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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Nachhaltig mobil: Pop-up-Bike-Lanes nominiert für Landesauszeichnung

Die Stuttgarter Pop-up-Bike-Lanes in der Theodor-Heuss-Straße und der Holzgartenstraße sind für die Landesauszeichnung „Wir machen Mobilitätswende“ nominiert. Insgesamt haben es 20 Projekte in die engere Auswahl geschafft, sieben werden am 2. Dezember in Ludwigsburg ausgezeichnet.

Für die Pop-up-Bike-Lanes wurden – zunächst befristet bis Anfang Oktober – in beiden Straßen Fahrstreifen zu Radfahrstreifen ummarkiert. Den entsprechenden Plänen hatte der Gemeinderat im Mai zugestimmt.

Susanne Scherz, Leiterin der Abteilung Straßenverkehr, sagte am Dienstag, 3. November: „Wir haben mit den temporären Radangeboten im Sommer 2020 etwas Neues unter realen Bedingungen erprobt. Alle beteiligten Ämter haben hierfür sehr schnell und interdisziplinär zusammengearbeitet. So konnten wir den Radlerinnen und Radlern innerhalb weniger Wochen ein besseres Streckenangebot machen und haben gleichzeitig Erfahrungen für die zukünftigen Planungen der beiden Strecken gesammelt.“

Die Auswirkungen der Pop-Up-Bike-Lanes auf den gesamten Verkehr wurden regelmäßig erfasst und evaluiert. Mit dem Ergebnis: Der temporäre Radfahrstreifen in der Holzgartenstraße und die entsprechenden Markierungen bleiben bis auf Weiteres bestehen.

Baulich geschützter Radweg in der Theo

Der temporäre Radfahrstreifen in der Theodor-Heuss-Straße wurde nach Ablauf der Erprobung am 4. Oktober zurückgenommen, da sich insbesondere Nachteile für den ÖPNV ergeben haben. Scherz: „Bei der Theo wissen wir nach der Evaluation, dass unsere ursprüngliche Planung, die hier einen baulich geschützten Radweg vorsieht, die richtige Lösung ist. Die Pop-up-Bike-Lane hat den Planungsprozess dynamisiert.“

Noch in diesem Jahr sollen dem Gemeinderat die Planungen für den endgültigen Umbau der Theodor-Heuss-Straße vorgelegt werden. Bis dahin werden die wiederhergestellten Radfahrstreifen großflächig in der Farbe Türkis markiert. „Die Stadt erprobt damit in einem nächsten Schritt, wie sich die Sichtbarkeit an dieser Strecke verbessern lässt“, erklärte die Leiterin der Straßenverkehrsbehörde. Die ehemaligen Kfz-Parkflächen, die durch die Pop-up-Bike-Lane an dieser Stelle weggefallen waren, werden schon jetzt dauerhaft neu geordnet und genutzt – ebenfalls ein positives Ergebnis aus der Evaluation.

Die Radverkehrsbeauftragte Eva Adam zeigte sich erfreut darüber, dass das Projekt nun für einen Landespreis nominiert ist: „Wir haben viele positive und vor allem wichtige Erkenntnisse aus dem Projekt mitgenommen und können daraus für zukünftige Projekte und Planungen schöpfen. Es ist schön, dass unser Engagement für nachhaltige Mobilität – speziell während der Corona-Pandemie – und unser Mut für Experimente mit Realcharakter mit einer Nominierung belohnt werden.“

Die Vorstellung des Projektes ist online abrufbar unter:  https://www.youtube.com/watch?v=15BUPVJLiLc&feature=youtu.be

Der Preis „Wir machen Mobilitätswende!“

Die Auszeichnung „Wir machen Mobilitätswende!“ des Verkehrsministeriums würdigt Menschen in Unternehmen, Kommunen und Organisationen, die Ideen für eine nachhaltige Mobilität professionell umsetzen. Aus 67 Bewerbungen wurden 20 Projekte ausgewählt. Die Preisverleihung ist am 2. Dezember 2020.

Ziel: Anteil der Radfahrenden auf 25 Prozent steigern

Stuttgart strebt an eine fahrradfreundliche Stadt zu werden und bis 2030 den Radverkehr auf 25 Prozent des gesamten Verkehrs auszubauen. Dazu hat der Gemeinderat 2019 einen Grundsatzbeschluss gefasst: So sollen künftig 40 Euro pro Einwohner für den Radverkehr ausgegeben werden. Außerdem ist vorgesehen, den Ausbau des Hauptradroutennetzes bis 2030 abzuschließen und in allen Stadtbezirken mindestens eine Fahrradstraße auf Nebenstraßen auszuweisen.