Einzelhandels- und Zentrenkonzept Stuttgart

Die Landeshauptstadt Stuttgart übt als größte Stadt Baden-Württembergs und landesplanerisches Oberzentrum mit ihren zentralörtlichen Funktionen eine hohe Anziehungskraft aus. Insbesondere der Einzelhandel in Stuttgart hat dabei eine herausragende funktionale Bedeutung für den gesamten Ballungsraum. In diesem Kontext blickt die Stadt Stuttgart auf eine lange Tradition der strategisch-konzeptionellen Steuerung der Einzelhandels- und Zentrenentwicklung zurück.

Das Zentrenkonzept von 1980, welches 1997 erstmalig und 2008 auf Grundlage des Stadtentwicklungskonzepts Stuttgart (STEK) letztmalig fortgeschrieben wurde, hat einerseits die Funktionsfähigkeit der städtischen Zentren und die wohnungsnahe Versorgung zu sichern und andererseits den Einzelhandel an städtebaulich und funktional richtige Standorte zu lenken. Letzteres dient auch dazu, stadtweit die Gewerbeflächen in ihrer Funktion zu sichern.

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept Stuttgart (2008)

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept aus dem Jahr 2008 bildet die Grundlage für die Steuerung der Einzelhandelsentwicklung im Rahmen der Bauleitplanung. Etwa 25 Bebauungspläne sind zur rechtsverbindlichen Umsetzung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes sowohl zur Einschränkung bzw. zum Ausschluss in den Gewerbegebieten als auch zur Ermöglichung des Einzelhandels in den Stuttgarter Stadtteilzentren aufgestellt worden.

In jüngerer Zeit wurde das Stuttgarter Einzelhandels- und Zentrenkonzept durch weitere Untersuchungen und Teilkonzepte ergänzt und konzeptionell erweitert - so durch die Studie "Raumpotenziale und Entwicklungsmöglichkeiten für den Einzelhandel in der Stuttgarter Innenstadt" (2010), und die handlungsorientierten Konzepte zur Stärkung der Stadtteilzentren und der Nahversorgung. Für die strategischen und operativen Tätigkeiten wurde außerdem ein Stadtteilmanagement etabliert und mittlerweile personell und finanziell ausgeweitet. Das städtische Engagement zur Stärkung der Stadtteilzentren und der fußläufigen Nahversorgung fußt auf einem hohen politischen Konsens.

Mit der Publikation des Einzelhandels- und Zentrenkonzept Stuttgart (2008) werden die für die künftige Einzelhandelsentwicklung strategische Konzeption und die Grundlagen für die vorgenommene Zentrenausweisung transparent dargelegt - auch als Leitlinie für Investoren und Einzelhandelsbetriebe bzw. -betreiber - und eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Einzelhandel ermöglicht.

Einzelhandels- und Zentrenkonzept Stuttgart - Zusammenfassung (PDF)
Einzelhandels- und Zentrenkonzept Stuttgart (2008) - Band 1 (PDF)
Einzelhandels- und Zentrenkonzept Stuttgart (2008) - Band 2 (PDF)

Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts 2020+

Trading-Down-Prozesse in den peripheren Stadtlagen und verändertes Konsumverhalten erfordern nach über zehn Jahres Praxis auch eine Anpassung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes in Stuttgart. Auch die 2008 definierten zentralen Versorgungsbereiche mit ihren funktionalen und stadträumlichen Qualitäten stehen auf dem Prüfstand. Es zeigt sich zusehends, dass neben dem Handel weitere zentrenprägende Funktionen an Bedeutung gewinnen. Stadtzentren, auch in den Stadtteilen, sind mehr als reine Einzelhandelsagglomerate und darauf gilt es auch die Steuerungsinstrumente der Zentrenentwicklung auszurichten. Als Folge des Rückgangs an Einzelhandelsflächen ist auch die räumliche Ausdehnung der 2008 festgelegten zentralen Versorgungsbereiche künftig verstärkt zu hinterfragen. Das Zentrenverständnis und im Konkreten die bestehenden Zentrenbereiche mit ihren jeweiligen Funktionen sowie ihrer Abgrenzungen sind zu überprüfen. Ferner berücksichtigt das bisherige Konzept noch nicht die aktuellen Stadtumbauflächen und Entwicklungsquartiere Rosenstein, NeckarPark und Eiermann Campus  Vaihingen. Eine Aktualisierung dieses gesamtstädtischen Orientierungsrahmens vor dem Hintergrund einer dynamischen, tendenziell eher rückläufigen Einzelhandelsentwicklung ist für die Steuerung der Zentrenentwicklung in Stuttgart unerlässlich - dies soll vor dem Leitthema "Von der Kanalisierung des Einzelhandelswachstums (2008) zur Aktivierung und Neudefinition der Zentren (2020+)" erfolgen.

 
 

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