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Landeshauptstadt Stuttgart

Literatur, Philosophie und Geschichte / Geschichte

Ernst Guggenheimer und der Synagogenbau vor und nach 1945

Impulsvorträge und Gespräch mit Dr. Ulrich Knufinke und Dr. Alexandra Klei. Moderation: Prof. Dr. Roland Müller.

Neue Synagoge, Südost-Fassade zur Hospitalstraße 1950

PD Dr. Ulrich Knufinke: Neues Bauen und jüdische Architektur: Oscar Bloch und Ernst Guggenheimer

In der Festschrift zur Eröffnung der neuen Synagoge in Stuttgart von 1952 veröffentlichte Ernst Guggenheimer (1880-1973) nahezu wortgleich einen Artikel zur Architektur von Synagogen, der bereits 1930 von seinem damaligen Büropartner Oscar Bloch (1881-1937) publiziert worden war. 1930 verfasst für den Ausstellungskatalog "Kirchliche Kunst der Gegenwart", zeigte er eine Auswahl der zeitgemäß im Sinne des "Neuen Bauens" errichteten Synagogen der 1920er und 30er Jahre. Guggenheimer knüpfte 20 Jahre später also bewusst an die junge, abgebrochene "Tradition" der Moderne vor 1933 an, als er seine Synagoge im Nachkriegsstuttgart gestaltete. Ulrich Knufinke zeichnet die Linien dieser Architekturentwicklung nach und fragt nach ihrer Relevanz für jüdische Bauaufgaben nach 1945.

Dr. Alexandra Klei: Ernst Guggenheimer und der Synagogenbau nach 1945

Die 1952 in Stuttgart eingeweihte Synagoge mit Gemeindezentrum war der erste Neubau nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Territorium der damaligen Bundesrepublik. Anders als viele nachfolgende Synagogenbauten in anderen Städten konnte sie hier auf dem Areal ihres 1938 zerstörten Vorgängerbaus entstehen. Der Architekt Ernst Guggenheimer begleitete zu dieser Zeit zudem zahlreiche andere jüdische Gemeinden bei ihrer Einrichtung von neuen Beträumen. Alexandra Klei stellt die Möglichkeiten und Bedingungen vor, unter denen die Synagoge der frühen Nachkriegszeiten entstehen und Ernst Guggenheimer nach 1945 tätig werden konnte.

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Ulrich Knufinke studierte Architektur und Germanistik. Er wurde 2005 an der TU Braunschweig mit einer Arbeit über Bauwerke jüdischer Friedhöfe in Deutschland promoviert und hat sich 2014 an der Universität Stuttgart habilitiert. Derzeit ist er wissenschaftlicher Leiter der Bet Tfila -Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa der TU Braunschweig und Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Geschichte jüdischer Architektur(en) und die Lebenswege jüdischer Architekt*innen im 20. und 21. Jahrhundert.

Alexandra Klei ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg und untersucht in einem von der Deutschen Forschungsgesellschaft geförderten Projekt 'Jüdisches Bauen' zwischen 1945 und 1989/90 in der Bundesrepublik und der DDR. Sie studierte Architektur an der BTU Cottbus und promovierte hier in Architekturtheorie zur Beziehung zwischen Architektur und Gedächtnis/Erinnerung. Den Schwerpunkt ihrer Forschung bilden neben den Möglichkeiten und Bedingungen für 'Jüdisches Bauen' nach 1945, die Re-Konstruktion der White City Tel Aviv, Erinnerungsorte sowie (Post-)Holocaust Landscapes. Für ihre Publikation zum Leben und Wirken des Architekten Hermann Zvi Guttmann erhielt sie 2016 den Rosl und Paul Arnsberg Preis. Alexandra Klei gehört der Fachredaktion Theorie und Geschichte des Antisemitismus/der Shoah bei Medaon. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung und dem Forscherinnenkollektiv Space and Holocaust (Research) an

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen statt.

Wir bitten um Anmeldung unter stadtarchivstuttgartde

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  • Baurechtsamt Stuttgart