zusammenarbeit des Referats Jugend und Bildung und des Referats Soziales und gesellschaftliche Integration mit den Trägern der Unterkünfte initiiert werden, sollen Abhilfe schaffen, und zwar regelmäßig und nicht nur bei Schulschließungen. Sichergestellt wird die Begleitung im Lernraum durch eine hauptamtliche Kraft sowie durch das Engagement von Ehrenamtlichen. Beide Bürgermeisterinnen drängten auf eine schnelle Umsetzung der Lernräume, so dass zum Schuljahresbeginn bereits der erste Lernraum in Stuttgart eröffnet werden konnte.

Die Lernräume sollen über das Homeschooling hinaus einen Ersatz für den eigenen Schreibtisch der Kinder und Jugendlichen sein, die in Unterkünften leben. Koordiniert durch eine hauptamtliche Leitung, werden in dem speziell eingerichteten Raum, der auch Computerarbeitsplätze bereitstellt, unterschiedliche Lernsettings ermöglicht. Ehrenamtlich Engagierte unterstützen die Kinder und Jugendlichen im Lernraum bei den Hausaufgaben oder im Rahmen einer Lernbegleitung.

Eine Zuwendung der Stiftung Jugendhilfe, Mobiliar durch das Schulverwaltungsamt und die enge Zusammenarbeit mit dem Kooperationsprojekt „Digital for all Kids“ des Ausbildungscampus Stuttgart ermöglichten die schnelle Umsetzung des Vorhabens. Darüber hinaus hat der Stuttgarter Klett Verlag umfangreiche Lernmaterialien für den Lernraum zur Verfügung gestellt, so dass die ehrenamtlichen Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter auf fundiertes Material zurückgreifen können und die Schülerinnen und Schüler mit Arbeitsmaterialen beim Lernen unterstützt werden.

Dank der großzügigen Unterstützung der Rudolf Schmid und Hermann Schmid Stiftung ist es außerdem möglich, zeitnah zwei weitere Lernräume zu eröffnen. Damit werden bis Ende des Jahres in insgesamt vier Stuttgarter Gemeinschaftsunterkünften Lernräume etabliert.