Inhalt anspringen

Landeshauptstadt Stuttgart

Presse

Projektstart SATURN: Bundesforschungsprojekt soll Strategien des Verkehrsmanagements verbessern und regionale Echtzeitdaten an Navis liefern

Stadt Stuttgart als Partner mit dabei

Der Verkehr in Deutschland wächst weiter und belastet Jahr für Jahr stärker Umwelt und Umfeld der Menschen. Vor allem in den Ballungsräumen sind mittlerweile nicht mehr nur die großen Städte davon betroffen, sondern es findet zunehmend auch eine Verlagerung in die Gemeinden und Städte des Umlandes statt.

Zwischen Stadt und Umland abgestimmte Steuerungsstrategien sollen hier eine Verbesserung der Situation herbeiführen und Reisealternativen aufzeigen. Meist stehen für die Informations- und Navigationssysteme am Smartphone und im Auto schlichtweg keine aktuellen Verkehrsdaten oder Leitstrategien aus den Räumen digital zur Verfügung. Dadurch wird eine stadtverträgliche Abwicklung des Verkehrs deutlich erschwert. Längere Reisezeiten für Verkehrsteilnehmer*Innen sind ebenso die Folge.

Mit dem Bundesforschungsprojekt SATURN (Strategiekonformes multimodales Routing) sollen Verkehrsteilnehmer*Innen besser informiert ans Ziel geführt werden. Es soll eine Systematik geschaffen werden, damit künftig Strategien des Verkehrsmanagements der Städte, Regionen und Länder standardisiert an Routing- und Informationsdienste übermittelt und dort auch verarbeitet werden können. Die dadurch verbesserte Datengrundlage bei den Routing- und Informationsdiensten ermöglicht eine optimierte Verkehrslenkung und -information. Das Vorhaben wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit insgesamt rund 1,55 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

SATURN wird mit seinen Partnern in drei Piloträumen „München-Oberland“, „Region Stuttgart“ und „Frankfurt RheinMain“ entwickelt. Folgende Schwerpunkte werden dabei in den einzelnen Piloträumen gelegt:

Region München-Oberland: Freizeit- und Tourismusverkehre

Die Landeshauptstadt München, die Marktgemeinde Holzkirchen sowie der Zweckverband KDZ Oberland werden mit ihren Datenwerkzeugen an den MDM bzw. die Landesauskunft Bayern angeschlossen. Allein im südlichen Bereich von München stürmen sommers wie winters tausende Tagestouristen bei schönem Wetter in die Erholungsgebiete des Voralpenraums und belasten die dortigen Kommunen enorm. Zudem kommen noch Reiseverkehre in den Urlaubszeiten dazu, die bei Überlastungen auf den Autobahnen mit Hilfe ihrer Navigationsgeräte Ausweichrouten fahren. Wenn dann keine aktuellen Verkehrsdaten aus den Umlandkommunen in den Navigationsgeräten verfügbar sind, sind die Staus und Konflikte in den kleinen Kommunen vorprogrammiert. Und auch tägliche Pendler suchen sich oftmals bei Verkehrsbelastungen in Ballungsräumen Wege und Routen durch sensible Wohnquartiere.

Region Stuttgart: zuständigkeitsübergreifendes/veranstaltungsbasiertes Verkehrsmanagement

Die Integrierte Verkehrsleitzentrale der Landeshauptstadt Stuttgart (IVLZ) und die Region Stuttgart werden in diesem hochverdichteten und topografisch anspruchsvollen Verkehrsraum Anwendungsfälle erforschen, die einen Bezug haben zur modalen und intermodalen sowie veranstaltungsbasierten Information und Lenkung von Reisenden. Dabei werden Stadt und Region auf das bereits bestehende zuständigkeitsübergreifende und dynamische Verkehrsmanagement und dessen Aktivitäten aufbauen.

Region Frankfurt RheinMain: Lenkung von Pendlerströmen

Anwendungsfälle sind die Information und Lenkung von Pendlern im Polyzentrum. Darüber hinaus soll das umweltsensitive Verkehrsmanagement der Stadt Frankfurt und deren Berücksichtigung im strategiekonformen Routing erforscht und in den landesübergreifenden Pilotbetrieb Hessen - Baden-Württemberg - Bayern eingebunden werden.

Landesübergreifender Pilotbetrieb: Hessen - Baden-Württemberg – Bayern

Umsetzung eines strategiekonformen Routings zwischen Bundesländern mit dem Ziel, die Anforderungen der EU Del. VO 2017/1926 – multimodale Reiseinformationen in einer Forschungsumgebung zu erproben.

Unter der Leitung des Zweckverbands kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (KDZ-Oberland) sollen bis 2023 Verkehrsdaten und Leitstrategien erfasst sowie gepflegt und für ein bundeslandübergreifendes „strategiekonformes multimodales Routing“ bereitgestellt werden. Das KDZ ist im südlichen Raum München zwischen Lech und Chiemgau für mehr als 140 Kommunen tätig und unterstützt sie bei der dauerhaften Datenerzeugung und -pflege von Verkehrsdaten und Leitstrategien.

Als weitere kommunale Partner sind die Landeshauptstadt München (Mobilitätsreferat) und die Landeshauptstadt Stuttgart (Integrierte Verkehrsleitzentrale IVLZ) sowie die IVM GmbH (integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain) vertreten. Diese bringen ihre Erfahrungen bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen des dynamischen Verkehrsmanagements mit unterschiedlichen Schwerpunkten mit ein, die sie aus verschiedenen städtischen und regionalen Aktivitäten gesammelt haben.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ist als Betreiber des Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) ebenso Projektpartner. Der MDM ist der nationale Zugangspunkt für Verkehrs- und Mobilitätsdaten für Deutschland, den alle EU-Mitgliedstaaten gemäß einer EU-Direktive zur Verfügung stellen müssen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die in SATURN bereitgestellten Daten europaweit genutzt werden können.

Weitere Umsetzungspartner sind die RIWA GmbH, die in zahlreichen Kommunen im Gebiet des KDZs, aber auch Bayern, die datenverarbeitenden Werkzeuge den Kommunen stellt. Die Trafficon – Consulting, ist verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung von vernetzten Lenk- und Leitstrategien in den drei Pilotregionen tätig. TraffiCon Geoservices integriert kommunale Daten in multimodale Reiseinformationsdienste und ist für die Routing-Services verantwortlich.

Als Forschungspartner ist das Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI für die konzeptionelle Weiterentwicklung des MDM hin zu einem sogenannten „Mobilty Data Space“ tätig. Darin wird ein offener Datenraum entwickelt, der die Erschließung verkehrlicher Echtzeitdaten und sensibler Mobilitätsdaten ermöglicht, sowie existierende Datenplattformen miteinander vernetzt.

Als weitere assoziierte Partner sind das Öst. Bundesministerium für Klima-schutz, Umwelt, Energie, Verkehr, Innovation und Technologie, HERE – Technologies, TomTom, Landesbaudirektion Bayern, Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, Landesstelle für Straßentechnik Baden-Württemberg, Verband Region Stuttgart, sowie die Stadt Frankfurt a. Main vertreten.

Durch die Integration der vielen kommunalen Partner sowie der beiden Navigationssystemhersteller HERE und TomTom soll eine hohe Praxisrelevanz und dauerhafte Etablierung der gewonnenen Forschungserkenntnisse aus SATURN sichergestellt werden.

Forschungsinitiative mFUND des BMVI:

Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND (Modernitätsfond) fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter  www.mfund.de (Öffnet in einem neuen Tab).