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Landeshauptstadt Stuttgart

Klimaschutz - Fokusthema im Dezember 2020

Nachhaltige Investments: Sicher und erfolgreich investieren

Grüne Investments sind auf dem Vormarsch. Auch die Stadt Stuttgart hat ihre Portfolios bereinigt. Mit einer unaufgeregten Strategie setzt die Landeshauptstadt auf risikoreduzierte und zukunftsfähige Anlagen. Mit Erfolg: Nachhaltige Aktienfonds zeigen eine bessere Performance als konventionelle Aktienfonds.

Bankenmetropole Frankfurt am Main

„Schon bald – und früher als von den meisten erwartet – wird es zu einer erheblichen Umverteilung von Kapital kommen“, das schrieb nicht etwa Karl Marx vor fast 200 Jahren, sondern der Vorstandschef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock im Jahr 2020. Die Botschaft war klar: Blackrock zieht sich aus Anlagen mit Nachhaltigkeitsrisiken zurück. Mit klimabewussten und nachhaltigen Investments erziele man höhere risikobereinigte Renditen. Außerdem sei Blackrock „zunehmend geneigt“, Führungskräften die Zustimmung zu verweigern, wenn sie beim Thema Nachhaltigkeit keine ausreichenden Fortschritte machten.

Bei nachhaltigen Finanzanlagen werden für die Bewertung neben Profitabilität und Sicherheit auch die sogenannten ESG-Kriterien herangezogen: Environment, Social, Governance, also ökologische und soziale Aspekte sowie eine verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Landeshauptstadt Stuttgart setzt auf nachhaltige Geldanlagen

Die Stadt Stuttgart hat ihre Anlagerichtlinien bereits im Sommer 2015 überarbeitet. „Zu diesem Zeitpunkt hatten einige prominente Wertpapiere, zum Beispiel E.ON und RWE, eine über fünfjährige Abwärtsbewegung hinter sich - mit einem Wertverlust von in der Spitze 75 bzw. 80 Prozent“, erklärt Jan Kohlmeyer, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz der Landeshauptstadt Stuttgart. „Darum war es naheliegend, Wertpapiere aus der Vermögensanlage auszuschließen, die in den Rohstoffabbau von Kohle investieren oder deren Geschäftsfeld die Energieerzeugung mit Kohle ist“. In diesem Zuge wurden auch die weiteren fossilen Energien wie Öl, Fracking-Erdgas und Atomenergie zu einem Ausschlusskriterium erklärt. 

Die neuen Anlagenrichtlinien haben einen großen politischen Rückhalt in fast allen politischen Gruppierungen. Mit den Richtlinien definiert der Gemeinderat einen Rahmen, den jede Person mit gesundem Menschenverstand sowieso für richtig hält. Denn wer beruflich oder privat Investments verantwortet, beabsichtigt natürlich nie, in Kinder- oder Zwangsarbeit, in Firmen mit Bestechungs- oder Korruptionsvorfällen oder in Chemiewaffen zu investieren. Das passiert meist versehentlich, weil das Wissen und die Transparenz fehlen. Hier kann eine Anlagerichtlinie, die diese Themen adressiert, auch über die Stadtverwaltung hinaus eine Vorbildfunktion einnehmen und Aufklärungsarbeit leisten.

Profitabilität und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus

Klang es früher so, als wären nachhaltige Geldanlagen eine Art Spende für eine bessere Welt und würden einen Verzicht auf Renditen bedeuten, hat sich die Wahrnehmung in den vergangenen Jahren geändert: „Dieser Gegensatz aus Profitabilität und Nachhaltigkeit erscheint heute seltsam und konstruiert“, so Kohlmeyer. „Vorausschauend agierende Führungskräfte verfolgen Geschäftsmodelle, die Klimarisiken reduzieren oder zumindest berücksichtigen. Das senkt das Risiko der Investments spürbar.“ Die Corona-Krise hat dies erneut gezeigt: Nachhaltige Aktienfonds haben in diesem Zeitraum eine bessere Performance gezeigt als konventionelle Aktienfonds.  

Privatpersonen sollten auf unabhängige Beratung setzen. Stiftung Warentest und andere Anbieter nehmen regelmäßig konventionelle und nachhaltige Anlageoptionen unter die Lupe und geben Empfehlungen ab. Beispielsweise hat die Stiftung Warentest Nachhaltigkeitsfonds untersucht, die weltweit investieren, und dabei drei Fonds mit der Bestnote ausgezeichnet. Auch die nicht-kommerzielle Plattform MeinFairMögen bietet umfangreiche Informationen rund um Grüne Investments.

Weiterführende Links:

 https://www.test.de/Ethisch-oekologische-Fonds-So-legen-Sie-sauber-an-4741500-0/ (Öffnet in einem neuen Tab)

 https://www.xn--meinfairmgen-djb.de (Öffnet in einem neuen Tab)

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  • Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart
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