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Landeshauptstadt Stuttgart

Denkmalgeschützte Immobilien

Altes erhalten, aber trotzdem Neues schaffen

Alte Fachwerkhäuser mit freigelegten Holzbalken, hohen Decken und viel Tageslicht: Diesen Charme kann ein frisch sanierter Altbau bieten. Wie denkmalgeschützte, aber sanierungsbedürftige Immobilien in Stuttgart eine zweite Chance erhalten, zeigt das Vorzeigebeispiel in Stuttgart Weilimdorf.

Die Adlerscheune in Stuttgart Weilimdorf als Vorzeigebeispiel einer Kernsanierung: Aus der alten Rinderscheune wird eine moderne, lichtdurchflutete Wohnung.

Bestand soll erhalten bleiben

Traditionelle Gebäude sollen vor dem Abriss gerettet werden. Es gilt, den Bestand zu bewahren und gleichzeitig klimafreundlichen und charmanten Wohnraum zu schaffen. Diese Maßnahme ist fest in der Agenda des Stuttgarter Oberbürgermeisters Dr. Frank Nopper eingeplant. So nennt er neben den Plan, mehr energetische Modellgebäude zu bauen, auch die Erhaltung des Bestands als konkrete Maßnahme, um die Wohnsituation in Stuttgart zu verbessern.

Expertise für Bestandserhaltung

Die Firma Vertrauen in Werte (VIW) um Geschäftsführer Helmut Ruf hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische Gebäude zu erhalten. Das Unternehmen restauriert die Immobilien und gestaltet daraus moderne Projekte. Ein Netzwerk aus Fachkräften saniert die Gebäude zu modernen Unikaten, ohne den Ursprungsstil zu vergessen. Statt alte Immobilien abzureißen, kann der Charakter der alten Gebäude so erhalten bleiben. 

Vom Rinderstall zu Wohnkomfort

Vorzeigebeispiel für die Kernsanierung einer historischen Immobilie in Stuttgart ist das Projekt der Adlerscheune in Stuttgart Weilimdorf. Die alte Scheune wurde bereits 1881 erbaut und vorerst als Rinderstall mit Frucht- und Heuböden genutzt. Nachdem die Milchwirtschaft im Dezember 1976 aufgegeben wurde, diente die Scheune bis 1985 als Heu- und Getreidelager.

Im Jahr 2011 rettete die VIW das Baudenkmal vor dem weiteren Verfall. Die Behörden hatten wegen des schlechten Zustands der Adlerscheune den Abriss schon festgelegt. Die VIW ließ jedoch nicht locker: Die Substanz des Gebäudes wurde monatelang voruntersucht. Schließlich konnte eine Kernsanierung sichergestellt werden, bei der mehr als 80 Prozent des Bestandes erhalten bleiben würden. Somit konnte der Status „denkmalgeschütztes Gebäude“ gerettet werden. Der große Anteil der erhaltenen Originalsubstanz überzeugte auch die Behörden, die schließlich einer Sanierung zustimmten.

Im Jahr 2012 entstanden so acht moderne Wohnungen mit individuellem und gehobenem Wohnkomfort in bester Lage. „Wir wollen, dass in das alte historische Gewand Modernität in allen Bereichen einzieht“, sagt Helmut Ruf, Geschäftsführer der VIW. Wie das obige Vorher- und Nachher-Bild zeigt, ist ihnen das bei diesem Projekt eindrucksvoll gelungen.

Sie wollen ebenfalls einen Altbau sanieren?

Die Stadt Stuttgart fördert energetische Sanierungen in Altbauten. Wer ein Gebäude komplett saniert und damit einen KfW‐Effizienzhaus‐Standard erreicht, kann bis zu 25 Prozent Zuschuss bekommen.

Auch für einzelne Verbesserungen wie Fassadendämmung, Dachdämmung, und Fenstertausch gibt es Zuschüsse. Den Einbau einer ökologischen Heizung oder thermische Solaranlagen fördert die Stadt Stuttgart in zusätzlichen Programmen. Extra Gelder gibt es, wenn ökologisch zertifizierte Dämmstoffe oder Holz‐ bzw. Holz‐Alu‐Fenster verwendet werden. 

Hier finden Sie eine Übersicht über das  Stuttgarter Energiesparprogramm (Öffnet in einem neuen Tab) und weitere Informationen. Die Erstberatung und technische Vorprüfung der Maßnahmen erfolgt durch das Energieberatungszentrum Stuttgart.

Adressen

Energieberatungszentrum Stuttgart (EBZ)

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Bildnachweise

  • VIW GmbH
  • Energieberatungszentrum Stuttgart (EBZ)
  • LHS, Kolb
  • Getty Images/VM_Studio