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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Stuttgart und St. Louis feiern in diesem Jahr 60-jährige Partnerschaft

Transatlantische Beziehung wird auch während der Corona-Pandemie aufrechterhalten

Die Städtepartnerschaft zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und St. Louis (Missouri/USA) besteht mittlerweile seit 60 Jahren.

Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, hat dem Verwaltungsausschuss am Mittwoch, 7. Oktober, über die langjährige Beziehung zwischen den beiden Städten berichtet und dies mit einem Plädoyer für die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen verbunden: „Wir sollten weiterhin im Auge behalten, welche Gemeinsamkeiten uns mit den USA verbinden und wie wir die Beziehungen, auch im Hinblick auf unsere Sicherheitsinteressen, langfristig erhalten können.“ Gerade in weltpolitisch schwierigen Zeiten sei es wichtig, den Gedanken der Bürgerdiplomatie, den US-Präsident Eisenhower als Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg 1956 zog, durch praktisches Handeln zu stärken.

Wie die Städtepartnerschaft in den vergangenen Jahrzehnten und heute, auch in Zeiten der Corona-Pandemie, gelebt wird, darüber berichtet eine aktuelle Festschrift der Stadt: Diese gibt einen umfassenden Einblick in die Entstehungsgeschichte der transatlantischen Beziehung, vermittelt Wissenswertes und legt Zeugnis ab von den zahlreichen Begegnungen, Projekten und persönlichen Erlebnissen der Beteiligten.

Nadia vom Scheidt, Leiterin der Abteilung Außenbeziehungen, hebt hervor, wie zivilgesellschaftlich die Zusammenarbeit getragen ist: „Die Städtepartnerschaft lebt seit Beginn vom großen Engagement Einzelner sowie von Vereinen und Bildungseinrichtungen, denen interkulturelle Erfahrungen wichtig sind. In diesem Geiste ist es uns gelungen, trotz Pandemie den transatlantischen Austausch mit spannenden Veranstaltungen aktiv zu gestalten, an dem viele Partner wie das Deutsch-Amerikanische-Zentrum (DAZ), die Jugendhausgesellschaft, die vhs, Kunstschaffende und Hochschulen beteiligt sind.“

Im Mittelpunkt des Programms, das zu einem großen Teil digital umgesetzt wird, stehen Themen der Black-Lives-Matter-Bewegung und der Präsidentschaftswahl in den USA.

Am 23. Oktober 2020 wird Oberbürgermeister Fritz Kuhn sich bei einer öffentlichen Online-Veranstaltungsreihe des American Council on Germany mit seiner Amtskollegin Lyda Krewson über Perspektiven städtischer Klimaschutzpolitik angesichts der COVID-19-Pandemie austauschen.

Weitere Programmpunkte in 2020 umfassen u.a. eine Diskussionsreihe zu „Race and Racism: A Transatlantic Dialogue“, die am 8. Oktober mit einem Beitrag von Prof. Dr. Matthew J. Taylor startet. Der Experte der University of Missouri-St. Louis betrachtet vor dem Hintergrund des erneut aufblühenden Rassismus und Nationalismus unter der Präsidentschaft Trumps die psychologischen Auswirkungen auf das Leben von Afroamerikanerinnen und Afroamerikanern. Der Titel seines Vortrags lautet „An Existential Perspective of Black American Life in the Trumpian Dystopia“. Der Zugang zu dem Vortrag erfolgt am 8. Oktober um 18 Uhr direkt über Zoom auf der Webseite des Veranstalters unter  https://www.umsl.edu/global/events/special-events/race-and-racism-series.html. Weitere Termine der Serie finden am 16. Oktober, 10. November und 4. Dezember 2020 statt.

Das Programm im Festjahr sowie die Broschüre „60 Jahre Städtepartnerschaft Stuttgart – St. Louis“ sind erhältlich als Download unter  www.stuttgart.de/stlouis60 sowie als gedruckte Ausgabe an der Infothek des Rathauses. Weitere Informationen gibt es bei der Abteilung Außenbeziehungen per E-Mail an  internationalstuttgartde.

Hintergrund zur Städtepartnerschaft

Der Partnerschaftsverein für die Kooperation mit St. Louis wurde am 11. März 1960 im Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) am Charlottenplatz 4 in Stuttgart gegründet. Vorausgegangen war eine ähnliche Gründung in St. Louis an der Washington University. Die Gemeinsamkeiten zu Beginn lagen in der industriellen Ausprägung beider Städte, dem Verlagswesen und der Forschungs- und Hochschullandschaft.

St. Louis und Stuttgart haben sich als wichtige wirtschaftliche und wissenschaftliche Zentren ihrer Länder der Umsetzung einer aktiven Klimaschutzpolitik verschrieben: Die Landeshauptstadt Stuttgart will bis 2050 klimaneutral sein, den Weg dorthin beschreibt der Masterplan 100% Klimaschutz; im Dezember 2019 hat Stuttgart das Aktionsprogramm „Weltklima in Not – Stuttgart handelt“ beschlossen. Auch St. Louis vertritt ehrgeizige Klimaschutzziele, und ist beispielsweise Mitglied einer Allianz US-amerikanischer Städte ( www.wearestillin.com), die sich trotz Ausstiegs der USA weiterhin den Pariser Klimaschutzzielen verpflichtet sehen.

St. Louis ist eine kreisfreie Stadt im Mittleren Westen der USA mit rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern (US-Bundesstaat Missouri). 1960 wurde die erste Städtepartnerschaft mit Stuttgart eingegangen; seit 1994 ist Samara in Russland die gemeinsame Partnerstadt. Seit 2014 ist Lyda Krewson (Demokratin) direkt gewählte Oberbürgermeisterin und damit erste Frau in diesem Amt in St. Louis.