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Landeshauptstadt Stuttgart

Nachnutzung

„Zukunftsministerium“ und Verkehrsübungsplatz

Die Stadt will den Bereich unter und um die Paulinenbrücke neu beleben – dazu setzt sie auf eine „schräge Aktion“ und hat auch einen Verkehrsübungsplatz eingerichtet, wie sie am Freitag, 24. September, mitteilte.

Auf der Nordseite der Brücke regiert ab sofort ein „Zukunftsministerium für Träume und Utopien der Stuttgarterinnen und Stuttgart“.

Auf der Nordseite der Brücke regiert ab sofort ein „Zukunftsministerium für Träume und Utopien der Stuttgarterinnen und Stuttgart“. Mit der sogenannten UTOPIA TOOLBOX sucht die Stadt das Gespräch mit Passanten und will so zu einem Gedankenaustausch anregen. Und ein temporärer Übungsplatz auf der Südseite unter der Brücke bringt Farbe auf den Beton und lädt Kinder und Jugendliche zum Radeln ein.

Fragen mit Kunst und Kreativität offen begegnen

Die Leiterin des Sozialamts, Franziska Vogel, erklärte: „Was willst Du wirklich? Das ist eine einfache, wie grundlegende Frage. Wir wollen Bürgerinnen und Bürger so zum Nachdenken anregen, ohne konkrete Erwartung ins Gespräch treten und uns, wie auch die Bürger selbst mit auf eine Reise mit überraschendem Ausgang nehmen. Ich freue mich, dass die Kreativen, die die UTOPIA TOOLBOX ins Leben gerufen haben, Feuer und Flamme waren für die Paulinenbrücke und ihr spannendes Projekt jetzt anbieten.“ Es handelt sich um ein internationales Kunstprojekt von Kreativen, die interdisziplinär zusammenarbeiten. Vogel weiter: „Das Projekt folgt dem Ansatz, dass für alle Fälle des Lebens irgendeine Institution oder ein Amt existiert, aber kein Ort, wohin sich die Menschen mit ihren Zukunftsträumen und Utopien wenden können. Genau hier setzt das Projekt an. Die Besonderheit besteht darin, sozialen und gesellschaftlichen Fragen durch Kunst und Kreativität ergebnisoffen zu begegnen.“

Zu neuen Sichtweisen ermutigen

Der UTOPIA TOOLBOX Container steht unter der Paulinenbrücke auf einer 15° schiefen Ebene und macht physisch erfahrbar, dass in unserer gegenwärtigen Welt so einiges ins Rutschen gekommen ist. Zugleich ermutigt er zu neuen Sichtweisen: Träumen wir noch von einer besseren Welt? Wo sind die Utopien und Visionen, die uns alles neu sehen helfen? Wie stellen wir uns die künftige Gestaltung unseres Lebens und der Gesellschaft vor? Was willst du wirklich? Und: Was kannst Du heute noch unternehmen, um Deiner Idee den ersten Schritt näher zu kommen?

Mit diesen Fragen können sich Menschen auf dem Platz, zufällige Passanten, Stuttgarterinnen und Stuttgarter in persönlichen Gesprächen und Interviews rund um das temporäre Zukunftsministerium auseinandersetzen. Die Ideen werden täglich gesammelt und mit der ganzen Stadt auf  www.utopiatoolbox-stuttgart.de (Öffnet in einem neuen Tab) geteilt.

Im Anschluss an das Projekt werden aus den Anregungen und Wünschen der Stadtgesellschaft Stuttgarts einige ausgewählt und daraus konkret umsetzbare Projekte entwickelt. Diese Projektideen sollen dann ab 2022 realisiert werden - zusammen mit den Menschen vor Ort, Stuttgart Initiativen, Kulturschaffenden und bürgerschaftlich Engagierten.

Temporärer Verkehrsübungsplatz

Neben der UTOPIA TOOLBOX wurde unter der Paulinenbrücke im südlichen Teil ein kreativer Verkehrsübungsplatz aufgemalt. Dieser bietet für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, Kinder und Familien die Möglichkeit, sich sportlich auszuprobieren und erste Übungen für den Straßenverkehr zu erproben. Die Gestaltung bindet außerdem verschiedene Spiel- und Bewegungsmodule rund um das Thema Feuerwehr ein, da auf der Fläche ab Anfang 2022 die Interimsfeuerwache Süd entsteht. Das Bewegungsangebot kann mindestens bis zum Beginn der Bauarbeiten an der Interimsfeuerwache genutzt werden.

Die Leiterin des Amts für Sport und Bewegung, Daniela Klein, erläuterte: „Die Flächen in der City sind knapp. Wenn wir Sport und Bewegung im öffentlichen Raum anbieten wollen, müssen wir unkonventionelle Wege gehen. Außerdem stärken wir mit dem Übungsplatz das sichere Fahrradfahren von Kindern.“ Mit dem „Stuttgarter Masterplan für urbane Bewegungsräume“ hat die Landeshauptstadt eine Strategie entwickelt, um Bewegung im öffentlichen Raum zu fördern und langfristig zu sichern. Klein weiter: „Unsere Vision ist es, allen wollen in Stuttgart ein Angebot zu machen, das Lust macht und animiert, sich im Alltag zu bewegen.“

Der Verkehrsübungsplatz bietet Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer, Kindern und Familien die Möglichkeit, sich sportlich auszuprobieren.

Paulinenbrücke als langjähriges Stadtentwicklungsprojekt

Bereits 2018 und 2019 gab es auf Initiative des Vereins Stadtlücken e.V. hin erste erfolgreiche Projekte rund um die Paulinenbrücke. Es entstand ein Ort für alle mit verschiedenen Beteiligungsformate und –angeboten. Der Platz wurde in Kooperation mit der Zivilgesellschaft, den Bürgerinnen und Bürgern, Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbetreibenden sowie der Stadtpolitik und -verwaltung aktiviert. Das Projekt hat enorme Beachtung in der Öffentlichkeit erhalten. So gewann es unter anderem 2018 den 1. Platz in der Kategorie „Stadtraum“ beim Bundeswettbewerb „Europäische Stadt: Wandel und Werte – Erfolgreiche Entwicklung aus dem Bestand“. Die ursprünglichen Pläne zur „Nachnutzung der Paulinenbrücke“ konnten nicht umgesetzt werden. Ein neues Konzept stellt die Verwaltung dem Gemeinderat im Herbst vor. Das Kunstprojekt UTOPIA TOOLBOX sowie die temporäre farbliche Gestaltung von Teilen des Bodens unter der Brücke sind ein erster Teil davon.

Projektzeitraum

  • 25. September bis 11. Oktober 2021
  • Stuttgart, Österreichischer Platz, Paulinenbrücke/Tübingerstraße
  • Täglich außer Sonntag, 3. 10., von 11 bis 17 Uhr

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Bildnachweise

  • Leif Piechowski/Stadt Stuttgart
  • Frederik Laux
  • Arnim Kilgus
  • Thomas Wagner/Stadt Stuttgart
  • Stadt Stuttgart