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Wissenswertes aus Europa

Wie der European Green Deal 1.000 Milliarden Euro bis 2030 mobilisieren will

Wie kann es gelingen, eine moderne, leistungsfähige und ressourcenschonende Wirtschaft zu finanzieren? Die Europäische Kommission hat dafür den European Green Deal entwickelt, mit dem die EU bis 2030 stolze 1.000 Milliarden Euro mobilisieren will.

Der European Green Deal für eine leistungsfähige und ressourcenschonende Wirtschaft

Ambitionierte Ziele gesetzt

Bis 2030 wird sich zeigen, ob es der EU gelingen kann, bis 2050 klimaneutral zu werden. Der European Green Deal setzt ambitionierte Ziele. Er besteht unter anderem aus Strategien für die Sektoren Energie, Gebäude und Verkehr sowie aus vielen vernetzten Initiativen und Aktionsplänen, zum Beispiel für die Chemieindustrie, für Wasserstoff und Batterien, für Landwirtschaft und Ernährung sowie für die Kreislaufwirtschaft und die Biodiversität.

Am 11. Dezember 2019 stellte die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen das Konzept des European Green Deals vor. Am 14. Januar 2020 kündigte die EU-Kommission an, bis 2030 über den European Green Deal 1.000 Milliarden Euro zu mobilisieren, um den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft zu finanzieren. Am 4. März 2020 schlug die EU-Kommission ein Klimagesetz vor, um verbindlich das Ziel festzulegen, dass die EU bis 2050 klimaneutral wird.

Am 10. März präsentierte die Kommission die Industriestrategie, mit der sie den ökologischen Wandel, die globale Wettbewerbsfähigkeit und die digitale Transformation fördern will. Einen Tag später stellte die EU-Kommission die Initiative für eine Kreislaufwirtschaft vor. Zudem wurde im März auch eine EU-Wasserstoffstrategie angekündigt, die am 8. Juli 2020 zusammen mit einem Programm für die Integration der Energiesysteme vorgestellt wurde. Ein Baustein: Mit rund 150 Milliarden Euro Anschubfinanzierung soll grüner Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbarer Energie erzeugt wird, bis 2030 wettbewerbsfähig werden.

Zwei weitere Strategien

Am 20. Mai 2020 legte die EU-Kommission zwei weitere Strategien vor: Eine Initiative für Biodiversität, mit der die Europäische Union 30 Prozent der Fläche zu Naturschutzgebieten machen will, sowie die Strategie für die Agrarwirtschaft und Lebensmittel.

Am 14. Oktober 2020 stellte die EU-Kommission neben Strategien für die Reduktion von Methangasen und für den Umbau der Chemieindustrie auch eine Renovierungsoffensive vor, mit der in der EU die Gebäudesanierungen verdoppelt werden sollen. Finanziert auch aus dem 750 Milliarden großen Corona-Wiederaufbaufonds sollen so auch neue Arbeitsplätze im Handwerk entstehen. Im November folgte eine Offshore-Initiative, mit der die EU-Kommission die Stromproduktion aus Offshore-Windkraft vervielfachen und bis 2050 Investitionen von 800 Milliarden Euro auslösen will.

Das Verkehrskonzept für ein emissionsfreies Europa präsentierte die EU-Kommission am 9. Dezember 2020. Das Konzept betrachtet sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Noch verursacht der Verkehr fast 30 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen in der EU, bis 2030 sollen aber schon 100 europäische Städte klimaneutral sein.

Am 10. Dezember 2020 stellte die EU-Kommission eine Batterieinitiative vor. Der Gesetzesvorschlag sieht vor, wie schnell sich die Recyclinganteile bei Batterien erhöhen sollen. Am gleichen Tag – fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Ankündigung des European Green Deals – vereinbarten die Staats- und Regierungschefs der EU, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Auf dieses Zwischenziel passen viele Mitgliedsstaaten nun ihre nationalen Strategien an.

Weitere Informationen

Sie wollen mehr über die Chronologie des European Green Deals erfahren? Dieser  lesenswerte Bericht im Handelsblatt (Öffnet in einem neuen Tab) diente uns als Grundlage für die Zusammenfassung.

Ein Lesetipp ist auch das  ausführliche Dossier des Wirtschaftsmagazins brand eins (Öffnet in einem neuen Tab), das die bevorstehende Transformation in einer sechsteiligen Serie behandelt. Dank der staatlichen Förderbank KfW ist das E-Paper kostenfrei erhältlich.

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Bildnachweise

  • Getty Images, Guenter Albers
  • Thomas Wagner/Stadt Stuttgart
  • DLR
  • Foto: Leif Piechowski/Stadt Stuttgart