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Landeshauptstadt Stuttgart

Kino, Film und Medien / Kino / Aufführung

Algerien-Tag beim Arabischen Filmfestival

9. Oktober 202215:00Uhr 9. Oktober 202217:00Uhr 9. Oktober 202219:00Uhr

Das Arabische Filmfestival Tübingen - Stuttgart ist das älteste und wichtigste Festival für den neuen arabischen Film im deutschsprachigen Raum. Ein thematischer Fokus liegt diesmal auf Algerien, anlässlich des 60. Jahrestags seiner Unabhängigkeit von 132-jähriger französischer Kolonialherrschaft (1830 - 1962). Drei Filme werden im Linden-Museum Stuttgart gezeigt.

Timgad

Infos

Eintrittspreise: 0,00 bis 12,00 €

15 Uhr - TIMGAD

Spielfilm für Familien von Fabrice Benchaoche

Algerien, Frankreich, Belgien 2016, 96 Min., Originalfassung (Arabisch, Französisch) mit dt. Untertiteln, FSK 6, empfohlen ab 10

Wie durch ein Wunder werden in dem kleinen algerischen Ort Timgad, der durch seine antiken römischen Ruinenfelder bekannt ist, am 4. Dezember 1996 zwölf Kinder geboren, elf Jungen, die ¿Söhne eines Tages¿, und ein Mädchen. Kurz darauf wird der Ort von fanatisierten Djihadisten überfallen, wobei die Väter der Jungen fast alle ums Leben kommen. Zehn Jahre später gründet der fußballbegeisterte Dorfschullehrer Mokhtar mit den elf Jungen seiner Klasse den Fußballclub Juventus Timgad. Er hat sich vorgenommen, mit seinem Team an der Fußballmeisterschaft in Marseille teilzunehmen und den Kindern auf diese Weise eine bessere Zukunft in einem neuen Algerien zu ermöglichen. Ohne anständige Schuhe und einen fähigen Coach haben die Jungen leider bisher fast jedes Fußballspiel verloren. Insbesondere ihr Gegner Batna hat sich dabei zu einem echten Rivalen herauskristallisiert. Doch dann kommt eines Tages Jamel, ein französisch-algerischer Achäologe aus Marseille, ins Dorf Timgad. Und der Neuankömmling versteht etwas von Fußball.

Eintritt frei!

17 Uhr - NO MORE STORIES! - NE NOUS RACONTEZ PLUS D'HISTOIRES

Dokumentarfilm von Carole Filiu-Mouhali und Ferhat Mouhali

Algerien, Frankreich 2020, 89 Min., Originalfassung (Tamazight, Französisch, Arabisch) mit engl. UT

Sie ist Französin, er ist Algerier. Ihre gesamte Kindheit war vom Algerienkrieg geprägt. Jeder hatte das Recht auf seine Version der Geschichte: Für die Journalistin Carole Filiu-Mouhali, Tochter eines Pied-noir, ist es die traumatische Erinnerung einer erzwungenen Ausreise, für den Regisseur und Menschenrechtsaktivisten Ferhat Mouhali die mythische Darstellung einer glorreichen Unabhängigkeit. Weit entfernt von der offiziellen Geschichtsschreibung treffen sie auf Zeitzeugen, deren Worte absichtlich vergessen wurden, und die gegen den Krieg der Erinnerungen kämpfen, um einer versöhnlicheren Wahrheit Gehör zu verschaffen.

Jahrzehntelang herrschte in Algerien und Frankreich eine offizielle Amnesie. Paris weigerte sich, über den "Krieg" zu sprechen, Algier lehnte jede Darstellung ab, die nicht der offiziellen Linie der Nationalen Befreiungsfront (FLN) entsprach, die von 1962 bis 1989 die einzige Partei war und 1999 wieder an die Macht kam. Auf beiden Seiten des Mittelmeers war die Bevölkerung gezwungen, ihr Leid, ihre Erinnerungen an Vertreibung und Folter zu verdrängen. Dieser Krieg, der sieben Jahre dauerte, soll mehr als eine Million algerische Todesopfer gefordert haben. Sowohl Algeriens als auch Frankreichs neue Generationen wollen wissen und verstehen. Der Dokumentarfilm Ne nous racontez plus d'histoires trägt dazu bei, das Schweigen zu brechen, und lässt Zeitzeug*innen zu Wort kommen, deren Schilderungen von der offiziellen Geschichtsschreibung abweichen.

Unkostenbeitrag: EUR 6,-

19 Uhr - THE LAST QUEEN - EL AKHIRA

Spielfilm von Adila Bendimerad und Damien Ounouri

Algerien, Frankreich, Saudi Arabien, Katar, Taiwan, 2022, 110 Min., Originalfassung (Arabisch) mit engl. UT

1516. Der Pirat Aroudj Barbarossa befreit Algier von der Tyrannei der Spanier und ergreift die Macht über das Königreich. Gerüchten zufolge hat er König Salim Toumi ermordet, obwohl er mit ihm ein Bündnis geschlossen hatte. Trotz aller Widrigkeiten wird sich eine Frau Barbarossa entgegenstellen: Königin Zaphira. Das Leben dieser Frau, die teils Geschichte, teils Legende ist, erzählt von einem kompromisslosen Kampf, von persönlichen und politischen Turbulenzen, die sie um Algiers willen ertragen hat.

Der erste Spielfilm von Adila Bendimerad, die ebenso die Hauptrolle als Königin Zaphira übernimmt, und Damien Ounouri ist ein bildgewaltiges historisches Epos über das Leben der Königin, die eine Zeit großer Veränderungen in der kosmopolitischen und sich mit der Ankunft der Spanier und der ersten Osmanen ständig verändernden Stadt Algier erlebt. The Last Queen lief jüngst auf dem Filmfestival in Venedig 2022 (Giornate degli Autori).

Unkostenbeitrag: EUR 6,-

Diese Veranstaltung ist besonders geeignet für Jugendliche ab 10 Jahren.

Anmeldung

Weitere Informationen

Haftungsausschluss

Dies ist keine Veranstaltung der Stadt Stuttgart. Ohne Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Rechtmäßigkeit der Information.

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Bildnachweise

  • Alia Films
  • Linden-Museum
  • Linden-Museum