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Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Stuttgarter Plusenergiegebäude Uhlandschule erhält Auszeichnung

Die Grund- und Werkrealschule Uhlandschule in Stuttgart-Rot ist von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) als „Klimapositives Gebäude im Betrieb 2020“ ausgezeichnet worden.

Damit konnte die städtische Energieabteilung nachweisen, dass das Gebäude nicht nur auf dem Papier, sondern auch unter realen Betriebsbedingungen im Jahr 2019 mehr Energie erzeugt, als es durch Strom und Wärme verbraucht hat und somit in Sachen Energieversorgung einen positiven Beitrag zum Klima leistet.

Umweltbürgermeister Peter Pätzold sagt: „Die Leistung ist insofern beachtlich, da es sich beim Projekt Uhlandschule nicht um ein Neubauvorhaben auf der grünen Wiese handelte, sondern eine bestehende Schule aus den 1950er Jahren im laufenden Schulbetrieb auf Plusenergieniveau saniert wurde.“ 

Die Gebäudehülle wurde mit innovativer Wärmedämmung ausgestattet, die Anlagentechnik saniert und ein Lüftungskonzept mit Wärmerückgewinnung umgesetzt. Der Energiebedarf wird vor Ort durch die Nutzung von erneuerbaren Energien gedeckt. Der Strom wird mittels Solarenergienutzung auf dem Dach und an der Fassade gewonnen und die Wärme durch den Einsatz von Erdwärmesonden zur Verfügung gestellt.

Dr. Jürgen Görres, Leiter der Energieabteilung im Amt für Umweltschutz, nahm die Auszeichnung für die Stadt Stuttgart am 21. September zum Tag der Nachhaltigkeit der DGNB entgegen. Er sagte: „Die Auszeichnung bestätigt, dass die Uhlandschule nicht nur auf dem Papier, sondern auch im tatsächlichen Betrieb klimaneutral ist. Sie bestätigt uns auch weiter in dem Vorhaben, städtische Liegenschaften konsequent auf Plusenergieniveau und damit klimaneutral zu bauen.“ Erst im Mai hat der Gemeinderat den ambitionierten Beschluss gefasst, dass städtische Liegenschaften zukünftig grundsätzlich auf Plusenergieniveau gebaut oder klimaneutral saniert werden, sodass der städtische Einfluss auf das Klima durch die Gebäudebewirtschaftung Stück für Stück gegen Null geht.

Der Gebäudesektor ist ein wichtiger Baustein zum Erreichen der Klimaschutzziele. Um Gebäude zu würdigen, die bereits heute einen wichtigen Beitrag leisten oder eine Vorbildfunktion einnehmen, hat die DGNB die Auszeichnung „Klimapositiv" ins Leben gerufen. „Mit der Auszeichnung will die DGNB Gebäude würdigen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten“, sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. Als klimapositiv gilt ein Gebäude im Sinne der DGNB dann, wenn es durch eine ausgeglichene oder idealerweise negative CO2Jahresbilanz im Betrieb einen erheblich positiven Beitrag zum Klimaschutz beiträgt. Das hat die Uhlandschule auf Basis der Energiedaten von 2019 jetzt nachgewiesen. 

Die vorbildlichen Neubau- und Sanierungsvorhaben von Gebäuden sind ein weiterer Baustein der Stadt Stuttgart auf dem Weg zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2050. Spätestens bis dahin soll Stuttgart ohne fossile Energieträger wie Kohle und Öl auskommen. Um die Energiewende in Stuttgart zusätzlich zu beschleunigen, setzt die Stadt derzeit das 200 Millionen Euro starke Aktionsprogramm „Weltklima in Not – Stuttgart handelt“ um. In diesem Zuge hat der Gemeinderat auch neue Vorgaben im Energiebereich beschlossen. Neben den oben erwähnten vorbildlichen Energiestandards kommen vermehrt nachhaltige Baustoffe zum Einsatz, insbesondere die Holzbauweise. 

Zudem ist die Stadt Mitinitiatorin der Initiative „Klimapositive Städte und Gemeinden“ der DGNB, in der Kommunen dabei unterstützt werden, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit schneller und zielorientierter umzusetzen und gemeinsam Strategien und Lösungen zu entwickeln. 


Fragen zum Thema Energie und Klimaschutz in der Stadt Stuttgart beantwortet Dr. Jürgen Görres vom Amt für Umweltschutz unter E-Mail  Juergen.Goerresstuttgartde oder Telefon 216-88668.