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Landeshauptstadt Stuttgart

Stadtleben / Sonstiges / Ausstellung

SMS aus Mariupol

5. Januar 2023

Das Ukrainische Atelier für Kultur und Sport e.V. stellt im StadtPalais - Museum für Stuttgart vom 21. Dezember bis 5. Januar ein fotografisches Tagebuch aus dem besetzten Mariupol unter dem Namen "SMS aus Mariupol" aus.

Die Stadt Mariupol hat für Russland eine große strategische Bedeutung und ist daher stets so umkämpft.

Wer die Nachrichten schaut oder hört, kennt die ukrainische Hafenstadt namens Mariupol, welche unerträglich düstere Zeiten hinter sich hat und diese sind noch nicht vorbei: Die belagerte Stadt liegt in Trümmern, hunderttausende Menschen sind obdachlos und auf der Flucht.

In Form einer Fotoausstellung wird die persönliche Geschichte der Familie Koptsev erzählt. Oleh Koptsev ist zwanzig Jahre alt und Student an der Universität in Charkiw. In den ersten Tagen der russischen Invasion wurde Oleh aus Charkiw nach Lwiw evakuiert. Seine Eltern wurden jedoch in Mariupol eingesperrt und konnten nicht fliehen. Vom 4. bis 17. März versteckten sich seine Eltern vor dem Beschuss im Keller.

Seit den ersten Kriegstagen haben alle Einwohner*innen Mariupols weder Internet- noch Mobilfunkempfang. Später wurden sie vom Stromnetz abgeschnitten und ohne Gas, Heizung und Wasser zurückgelassen. Liliia Koptsev hat ihrem Sohn eine SMS geschrieben, in dem sie, wie in einem Tagebuch, ihr Leben unter ständigem Bombardement beschrieb.

Das Projekt erzählt die Erfahrungen von unterschiedlichen Protagonist*innen, die in Mariupol durch den Krieg gefangen wurden. Die ausgestellten Fotos stammen von den renommierten ukrainischen Fotojournalisten Evgeniy Maloletka und Mstyslav Chernov.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 20. Dezember wird der Film "Mariupolis 2" des litauischen Filmemacher Mantas Kvedaravicius, der durch den brutalen Angriff Russlands dieses Jahres in Mariupol gestorben ist, gezeigt. Nach der Filmvorführung findet eine Podiumsdiskussion statt.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung am 4. Januar 2023 wird eine literarische Podiumsdiskussion mit der ukrainischen Schriftstellerin Kseniya Fuchs stattfinden, die das Bewusstsein der Gesellschaft zu den Themen von Kriegstraumata und Mental Health sensibilisiert. Es werden außerdem Kurzfilme über die Stadt Mariupol gezeigt. Das internationale Musikprojekt "SUN" mit der Sängerin Ksenia Ivanova, die in Mariupol geboren wurde und bereits seit längerer Zeit in Stuttgart lebt, begleitet den Abend.

Das Ukrainische Atelier für Kultur und Sport e.V. (UAKS) ist ein junger Verein mit Sitz in Stuttgart, der u.a. folgende Zwecke verfolgt: Integration der ukrainischen Bevölkerung in die deutsche Kultur und den Alltag, Popularisierung der ukrainischen Kultur in Deutschland, Förderung von Kunst, Kultur und Sport und Humanitäre Hilfe von Ukrainer*innen in einer humanitären Notlage.

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Bildnachweise

  • Stadtpalais - Museum für Stuttgart
  • StadtPalais - Museum für Stuttgart