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Landeshauptstadt Stuttgart

Corona-Pandemie

Zwei Zentrale Impfzentren in Stuttgart einsatzbereit

Amtsleiter Prof. Ehehalt: „Beeindruckendes Engagement. Alle Akteure in Stuttgart ziehen an einem Strang“

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie erreicht die nächste Stufe: Bereits vor Zulassung eines Corona-Impfstoffs steht in der Landeshauptstadt die Infrastruktur für gezielte wie auch flächendeckende Impfungen bereit.

Hierfür sind zwei Zentrale Impfzentren nahezu fertig ausgebaut: eines befindet sich in der Liederhalle – betrieben vom Klinikum Stuttgart – und eines im Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK). Die Stadt plant darüber hinaus sogenannte Kreisimpfzentren, die in 2021 als Überbrückung zum Regelbetrieb – also Impfungen vom Hausarzt – dienen würden.

Über den Stand der Vorbereitungen informierten am Freitag, 11. Dezember, der Leiter des Gesundheitsamts, Prof. Stefan Ehehalt, der Medizinische Vorstand des Klinikums Stuttgart, Prof. Jan Steffen Jürgensen, und der Medizinische Geschäftsführer des RBK, Prof. Mark Dominik Alscher.

Prof. Ehehalt sagte: „Die Situation ist so ernst wie nie zuvor. Die Fallzahlen sind auf einem viel zu hohen Niveau. Die bisherigen Maßnahmen helfen, reichen aber noch nicht aus.“ Drei Pfeile gebe es laut Ehehalt im Köcher. „Erstens der fortlaufende Erkenntnisgewinn, der uns beim Umgang mit dem Virus hilft, zweitens die persönliche Schutzausrüstung und drittens die Beachtung und Einhaltung von Verhaltensregeln.“ Um die Pandemie zu bewältigen, brauche es aber noch mehr, so der Amtsleiter weiter. „Der vierte Pfeil – die Impfung – muss dazukommen. Das Ziel muss sein, innerhalb kürzester Zeit so viele Menschen wie möglich zu impfen, um die weitere Verbreitung des Virus nachhaltig und wirkungsvoll zu stoppen.“ Ehehalt lobte den starken Zusammenhalt bei der Bekämpfung der Pandemie und der Einrichtung der Impfzentren: „Alle Akteure in Stuttgart ziehen an einem Strang und zeigen ein beeindruckendes Engagement. Wir sind bereit, wenn der Impfstoff bereit ist.“

Prof. Jürgensen betonte: „Die Liederhalle bietet ideale Voraussetzungen für ein Impfzentrum. Lage und Infrastruktur sind optimal. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“ Aktuell werden laut Jürgensen Testläufe mit dem Influenza-Impfstoff gemacht. Die Zulassung des Corona-Impfstoffs werde in den nächsten Tagen erwartet. Ende des Monats wolle die zuständige Europäische Arzneimittelagentur entscheiden. „Unser Anspruch ist, vom ersten Tag der Zulassung an bereit zu sein“, so Jürgensen. „Wir fühlen uns gut präpariert und freuen uns auf diese wichtige Aufgabe.“

Prof. Alscher sagte: „Die aktuellen Maßnahmen reichen nicht aus, um Covid 19 zu bekämpfen. Die Corona-Impfung ist für uns ein wichtiger Schlüssel, um besser mit dem Virus zurecht zu kommen. Daher haben wir uns hier gerne eingebracht. Wir haben das Impfzentrum in unser Krankenhaus integriert und greifen so auf vorhandene Infrastruktur und medizinische Kompetenz zurück.“ Prof. Alscher betonte, das gute Zusammenwirken mit Land und Stadt. „Wir haben gemeinschaftlich sehr konstruktiv zusammengearbeitet und innerhalb kürzester Zeit ist eine sehr breite Expertise entstanden. Wir sind optimistisch, dass wir einen guten Start mit dem Impfzentrum schaffen und so zur Bekämpfung der Pandemie beitragen können.“

Zentrales Impfzentrum in der Liederhalle

Das Klinikum Stuttgart wird als größtes Krankenhaus in Baden-Württemberg ein Zentrales Impfzentrum in der benachbarten Liederhalle betreiben. Der Aufbau ist fertiggestellt und einen ersten Testlauf mit 100 Personen gab es bereits am Freitag – noch mit Grippeimpfungen. Sobald der zugelassene Impfstoff gegen Covid 19 ausgeliefert ist, sollen täglich bis zu 2.500 Impftermine angeboten werden. Das Impfzentrum ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, Haltestelle Berliner Platz. Parkplätze finden sich in umliegenden Parkhäusern.

Das 4.000 qm große Impfzentrum wird im Zweischichtbetrieb arbeiten und durchgehend mit jeweils ca. 60 Fachkräften aus dem Klinikum Stuttgart (v.a. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte, Apothekerinnen und Apotheker und weitere Helfer) besetzt sein. Zusätzlich werden fünf mobile Impfteams vom Zentralen Impfzentrum des Klinikums Stuttgart besetzt, die in Alten- und Pflegeheimen Impfungen des Personals und der Bewohner ermöglichen sollen.

Weitere Unterstützung erfährt das Zentrum durch niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte, Chefärztinnen und Chefärzte oder Fachkräfte im Ruhestand, Sanitäterinnen und Sanitäter und Mitarbeiter von Hilfsdiensten. Ein prominentes Beispiel ist Dr. Stefanie Schuster, die Präsidentin der Olgäle-Stiftung hat wie viele andere schnell ihr persönliches Engagement zugesagt.

Zentrales Impfzentrum im Robert-Bosch-Krankenhaus

Das Impfzentrum befindet sich im Erweiterungsbau „Atrium“ des Robert-Bosch-Krankenhauses. Es erstreckt sich dort auf rund 3.000 Quadratmetern.

Das Gebäude ist als eine Kombination aus Veranstaltungs- und Kongresszentrum und ambulanter ärztlicher Versorgung konzipiert und daher ideal als Impfzentrum geeignet. Es ist organisatorisch und örtlich an das Akutkrankenhaus angebunden.

Dies ist in Baden-Württemberg einzigartig. So kann direkt auf das Know-how, die Infrastruktur und das Personal der Krankenhausapotheke, der Krankenhaushygiene, des Labors etc. zugegriffen werden. Bei etwaigen schweren Impfreaktionen ist das Notaufnahmezentrum der Klinik innerhalb einer Minute erreichbar.

Es ist vorgesehen, dort täglich 1.500 Impfungen durchzuführen (120/Stunde). Der Aufbau des Impfbesuchs ist folgendermaßen strukturiert: Einlasskontrolle und Temperaturmessung, Registrierung (12 Kabinen), Video-Aufklärung, Ärztliche Aufklärung (12 Kabinen), Impfung (12 Kabinen), Beobachtung und Entlassung.

Das Impfzentrum verfügt über einen eigenen Ein- und Ausgang. Somit wird verhindert, dass sich Patientinnen und Patienten, Besucher und das Personal des Krankenhauses und Besucherinnen und Besucher des Impfzentrums kreuzen.

Es finden sich Parkplätze in Parkhaus und Tiefgarage des Krankenhauses. Die Buslinie 57 zwischen Pragsattel und RBK wird alle siebeneinhalb Minuten fahren.

Stadt und Kliniken werben um Personal

Mit der Kampagne „Impf mit, hilf mit“ ruft die Stadt Fachkräfte zum Mitmachen auf. Die Kampagne begleitet die direkte Ansprache der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) von Vertragsärzten in der Stadt. Gesucht werden Freiwillige für die Tätigkeit in den Impfzentren und in den mobilen Teams. Alle Infos sind zu finden unter:  www.stuttgart.de/corona-impfung