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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

EU-Preis für fairen und ethischen Handel

Stuttgart erhält spezielle Auszeichnung

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat bei der offiziellen Preisverleihung des EU-Preises für fairen und ethischen Handel am Freitag, 16. Oktober, eine spezielle Auszeichnung in der Kategorie „Monitoring und Wirkung“ erhalten.

Der europäische Preis für fairen und ethischen Handel (EU Fair and Ethical Trade Award 2020) zeichnet Städte in der EU aus, die sich für nachhaltigen Handel, Konsum und Produktion vor Ort und im Globalen Süden einsetzen.

In ihrer Begründung würdigte die EU-Jury besonders die strategische Verankerung und Umsetzung der UN-Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen in Stuttgart. Dieses Engagement sei für Städte international inspirierend. Die Jury hob dabei besonders den von Stuttgart erstellten bundesweit ersten Monitoringbericht auf Grundlage der UN-Nachhaltigkeitsindikatoren hervor. Dieser dient als Instrument, um Wirkungen von Nachhaltigkeitsmaßnahmen gezielt zu messen und zu steuern. In ihrer Dankesrede betonte die Bürgermeisterin für Soziales und Integration, Dr. Alexandra Sußmann: „In Stuttgart finden wir innovative und praktische Lösungen für die drängenden Fragen einer ethischen und nachhaltigen globalen Transformation.“

Zwei weitere deutsche Städte ausgezeichnet

Den EU-Preis für Fairen und Ethischen Handel erhielt die schwedische Stadt Malmö. Weitere Kategorien für spezielle Auszeichnungen waren: „globale Partnerschaften“, „öffentliche Beschaffung“, „aufsteigende Vorreiter“ und „Beteiligung der Stadtgesellschaft“. Neben Stuttgart erhielten mit Bremen und Neumarkt zwei weitere deutsche Städte eine spezielle Auszeichnung.

EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis lobte in seiner Rede den Einsatz der Preisträgerkommunen, die selbst mit gutem Beispiel vorangingen, um fairen und ethischen Handel auszuweiten und damit global Wirkung zu erzielen. EU-Parlamentarier Helmut Scholz sprach vom gemeinsamen Ziel, den „fairen Handel zur normalen Form des Handels“ zu machen.

Mit der speziellen Auszeichnung ist Stuttgart nun Teil des Netzwerks europäischer Städte, das von der Welthandelsorganisation, den UN und der EU-Kommission unterstützt wird, um weltweit faire Wertschöpfungsketten zu fördern. Mit dem Preis möchte Stuttgart die Zusammenarbeit der Akteure in Stuttgart sowie in den Partnerstädten weiter stärken sowie neue, kreative Ideen für die Verbesserung von Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit entwickeln und umsetzen.

Grüne Fair-Trade Stadt im Herzen Europas

Als grüne Fair-Trade Stadt im Herzen Europas setzt sich Stuttgart aktiv dafür ein, die lokalen und globalen Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda 2030 umzusetzen. Stuttgart hat sich 1973 mit dem ersten Weltladen in Deutschland auf den Weg gemacht, fairer, sozialer und gerechter zu werden.

Hinter dem ethischen Handel in Stuttgart steht ein großer Kreis an engagierten Menschen aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Neue Bündnisse wie „mein Stuttgart – mEine Welt“ und „Future Fashion“ verankern soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit und ethischen Handel in der Breite der Stadtgesellschaft. Vor fast genau fünf Jahren hat Stuttgart das „Welthaus“ eröffnet. Es ist ein besonderer Ort für globales Lernen, ein Welcome Center für Menschen, die neu in Stuttgart sind, ein Begegnungsraum mit regionalen und fairen Speisen und einem Laden für fairen Handel.

Die Stadt geht selbst mit gutem Beispiel voran – bei der fairen Beschaffung städtischer Produkte, der Zusammenarbeit mit einer agilen Zivilgesellschaft und einer Wirtschaft, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist, sowie im Umwelt- und Klimaschutz und bei der Aufnahme und Integration von Migranten und Geflüchteten.

Im Bereich der „fairen Mode“ will Stuttgart zudem die Förderung ethischer Produktions- und Wertschöpfungsketten im globalen Süden stärken. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit der Stadt mit einem Stuttgarter Mode-Label zur Unterstützung eines sozialen Projekts in der Partnerstadt Mumbai. Dort erhalten Frauen, die Gewalt und Menschenhandel entkommen sind, Ausbildung, Unterstützung im Alltag sowie Einkommen durch fair produzierte Textilien.

Hintergrund

Der Fair and Ethical Trade Award wurde 2020 zum zweiten Mal verliehen. Die Preisträgerstadt erhält technische Unterstützung vom Internationalen Handelszentrum (ITC), einer multilateralen Agentur für den Welthandel, die über ein gemeinsames Mandat der WTO und der UN verfügt. Der Preis ist mit finanzieller Unterstützung von 100 000 Euro der EU Kommission für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zur Stärkung eines nachhaltigen, fairen und ethischen Handels, insbesondere in Partnerstädten im Globalen Süden verbunden. Der Preisträger erhält für 2021 das Siegel „EU Cities for Fair and Ethical Trade Award 2021“. Darüber hinaus erhalten alle nominierten Städte zusätzliche Möglichkeiten der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung über das ITC, die UN und die EU-Kommission. Thematische Klammer ist die UN Agenda 2030 mit den 17 Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs).